Eine der prägendsten Erfahrungen war, dass wohl noch keiner der Jahrgänger in seinem Leben innert vier Tagen so viel umgestiegen ist, das heisst in Bahn, Bus, Schiff, Seilbahn, Zahnradbahn, Taxi oder Velo.

Morgenstund hat …

… Gold oder die Tessiner Sonne im Mund, oder dann heftiger Gewitterregen im Gesicht. Um vom Hotel in Vairano, hoch über dem Lago Maggiore, die Velotour- Wander- und Kulturziele zeitig zu erreichen, hiess es früh aufstehen: Frühstück ab 6 Uhr und dann um 7 Uhr los auf die Pisten, resp. Räder und Schienen. Für die Wanderer gab es jeweils unterschiedliche Tagesangebote, während sich die Velofahrer selber organisierten, aber nicht minder auf Touren kamen und die kleine Motorrad-Gang mit ihren grossen Maschinen eroberte die Schweizer Sonnenstube.

Apropos Sonnenstube: Davon können die Velofahrer, zwei davon ohne E-Unterstützung, ein Lied oder gar ein ganzes Konzert singen.

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Die Radfahrer auf dem Gotthardpass bei Eiseskälte.

Am ersten Tag mit der Gotthardüberquerung bei klirrender Kälte, Regengüssen und doch noch sengender Sonne im Süden aber auch vermissten Utensilien. Stoff genug für Anekdoten von welchen man in 20 Jahren noch zu erzählen weiss. Trotz weiteren Kilometern in den Beinen gingen sie dann die weiteren Tage leicht kräftesparender, aber trotzdem sehr erlebnisreich an.


Höhenmeter und Gipfelkreuze

Höhen und Schluchten, Nebel, Regengüsse und Sonnenschein, herrliche Aussichten und atemraubende Fernsichten und dies auf dutzenden Kilometern und Tausenden Höhenmetern, das waren die bleibenden Eindrücke der Wandergruppen. Für einen Teil etwas schweisstreibender und entsprechend steinigen Treppenstufen bergauf und bergab. Für die anderen etwas lockerer und verbunden mit Tessiner Kultur. Auch bei den Jahrgängern gehörten die Klassiker zur Ponte Tibetano, der lange Höhenweg von der Alpe Foppa, Monte Tamaro bis zum Monte Lema, der Aufstieg von Ronco ob Ascona zum Pizzo Leone und dann runter nach Rasa und zum Abschluss der Aufstieg von Bré Paese zum Monte Boglia zu den erlebnisreichen Klassikern. Höhenmeter und Fernsichterlebnisse zuhauf und mit der Ausnahme der Nebelsuppe zum Monte Lema viel Tessiner Sonnenschein. Nach den Regen- und Kälteerlebnissen am ersten Tag suchten die Velofahrer danach die Sonne und fanden sie auch bei herrlichen Ausfahrten. Zum Dessert ging es dann schweisstreibend nochmals hoch nach Bré Paese, wo dann, gemeinsam mit den Wandergruppen, im Grotto die Anstrengungen schnell vergessen waren.


Wein- und Geschichtskultur

Die Tessiner Kultur lernte man vor allem auf dem Stadtrundgang durch Bellinzona, beim Besuch der berühmten Dimitri Zirkusschule in Verscio oder der Kunstführung im Dorf Bré Paese beeindruckend kennen. Nicht nur die Wein- sondern auch die Grappa-Liebhaber, aber auch die Interessierten über den Rebbau im Tessin kamen bei den Besichtigungen und Degustationen in zwei Weinkellereien auf ihre Kosten und genügend feinen Tropfen. Zu den geselligen wie kameradschaftlichen Erlebnissen gehörten auch die Besuche in den Grottis auf dem Lande, innehalten in verträumten Winkeln von Tessiner Dörfern, wobei nicht nur ein verdientes Bier nach erbrachter Leistung, sondern auch die typischen Tessiner Spezialitäten verköstigt und genossen wurden. Die Abende liess man dann hoch über dem Lago Maggiore in Vairano ausklingen, ehe man sich wieder unter die Decken verkroch. Denn um 05.30 Uhr meldet sich der Wecker zu immer wieder neuen Erlebnissen und Abenteuer.

Ein herzliches Dankeschön gebührt an dieser Stelle Vereinspräsident Reto Maffei für die sehr aufwändige Vorbereitung und Organisation der erlebnisreichen vier Tage. Er wurde tatkräftig unterstützt von Albin Bühlmann im Bereich der Wanderer, von Otto Wick für die Motorfahrer und Events sowie Benno Hälg der als «Halbtessiner» die Velofahrer betreute oder diese nach den Regengüssen trocknete. Übrigens geht die Viertagesreise der Jahrgänger 51-55 im kommenden Jahr im September ins Südtiroler Pustertal.

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Tessiner Idylle in Rasa. (Fotos: Mäni Rüegg)