TC* zeichnet für die Flawiler Chratzbörschte. hallowil.ch hat mit TC ein schriftliches Interview geführt und dabei einiges erfahren.

«Chratzbörschte», was ist das?
Die Chratzbörschte ist ein Flawiler Wanderpreis, der jährlich am «SchmuDo» an die Person verliehen wird, die sich im Laufe des Jahres die fulminantesten Fehltritte und schönsten Schnitzer geleistet hat. Natürlich sollte es auch eine im Dorf mehr oder weniger bekannte Person sein. Gerade die Cervelat-Prominenz bettelt oft regelrecht um die Chratzbörschte. Als Satirezeitung begleitet sie zudem einmal im Jahr das Flade-Blatt.

Seit wann zeichnest du für die Chratzbörschte?
Dieses Jahr müsste es die 5. Ausgabe sein, also seit fünf Jahren.

Wie bist du dazu gekommen?
Zufall! Vor ein paar Jahren habe ich mich mit einem Fasnächtler unterhalten und der hatte irgendwie Kontakte.

Wie kommt euer Team an die Geschichten?
Über die Website des Narrenrats können alle, die etwas zu sagen haben, «denunzieren». Manchmal liest man aber auch etwas in der Zeitung oder sieht Kurioses beim Spazieren. Die Augen und Ohren müssen stets offen und überall sein – nicht nur in der Fasnachtszeit.

Was sind die grössten Herausforderungen beim Zeichnen?
Immer wieder schwierig ist das Einhalten der Abgabefristen: Die Inspiration fliesst in der Vorfasnachtszeit einfach besser als vor Weihnachten oder gar im Sommer. Aber Fehltritte und Schnitzer gibt es zum Glück in jeder Jahreszeit …

Gibt es etwas, das du nicht illustrieren würdest? Warum?
Ich zeichne nur das, was ich auch möchte und habe mir das deshalb noch nie so überlegt. Satire lässt viele Freiheiten, aber möchte ich nicht verletzend sein – jedenfalls nicht allzu sehr –, es soll ja immer noch Spass dabei sein. Nur einmal hat ein Nominierter den Wanderpreis übrigens nicht angenommen.

Welche Geschichte ist dir besonders in Erinnerung geblieben?
Terror-Alarm in Flawil? Das war 2020: Der Bauer trug einen Anhängerbolzen durch die Gegend, und zwar mit dem gebrochenen Arm, den er in der Schlinge hatte. Das sah so aus, als trüge er ein Sturmgewehr bei sich, was eine Polizeikontrolle ausgelöst hat. Der Einsatz ist zwar nicht mit der Chratzbörschte ausgezeichnet worden, gezeichnet habe ich ihn trotzdem, denn mir gefällt die Geschichte. Sie ist auch wundervoll geschrieben, das und überhaupt ältere Ausgaben kann man auf der Narrenrat-Website nachlesen.

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Bist du im «echten Leben» auch zeichnend unterwegs?
Nein, ich habe das Zeichnen auch nicht gelernt, also nicht im Sinne einer Ausbildung. Die Chratzbörschte ist reine Leidenschaft. Denn die braucht es schon, immerhin gibt es für meine Arbeit keinen Ruhm, keine Ehre und auch keinen Lohn. Aber in diesem Fall ist das Motto sowieso: «Je unbekannter desto besser!»

Wann wird die Satirebeilage in die Flawiler Haushalte verteilt?
Als Beilage im Flade-Blatt eine Woche vor der Preisverleihung. So kann man sich vorbereiten und vor allem: Eine Woche lang rätseln, wer wohl dieses Jahr mit dem höchst ehrwürdigen Preis ausgezeichnet wird.

Seit wann gibt es die Chratzbörschte?
Seit 1981, sie feiert dieses Jahr also ihren 41igsten.

Wie gross ist das Team dahinter?
Also, das Team besteht aus mehr Menschen als aus mir allein. Mehr verrate ich aber nicht. Nur eines sage ich noch: Viel Spass mit der diesjährigen Ausgabe!


* Das Chratzbörschten-Team ist anonym – und das soll so bleiben, sonst bekommt es die mehr oder weniger irrlichternden Politiker und fragwürdigen Entscheide nicht mehr mit. Name der Redaktion bekannt.