Just am gleichen Tag, wie die Regierung den geplanten Verkauf der Grundstücke publizierte, deponierte auch Erwin Böhi seine einfache Anfrage zum Thema «Arealentwicklung Wil West und neue Verkehrsverbindungen». «Reiner Zufall», erklärt der Kantonsrat. Bei seiner Anfrage geht es darum, ob die geplanten Verkehrsverbindungen auch ohne die eigentliche Arealentwicklung realisiert werden könnten. «Diese Frage hängt nicht davon ab, welcher Kanton der Eigentümer der Grundstücke ist. Die Regierung kann meine Anfrage also unabhängig von ihren Verkaufsplänen beantworten», ist der Politiker überzeugt.

Für die Ablehnung des Gesamtprojekts waren wohl der Verlust von Kulturland und die Schwierigkeit der Kompensation der Fruchtfolgeflächen entscheidend, hält Böhi in seiner Einfachen Anfrage fest. Die Verkehrsprojekte des Gesamtprojekts WILWEST, namentlich der neue Autobahnanschluss, die Dreibrunnenallee, die Netzergänzung Nord, die Verlegung der Frauenfeld-Wil-Bahn, die zusätzliche Thurbo-Haltestelle sowie neue Fuss- und Velowege waren nicht Gegenstand der Abstimmung, heisst es darin. «Unabhängig von der eigentlichen Arealentwicklung sind jedoch verkehrliche Massnahmen aufgrund der aktuellen Verkehrssituation in der Region Wil notwendig», schreibt Böhi. «Insbesondere die Entlastung der Stadt Wil vom Durchgangsverkehr ist dringend.»

Deshalb sei es von zentraler Bedeutung, dass Verkehrsprojekte, die nicht integrale Bestandteile der eigentlichen Arealentwicklung seien, trotzdem umgesetzt werden. Er stellt der Regierung deshalb folgende Fragen: Welche der geplanten verkehrlichen Massnahmen sind nicht integraler Teil des Gesamtkonzepts WILWEST? Und: Ist die Regierung bereit, bei den zuständigen Stellen des Bundes, des Kantons Thurgau und der betreffenden Gemeinden vorstellig zu werden mit dem Ziel, einzelne der geplanten verkehrlichen Massnahmen auch ohne die Arealentwicklung zu realisieren?