Auf die Frage von hallowil.ch, ob er sich als Jungunternehmer verstehe, überlegt Noah Menzi einen Moment und bejaht. Mit einem Schmunzeln fügt er an: «Aber nicht mehr als Start-up.» Dieser Begriff beinhalte die Vorstellung, dass sich eine junge Firma erst noch im Markt bewähren müsse. 

Diese Phase hat sein Unternehmen hinter sich: Zu den Kunden zählen Einzelpersonen, Organisationen sowie KMUs aus verschiedenen Branchen und auch ein grösseres Transportunternehmen. Noah Menzis Erfolgsgeschichte kann sich sehen lassen: Als bald 24-Jähriger beschäftigt er vier Mitarbeitende in der Schweiz und zehn Personen in Polen.

Erfolg steigern

Der Name seiner Firma bringt ihr Ziel prägnant auf den Punkt: Webwirkung. Sie will den Erfolg der Kunden im Internet zu erhöhen. Wobei Erfolg laut Menzi unterschiedlich definiert wird: Für Betreiber von Onlineshops kann eine Steigerung des Umsatzes durch vermehrte Bestellungen Erfolg bedeuten. 

Im Gegensatz dazu will eine Kirchgemeinde nicht mehr Produkte verkaufen, sie will vermehrte Aufmerksamkeit beim Publikum erreichen. Auch eine Kirchgemeinde gehört zum Kundenportfolio der Wiler Firma.

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Das Team der Firma ist sehr jung. (Foto: zVg) 


Mit 18 Firma gegründet

Sozusagen den Grundstein für sein heutiges Unternehmen legte Noah Menzi im Alter von ungefähr 14 Jahren. Damals lebte er bei seinen Eltern in Oberhelfenschwil. Als Schüler der Kantonsschule Wil half er in der Freizeit Kunden im mittleren Toggenburg bei Computerproblemen. 

Als sein Vater schliesslich eine Bäckerei in Wattwil erwarb, entwickelte der Sohn deren Website. Weitere Kunden kamen hinzu. Als er volljährig wurde, gründete er seine Firma und beschäftigte bereits einen Mitarbeiter in einem vierzig Prozent Pensum.

Qualitätssicherung

Der Unternehmer mit Wohnort Bazenheid will sich mit verlässlicher Qualitätsarbeit von den Mitbewerbern abheben. Nicht ohne Stolz erzählt er, dass er zum Teil durch Empfehlung zu weiteren Kunden kommt. Mit einer Portion Diplomatie vermerkt er, dass es in diesem dynamischen Markt erhebliche Qualitätsunterschiede bei den Anbietern von entsprechenden Dienstleistungen gibt. Seine Firma will nicht zu den Schaumschlägern zählen.

Umkämpfte Fachleute

Er hat sich zum Ziel gesetzt, mit seinem Unternehmen eine der «coolsten Agenturen» in der Deutschschweiz zu werden. Eine der grossen Herausforderungen ist dabei die Rekrutierung von qualifizierten Mitarbeitenden. «Die entsprechenden Hochschulabgänger sind heiss umkämpft», weiss er aus Erfahrung. Die grossen und bekannten Online-Handelshäuser absorbieren einen Grossteil der entsprechenden Fachpersonen.

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Das Unternehmen ist in den Räumen des Coworking Space Büro Lokal im Wiler Südquartier eingemietet. (Foto: zVg)  


Partner in Polen

Mit etwas Glück konnte er ein IT-Team in Polen zur Zusammenarbeit gewinnen. Er besucht es halbjährlich. In der übrigen Zeit wird digital kommuniziert. Dem Klischee, dass IT-Spezialisten in Osteuropa deutlich günstiger arbeiten widerspricht Noah Menzi: «Die Löhne erreichen allmählich Westniveau.»

Politisches Engagement

Wie er betont, hat ihm auf seinem Weg zum erfolgreichen Jungunternehmer einerseits sein Jus-Studium an der HSG gute Grundlagen vermittelt. 

Andererseits war es auch sein Einsatz in der Politik. Noah Menzi präsidierte die Jungfreisinnigen des Kantons St. Gallen. «In dieser Zeit habe ich viel gelernt», erzählt er mit einem Schmunzeln. Insbesondere die Teilnahme an verschiedenen Podiumsgesprächen hat ihm gefallen. «Dabei lernt man viel über Rhetorik und über Strategien.»

Auch wenn er derzeit in der Politik kürzer tritt, weil er sich vermehrt um seine Firma kümmern will, ist für ihn das Thema noch nicht ausgereizt. Mit vierzig könnte er sich eine Kandidatur für ein politisches Amt durchaus vorstellen.