Die Platzverhältnisse sind beengt, da sich rund herum Liegenschaften befinden. Deshalb muss bis zu sieben Meter tief in den Boden gegraben werden. Die Rede ist von einem 135 Meter langen Entwässerungssystem namens Töbeli, zwischen der St. Gallerstrasse und dem Bahnhof Flawil gelegen. Dort verlaufen momentan der Dorfbach und das Schmutzwasser der Gemeinde in einem Kanal. Doch genau das soll künftig nicht mehr sein. Da zwei Flüsse nebeneinander aufgrund der Platzverhältnisse nicht in Frage kommen, hat man sich für einen Doppelstock-Kanal entschieden – auch aus Kostengründen. Beide Kanäle führen von der St. Gallerstrasse zwischen den bestehenden Gebäuden hindurch zum Töbeli. Vor dem neuen Regenbecken Töbeli wird der Doppelstock-Kanal wieder aufgeteilt. Der Mischwasserkanal führt ins Regenbecken und der Dorfbach wird von dort aus direkt in den Goldbach geleitet. Der heute bestehende Mischwasserkanal inklusive integrierter Dorfbachleitung wird aufgehoben.

Im unteren Kanal wird künftig das Schmutzwasser von der Mehrheit der Flawilerinnen und Flawiler abtransportiert. Oben wird der Dorfbach in einer neuen Linienführung verlaufen. Dieser Kanal kann 18 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aufnehmen. Das ist genug für ein Hochwasser, wie es nur alle 100 Jahre durchschnittlich einmal vorkommt.

Anwohner zahlen mit
Dieses Bauvorhaben hat eine lange Vorgeschichte. Bereits im Jahr 2010 haben die Flawiler Stimmbürger einen Kredit von 7,33 Millionen Franken gesprochen. Danach wurde allerdings festgestellt, dass dieses Projekt ein hundertjähriges Hochwasser nicht schlucken kann. Dies zeigte die Naturengefahren-Karte, welche Ende des Jahres 2011 veröffentlicht worden ist. Die Pläne mussten in der Folge überarbeitet werden. An der Bürgerversammlung im November des vergangenen Jahres wurde ein zusätzlicher Baukredit von 2,221 Millionen Franken genehmigt. Der Bund beteiligt sich an den Kosten – wie auch Anwohner.

Am Mittwochmorgen fand der Spatenstich statt. Die Bauarbeiten laufen nun während eineinhalb, so dass der Flawiler Doppelstockkanal im März 2020 fertiggestellt sein sollte.