Der Schnee dürfe uns nicht beruhigen, schreibt die Klimagruppe Wattwil in einer Medienmitteilung. Es gebe viele Gründe, genau jetzt wieder einmal an die Klimakrise zu erinnern. Medien und Politik seien verständlicherweise stark mit der Coronakrise beschäftigt doch genauso wie die Pandemie Massnahmen erfordere, lasse sich auch die Klimakrise nur mit klaren politischen Massnahmen in den Griff bekommen. 

«Zum ersten Mal seit langem haben wir im vergangenen Jahr eine Entspannung beim Zustand der Umwelt verzeichnen können. Korallenriffe, die sich erholten, Strände, die wieder weiss sind. Was viele nicht wissen: Um das Klimaziel von Paris zu erreichen und 1.5 Grad Celsius Erderwärmung nicht zu überschreiten, wäre jedes Jahr der coronabedingte CO2-Rückgang von 2020 nötig», sagt Melanie Müller der Klimagruppe. 

Die Erfahrung zeige jedoch, so Müller weiter, dass gerade nach Krisenjahren die Emissionen umso mehr in die Höhe schnellten. Um dies zu vermeiden, brauche es einen klaren politischen Fahrplan. Die Klimagruppe Wattwil möchte deshalb auf den Klimaaktionsplan (CAP) hinweisen, der vom Klimastreik Schweiz in enger Zusammenarbeit mit 60 Experten vor kurzem veröffentlicht wurde und einen vollumfänglichen und detaillierten Massnahmenplan auf über 300 Seiten auf den Tisch bringt. 

Die Klimagruppe Wattwil ihrerseits hat bereits vor über einem Jahr einen Massnahmenkatalog mit Forderungen und Ideen an die Gemeinde Wattwil eingereicht. Von der Gemeinde Wattwil erwarten sie weiterhin ein konsequenteres und mutigeres Vorgehen im Bereich der Klimapolitik. Denn die Bevölkerung, so hat die Klimagruppe am Samstag bei ihrer Plakataktion beobachten dürfen, scheine die Dringlichkeit immer mehr zu realisieren und habe mit positiven Rückmeldungen auf die Aktion der Klimagruppe Wattwil reagiert.