Der 12. Mai ist der internationale Tag der Pflege und beruht auf dem Geburtstag von Florence Nightingale, der Begründerin der professionellen Krankenpflege. Es feiern weltweit tausende von Pflegefachpersonen diesen Tag. Auch wir hier in der Schweiz, speziell in der Sektion St.Gallen Thurgau Appenzell feiern wir dieses Jahr das 60 Jahre Jubiläum und organisieren die Demonstration junger Pflegender auf dem Kornhausplatz in St.Gallen mit.

Gute sechs Monate nach der gewonnenen Abstimmung über die Pflegeinitiative ist es umso wichtiger auf den besonderen Tag aufmerksam zu machen. «Es ist der schönste Beruf» sagen viele Frauen und Männer aus. Trotzdem verlassen viele den vielseitigen und entwicklungsstarken Job und der Notstand in der Pflege hat sich weiter verschärft.

Der Schweizer Berufsverband der Pflegefachpersonen, die SBK Sektion SG TG AR AI, begleitet tagtäglich Pflegende, die resigniert sind und sich mit den Gedanken an einen Ausstieg befassen. Wir versuchen diesen Ratsuchenden Alternativen aufzuzeigen, wie sie im Pflegeberuf verbleiben können. Ein einfaches Beispiel ist, dass Pflegende mit Rückenbeschwerden eher in ein beratendes Setting, wie in die psychiatrische Pflege wechseln. Berufsbegleitende Weiterbildungen dazu unterstützen einen solchen Weg. Die SBK Sektion bietet übrigens seit über 40 Jahren Wiedereinsteiger*innenkurse an.

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«Die Gesundheitsversorgung geht uns alle etwas an»

Da Gesundheitsversorgung die ganze Bevölkerung betrifft, sind alle gefordert, die gut ausgebildeten Fachpersonen in der Pflege zu behalten. Verwaltungsräte, Führungskräfte und Teamleitungen sollten sich dessen bewusst sein und die gesetzlich verankerte Fürsorgepflicht gegenüber den Angestellten in aller Konsequenz umsetzen, nämlich auch die Gewährung der körperlichen und seelischen Unversehrtheit, sowie die Gewährung der Ruhe- und Freizeit.

Die SBK Sektion SG TG AR AI fordert deshalb, dass Pflegende und Betreuende in allen Spitälern, Kliniken, Heimen und der Spitex genügend Zeit für menschliche Zuwendung und Beziehungen haben, um auf die Sorgen, Nöte und Ängste von kranken Menschen eingehen zu können. Des Weiteren fordern sie, dass Pflegende und Betreuende wieder verstärkt bei ihrer Arbeit die kranken Menschen wahrnehmen und begleiten können als unverwechselbare, eigenständige Persönlichkeiten mit eigenen Vorlieben und Abneigungen, sowie einer eigenen Lebens- und Leidensgeschichte. Ausserdem sollen Arbeits- und Anstellungsbedingungen vorgefunden werden, die sie vor Überbeanspruchung, Ausnützung, sowie körperlichem und psychischem Verschleiss schützen. Die Forderungen sind wichtig, weil professionelle Krankenpflege reduziert die allgemeinen Gesundheitskosten wie: das Wundliegen, Stürze mit Verletzungen, Spitaleintritte wegen Lungen-Herzkomplikationen, sowie unerwartete Todesfälle.

Gute Arbeitsbedingungen verhindern also volkswirtschaftliche Leerläufe und Kosten. Ausbildungen zur diplomierten und spezialisierten Pflegefachpersonen werden vom Staat, von Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen getragen. Viel Geld und Zeit geht verloren, weil infolge der Unvereinbarkeit von Familien- und Berufsarbeit, mangelnder familienergänzender Betreuungsangebote und stetigen wechselnden Dienstplänen die Berufsdauer im Pflegeberuf sehr tief ist.

Der Schweizerische Berufsverband der Pflegefachpersonen fordert deshalb die Politiker*innen und Arbeitgeber*innen auf, alles daran zu setzen, um den Verfassungsartikel 117b, der seit 28.11.21 in Kraft ist, umzusetzen und unmittelbar Verbesserungen in Pflegealltag einzuleiten.