Während Vorhaben zur Nutzung von Wind- und Wasserkraft oft im Gegenwind des Landschaftsschutzes stehen, ist die Sonnenenergie meist unproblematisch. Und vor allem: Mit der Sonne können auch Private auf ihrem Haus etwas für die Energiewende tun. Seit dem Jahr 2013 unterstützt die Gemeinde Uzwil Private mit Förderbeiträgen und einem ausgebauten Beratungsangebot auf ihrem Weg zur Energiewende. «In sieben dieser acht Jahre war die Förderung von Photovoltaikanlagen die meist nachgefragte Förderung», berichtet die Gemeinde Uzwil in der aktuellen Ausgabe des «Uzwiler Blatts». Von 2013 bis 2019 seien so auch dank der kommunalen Förderung 190 Photovoltaikanlagen in der Gemeinde entstanden. Das Jahr 2014 habe bisher mit 43 Förderzusagen für PV-Anlagen den Rekord gehalten. «Das erste Halbjahr 2020 stellt nun alles Bisherige in den Schatten», so die Gemeinde. Bereits 52 Förderungen für PV-Anlagen wurden zugesagt und Förderbeiträge von gut 270 000 Franken in Aussicht gestellt. So viel, wie in den beiden Vorjahren zusammen.

Gerade einmal 1,5 Prozent des Potenzials genutzt

«Der Boom im 2020 ist erfreulich, lag doch der Zubau an PV-Anlagen in der Gemeinde in den letzten Jahren hinter der Entwicklung im Kanton und in der Schweiz zurück», schildert die Gemeinde weiter. Beim Blick auf die Dachlandschaft der Uzwiler Dörfer würden inzwischen einzelne Photovoltaikanlagen auffallen. Aber: Das Bild prägen nach wie vor Dächer, die keine PV-Anlagen haben. Diesen Eindruck bestätigen auch die Daten des Bundes: Stand Ende 2019 wurden demnach in der Gemeinde 1,5 Prozent des Potenzials für Sonnenstrom genutzt. «Das heisst: Es stehen noch viele Dachflächen zur Verfügung, die sich hervorragend für die Nutzung der Sonnenenergie eignen», heisst im aktuellen «Uzwiler Blatt». 

«Die Solartechnologien entwickeln sich rasant und die Solarstromnutzung bei Gebäuden ist heute eine Selbstverständlichkeit», Matthias Schelling, Fachexperte der Energieagentur St. Gallen GmbH. Werden die Chancen genutzt und Photovoltaik-Anlagen gut geplant, seien sie gestalterisch und ökonomisch attraktiv. Mit der rasanten Entwicklung und Verbreitung seien auch die Investitionskosten für PV-Anlagen massiv gesunken. Bei guten Bedingungen bieten Photovoltaik-Anlagen, verglichen mit anderen Strom-Produktionstechniken, die günstigste Art, Strom zu produzieren. Zudem gelte Strom aus PV-Anlagen als CO₂-neutral. «Wenn alle Dach-, Fassaden- und «Geländer»-Flächen der Gemeinde Uzwil mit Photovoltaik-Anlagen ausgerüstet werden, reicht deren Stromproduktion aus, den gesamten Strombedarf aller Stromkonsumenten in der Gemeinde Uzwil zu decken», so Experte Schelling.

Wer sich einen Eindruck verschaffen will, wie geeignet sein Hausdach für eine PV-Anlage ist, soll laut der Gemeinde Uzwil seine Adresse auf der Internetseite www.sonnendach.ch eingeben. Dort erhalte man eine erste Abschätzung. Zudem will die Gemeinde die PV-Anlagen weiter fördern und bietet der Uzwiler Bevölkerung eine kostenlose Energieberatung bei der Gemeinde – erbracht von Profis der Energieagentur – an.  

Ästhetischer Anspruch

«Es gilt der Grundsatz: Funktion, Form und Farbe müssen stimmen», so die Gemeinde. Das Dach sei die «fünfte Fassade» und präge das Erscheinungsbild des Gebäudes. «Um dem ästhetischen Anspruch gerecht zu werden müssen Anlagen aufs Dach eingepasst werden», erklärt die Gemeinde. Das sei ein zusätzlicher Aspekt für finanzielle Beiträge. (pd)