Bruno Facci war viele Jahre als Psychiatriepfleger in der Klinik St. Gallen Nord tätig. 25 Jahre lang war er sogar Pflegedienstleiter – auch deshalb liegt ihm das Wohl der Patienten und das Gesundheitssystem am Herzen. In einem offenen Brief an den Kantonsrat will Facci diesem seine Gedanken und Überlegungen mitteilen. Er schreibt, dass die Schliessung von Spitälern keine Kostendämmung zur Folge hat. Als Referenz gibt er die rund 80 Spitäler an, welche seit 2002 geschlossen wurden und die Kosten trotzdem nicht gesenkt werden konnten. Zusätzlich bemängelt er den Stellenausbau im Bereich Administration an Spitälern. Das bedeutet gemäss Facci, dass das Gesundheitspersonal zu wenig Zeit für den Patienten an sich hat. Aber dieser sollte doch im Vordergrund eines Krankenhauses liegen.

Pharmakonzerne als einzige Profiteure

Für den pensionierten Psychiatriepfleger ist klar: «Das Streben nach Gewinn stehe in der Gesundheitswirtschaft über dem Patientenwohl.» Und er ergänzt: «Es gibt zu viele Profiteure im Gesundheitswesen, welche sich auf die Kosten der Solidargemeinschaft bereichern. Als Beispiel kann hier das Pharmawesen genannt werden, welche Preise nach Belieben aufstellen können.»

Spitaldebatte nutzen, um Pionierarbeit zu leisten

Bruno Facci sieht aber in der Spitalfrage auch eine Chance. In seinem offenen Brief an den Kantonsrat redet er davon, das Spital Wattwil nicht zu schliessen, sondern zu einem Gesundheits- und Krankenhaus umzuwandeln. Damit soll dem heutigen Gesundheitssystem eine Alternative entgegengestellt werden. Das Ziel ist es ein eng vernetztes Angebot aller regionalen Akteure zu schaffen, welche zusätzlich zur Grundversorgung auch Prävention, Gesundheitsförderung, Palliation und Psychotherapie beinhalten.  

Mehr zur Spitaldebatte können Sie hier lesen.