Die Bundesfeier am Vortag des 1. August in Niederbüren lockte zahlreiche Familien und Dörfler zur Teilnahme beim Feuerwehrdepot an. Mit den Beiträgen der Musikgesellschaft, der Jugendmusik und dem Männerchor war ein attraktives Rahmenprogramm vorbereitet, organisiert seitens des Feuerwehrvereins und dem Männerchor. Der Festredner, Pfarrer Peter Dettwiler aus Knonau, bedauerte die sich abzeichnende Desolidarisierung in der Gesellschaft was einem Abbröckeln des Gemeinsinns entspreche, dem Verlust des Zusammenhalts.Gleich vier Vereine trugen in Niederbüren zum Gelingen der Augustfeier bei. Den Auftakt besorgte die Jugendmusik, gefolgt von Auftritten der Musikgesellschaft. Gesangliche Vorträge folgten seitens des Männerchors. Für die Festwirtschaft zeichnete der Feuerwehrverein zusammen mit dem Männerchor verantwortlich. Nachdem die Festwirtschaft die zahlreich erschienen Dörfler bedient hatte, eröffnete Gemeindepräsident Niklaus Hollenstein das offizielle Programm. In seinen Grussworten bedankte er sich bei den beteiligten Vereinen und den zahlreich erschienen Familien mit ihren Kindern.

Von unten gewachsener Gemeinsinn
Der Knonauer Pfarrer Peter Dettwiler betonte eingangs seiner Festrede die herausragende Schweizer Tradition mit der Mitbestimmung. Damit einher gehe aber auch Verantwortung. Dank der funktionierenden Demokratie spreche der Schweizer gerne von „meinem Dorf, meinem Land“. Zum Vergleich beschrieb er italienische Verhältnisse, wo sich deren Einwohner auf die Familie zurück gezogen hätten als sicheren Ort, das Land spiele eine zweitrangige Rolle.

Die Schweiz ist nach Dettwiler mit dem von unten herauf gewachsenen Gemeinsinn im Besitz eines wertvollen Schatzes. Trotz Vielfalt der habe die Schweiz immer zur Einheit gefunden, obwohl jeder Kanton seine Identität behalten habe. Wiederkehrenden Spannungen sei Zusammenraufen gefolgt. Dieser Zusammenhalt im Gemeinsinn bedürfe laufender Pflege, um der sich ausbreitenden Desolidarisierung entgegen zu wirken. Mit dem Abbröckeln des Gemeinsinn stelle sich der Schweiz die Herausforderung von innen und weniger von aussen.

Das suchen was verbindet
Der Referent beschrieb die aktuelle Situation in der Migrationsgemeinde Zürich. In deren Räumen fänden sich die Flaggen aller Herkunftsländer. Die grösste Fahne zeige sich mit dem Schweizer Wappen. Dies begründeten die Migranten in der wohlwollenden Aufnahme in der Schweiz und sie wollten für das Land beten. Man müsse wissen, dass sich in Zürich nicht weniger als 170 Nationen befinden. Hier werde das Suchen nach dem Verbindenden gelebt.

Das Verbindende habe auch Bruder Klaus damals gesucht, als er um 1481 bei der Tagsatzung in Stans dank seinen Vorschlägen den Bürgerkrieg verhindert habe, was für die Schweiz eine Sternstunde bedeutete. Damals wie heute habe die Bedrohung von innen die Herausforderung gebildet. Bruder Klaus habe gewusst von was er redete, bekanntlich Politiker vor seinem Einsiedlerleben. Friede und Zusammenhalt mache stark, Unfriede schwächt, so die Devise von Bruder Klaus. Peter Dettwiler wünschte den Niederbürern abschliessend Friede, Zusammenhalt und funktionierenden Gemeinsinn.

Show-Auftrit der Jugendmusik begeisterte
Die Niederbürer Jugendmusik brilliert schon auf Grund der grossen Zahl Jugendmusikantinnen und -Musikanten. Zur Augustfeier hatten sie einen Show-Auftritt vorbereitet. Nebst dem attraktiven Figurenlauf auf dem Festplatz zeigten die Jugendlichen auch wirksame melodische Einlagen. Die über eine Viertelstunde dauernde Vorstellung erntete beim Publikum lang anhaltenden Applaus.

Der zweite Höhepunkt folgte zu späterer Stunde mit dem Singen der Landeshymne, zusammen mit dem Aufspiel der Musikanten und dem Gesang des Männerchors. Anschliessend versammelten sich die Kleinsten zum obligaten Lampionumzug. Das Entzünden des grossen Augustfunken liess die Gemüter noch einmal erwachen, um dem Schauspiel aus nächster Nähe zu folgen. Zwischendurch wechselten die Blicke zum Himmel, um das attraktive Feuerwerk zu geniessen. Den Zusammenhalt pflegten die Dörfler wohl noch bis tief in die Nacht mit regem Austausch.