Was vorher als Futtermittel für Tiere verwendet wurde, soll künftig als Fleischersatz dienen. Bereits im Sommer 2023 könnte der Betrieb aufgenommen werden. Ein relativ straffer Zeitplan, oder?

Der Kontakt zwischen CN&P und Bühler besteht schon seit Ende 2021. Die Vorbereitungen für den Produktionsaufbau laufen schon seit einigen Monaten. Wir sind bislang voll im Zeitplan, um unser Ziel auch erreichen zu können.

Alternativen haben oftmals lange Lieferwege. Beim Biertreber ist das anders. Welche weiteren Vorteile sind entscheidend?

Der grosse Vorteil besteht in der Tat in der Swissness des Produktes. Sowohl Produktion, Veredlung und Ursprung unserer Hauptzutat finden in der Schweiz statt. Dies hat dann einen positiven Einfluss auf den CO2-Fussabdruck des Produktes. Aber auch geschmacklich und sensorisch wirkt sich der aus Gerstenmalz entstandene Treber positiv aus – er gibt dem Produkt eine Umami-Note. Dank der Fasern haben wir einen angenehmen Biss sowie ein gesundes Produkt.

Fleischersatzprodukte sind oftmals Geschmacksache. Mit dem neuen Produkt gab es bereits Blindverkostungen. Mussten danach noch Anpassungen vorgenommen werden?

Geschmack ist regional und wir wollen unseren Kunden die Möglichkeit geben, unser Produkt mit ihren eigenen Gewürzen und Zutaten zu verfeinern. Daher haben wir von Anfang an versucht, unser Produkt geschmacklich neutral zu halten und geben keine zusätzlichen Aromen oder anderes hinzu. So kann später jeder Chefkoch das Beste aus seinem Rezept rausholen.

Die ursprüngliche Idee reifte bei einem Innovationswettbewerb bei Bühler. Das Start-up wurde anschliessend ausgegliedert. Weshalb?

Zum einen entspricht das Business Model der Firma Circular Food Solutions (Lizensierung) nicht dem von Bühler, zum anderen soll das Unternehmen unabhängig am Markt agieren und sich für externe Investoren aufstellen können.

Die Vorgehensweise soll künftig in mehreren Ländern verfügbar sein. Wie gross ist das Interesse daran?

Sehr gross, wie zum Beispiel die Networking Days Ende Juni 2022 gezeigt haben. Circular Food Solutions präsentierte sich dort und hatte die Gelegenheit, mit mehreren interessierten Bühler-Kunden aus verschiedensten Ländern zu sprechen. Neben dem Aspekt der Regionalität interessierte Brauer sowie Lebensmittelhersteller die Möglichkeit, sich mit diesem Produkt bezüglich Nachhaltigkeit und Geschmack von handelsüblichen Produkten klar unterscheiden zu können.