dh. Nach einem Jahr Unterbruch traf sich die CVP Sirnach zu ihrer Jahresversammlung im Gasthof Engel in Sirnach. Frisch gestärkt nach einem Imbiss folgte die Versammlung den Ausführungen von Präsident August Eisenbart.

In seinem Jahresbericht erwähnte er vor allem die guten Resultate der CVP Sirnach bei den letzten Grossratswahlen. Sehr erfreut zeigte er sich auch, dass mit Simone Ender-Truniger eine Sirnacherin als Kandidatin für das Bezirksgericht Münchwilen von der CVP Bezirkspartei nominiert wurde. Zudem wurde Flavia Scheiwiller, eine junge Sirnacherin, zur Präsidentin der «Jungen Mitte Thurgau» gewählt. Mit Flavia Scheiwiller zieht auch die junge Generation in den Vorstand der Sirnacher CVP ein.

Mit einem Credo für die Werte Freiheit, Solidarität und Eigenverantwortung schloss der Präsident seine Ausführungen. »Wir sind die politische Kraft der bürgerlichen Mitte, für die soziale Verantwortung kein leeres Versprechen ist».

Parolenfassung Dreifach-Turnhalle

Für die Parolenfassung für die Urnenabstimmung im Herbst konnte der Moderator Matthias Erne zwei prominente Referenten begrüssen:

Samuel Mäder aus Busswil, Vize-Gemeindepräsident, Anwalt und Baukommissionspräsident erläuterte das Projekt, dessen Pläne, Entstehungsgeschichte und Kostenfolgen. Er betonte, dass diese Dreifachturnhalle ein ideales Bauwerk für Sirnach sei, dass die Gemeinde die Kosten ohne Steuererhöhung stemmen könne und dass man nicht kleinlich sein sollte in Anbetracht, dass es sich um ein Generationenprojekt handle.

Markus Mettler, Sirnach, CEO und Mitinhaber eines Immobilienunternehmens, lehnte das Projekt ab. Es sei zu teuer, zu wenig praktisch in Betrieb und Unterhalt, und es verschleudere unwiderruflich Landreserven. Mit dem vorliegenden Projekt werde eine Architektur-Ikone gebaut, die den Dorfvereinen und der Schule wegen fehlender Mehrwegnutzung kaum etwas bringe. Der Gemeinderat gehe zu lasch um mit Steuergeld. Zudem seien die vorliegenden Pläne und Kostenermittlungen mangelhaft und wenig transparent. Kurz: die Baukommission habe zu wenig Fachkompetenz.

In der anschliessenden teilweise hitzigen und emotional geführten Fragerunde lockte Matthias Erne die Referenten aus der Reserve. Markus Mettler erinnerte an die erste Machbarkeitsstudie der damaligen Volksschulgemeinde, welche Grundlage war für den Start des Projektes. Diese Studie ging von wesentlich tieferen Kosten und mehr Nutzen für Schule und Vereine aus. Samuel Mäder aber verglich die Kosten mit ähnlich gelagerten Projekten und betonte, dass die vorliegende Halle im guten Mittel liege, weder zu billig noch zu teuer. Ein weiterer Streitpunkt war auch die Vergabe der Bauleitung, welche nicht in der Region sondern an ein Zürcher Büro vergeben wurde.

Ein Nein ist nur ein Zwischenhalt

Und was passiert nach einem eventuellen Nein bei der Urnenabstimmung im September?

Markus Mettler ist überzeugt, dass auf Grundlage der Machbarkeitsstudie schnell ein neues besseres Projekt erarbeitet werden könne. Plan B sei der ursprüngliche Plan A, betonte er. Samuel Mäder konnte verständlicherweise einem Entscheid des Gemeinderates nicht vorgreifen, kündigte aber an, dass bei einem «Nein» ein Teil des Projektkredites verloren ginge.

Anschliessend an die fair und gut geführte Diskussion schloss die interne Meinungsbildung an. Dabei überwog die Skepsis deutlich. Mehr als zwei Drittel der Anwesenden stimmten für eine Nein-Parole nach dem Motto: Ja, wir sind für eine Dreifach-Turnhalle, aber wir sind gegen das vorliegende Prestige-Projekt.