Es wird viel gebaut. Dazu braucht es viel Kies und Sand. Beim Abbau von Kies und Sand werden Wunden in die Landschaft geschlagen. Gegen die meisten Abbauvorhaben gibt es deshalb Widerstand. Widerstand aus der Nachbarschaft und Widerstand aus Naturschutzkreisen. Mit viel Geduld lässt sich der Sache auch etwas Positives abgewinnen. Wenn der Abbau nach Jahren oder Jahrzehnten beendet ist, wird das Areal oft renaturiert. Oft sogar in einer vielfältigeren Art als dies vor dem Abbau der Fall war. Anstelle der landwirtschaftlichen Nutzung treten Biotope, in denen eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt optimale Bedingungen vorfindet.

Rastplatz für Wanderer

Bis vor wenigen Jahren ist im Gebiet Hori oberhalb Jonschwil SG Kies abgebaut worden. Jetzt ist die ehemalige Kiesgrube ein Naturschutzgebiet. Es ist ein Rückzugsort für seltene Amphibien, beispielsweise die Kreuzkröte. Durch das Gebiet führt aber auch ein Wanderweg. An diesem Weg hat die St. Galler Kantonalbank aus Anlass ihres 150-Jahr-Jubiläums eine «Jubihütte» mit einer Grillstelle bauen lassen. Hier lässt sich nicht bloss gemütlich zusammensitzen und feiern. Das ganze Naturschutzgelände mit den verschiedenen Weihern kann überschaut werden. Auf vorgegebenen Pfaden können Pflanzen und Tiere auch aus der Nähe betrachtet werden.


Spielplatz für junge Füchse

An der ehemaligen Abbauwand, die gegen ein nördliches Waldstück ansteigt, gibt es Höhlen. Es handelt sich dabei um Fuchs- und Dachsbauten. Ob und wann sie bewohnt sind, lässt sich nicht immer leicht ausmachen, handelt es sich bei den Bewohnern doch um scheue und zum Teil nachtaktive Tiere. Bei einem grossen Fuchsbau ist dies momentan aber kein Geheimnis. Es gibt Jungtiere darin. Diese wagen sich aus dem Bau und spielen ungeniert miteinander. Es stört sie auch nicht, dass mittlerweile manche Jonschwiler von ihrer Präsenz Kenntnis haben und sie von der «Jubihütte» aus beobachten. Das Treiben der Jungtiere gleicht dem unbeschwerten Spiel von kleinen Kindern. Sie rennen einander nach, balgen sich, verschwinden beim einen Höhleneingang und kommen kurze Zeit später beim anderen wieder zum Vorschein. Im Alter von ungefähr einem Monat haben sie zum ersten Mal den Bau verlassen und Ausflüge unternommen. Schon nach vier Monaten werden sie selbstständig sein.