Unter den Klängen der St. Galler Reitermusik näherte sich Nationalrat Nicolo Paganini dem Niederwiler Strassenfest an. Etwas mulmig sei ihm dabei schon gewesen, liess er verlauten. Immerhin war es das erste Mal in seinem Leben, dass er auf einem Pferd sass. Als danach Probleme technischer Art mit dem Mikrofon gelöst waren, setzte der Olma-Direktor zu einer Rede an, in welcher er zuerst auf den Wert Solidarität einging. Dieser bedeute die Übernahme von Verantwortung. In Anlehnung an den ehemaligen amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy sagte Paganini: «Frage nicht, was der Sportverein für dich tun kann, sondern frage, was du für den Sportverein tun kannst.»

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Olma-Direktor Nicolo Paganini: "Das Ziel muss sein, eine bessere Schweiz zu hinterlassen, als wir angetroffen haben."

In der Folge ging es um den Wert Freiheit und die Frage, wie frei die Schweiz trotz Verträgen mit der EU noch ist. «Wir sind ein freies Land, da wir internationale Verträge künden können», sagte der CVP-Nationalrat, der in Bischofszell aufgewachsen ist und heute in Abtwil wohnt. Trotzdem fühlten sich immer mehr Leute eingeengt, was an den sozialen Meiden und auch den Politikern von links bis rechts liege, die auf jedes einzelne Ereignis aufspringen würden. Auch auf den Wert Wandel ging Paganini ein. Er sagte: «Wir müssen den Wandel nicht nur zulassen, sondern auch reformeifriger werden. Denn Stillstand heisse Rückschritt. Den Eigenstolz müssen wir uns verdienen. Es gilt eine bessere Schweiz zu hinterlassen, als wir angetroffen haben.» Der Bundeparlamentarier forderte abschliessend eine solidarische, offene, unabhängige Schweiz, in welcher Traditionen und Eigentümlichkeiten aufrechterhalten werden.

Durchwegs zufriedener Präsident
Die Rede Paganinis war eingebettet in ein Strassenfest, dem trotz Hitze mehrere hundert Leute beiwohnten. Organisiert wurde es von der Dorfkorporation Niederwil. Dessen Präsident Peter Bruhin zog gegen Ende des Anlasses ein durchwegs positives Fazit. Schon zum zweiten Mal hintereinander hatte das Fest am Nationalfeiertag in Niederwil stattgefunden, obwohl grundsätzlich das Ziel ist, dass alternierend in allen drei Dörfern Oberbüren, Sonnental und Niederwil gefeiert wird. Wegen der Hitze konnte der Ochs-am-Spiess nicht wie geplant zubereitet werden. Mehr dazu im «Hitze-Ticker».

Teil des Strassenfests war auch ein Rahmenprogramm, zu dem die Feuerwehr mit ihrem Tanklöschfahrzeug und die Pfadi ihren Teil beitrugen. Die Kinder konnten sich in einer Hüpfburg austoben.