Jedes zweite Kind, welches eine Wiler Schule besucht, ist fremdsprachig. Das ist ein hoher Wert und hat Auswirkungen auf die Unterrichtsgestaltung sowie Begleitung der Kinder in der Förderung. Deshalb soll sich die Klassengrösse laut einem Bericht des Wiler Stadtrats nicht an der oberen Grenze gemäss Volksschulgesetzt orientieren, sondern am kantonalen Durchschnitt. Laut dem Volksschulgesetz sind ab dem Kindergarten bis zur Oberstufe maximal 24 Kinder zugelassen. Der kantonale Durchschnitt bewegt sich aber durchgehend bei weniger als 20 Kindern pro Klasse.

Ähnlich sieht es in der Stadt Wil aus, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht hervorgeht. Im vergangenen Jahr bevölkerten durchschnittlich knapp 18 Kinder eine Kindergartenklasse, gut 19 waren es in einer Primarschulklasse (1. – 6. Klasse). Auf Stufe Sekundarschule waren es durchschnittlich 18 Schüler, in der Real noch 16. Somit befinden sich die Wiler Real-Klassen am unteren Ende des gesetzlich zugelassenen Rahmens. Kantonal schaut es allerdings nicht anders aus bei den Real-Klassen.

Eine halbe Stunde in den Kindergarten

Immer wieder für Diskussionen sorgt das Einzugsgebiet. Vor allem dann, wenn zwei der sieben Wiler Primarschulen nicht allzu weit vom Wohnort entfernt liegen. Doch was darf einem Kind zugemutet werden? Auch darüber gibt der Bericht, der auf einem Postulat von Stadtparlamentarier Roland Bosshart (CVP) aus dem Jahr 2017 fusst, Auskunft. Im Kindergarten sind es immerhin 30 Minuten oder ein Kilometer Weg und 50 Meter Höhenunterschied. In der Primarschule sind es maximal 45 Minuten, höchsten drei Kilometer Weg und 200 Meter Höhenunterschied. In der Oberstufe dürfen 30 bis 45 Minuten Schulweg zugemutet werden – und bis zu fünf Kilometer Distanz sowie 200 Meter Höhenunterschied. Grundsätzlich gilt: Kindergarten- und Primarschulkinder sollen möglichst quartiernah unterrichtet werden, während auf der Oberstufe durchmischte Klassen angestrebt werden.

Künftig wird der Stadtrat jährlich einen Bericht für die mittel- und langfristige Klassenplanung erstellen. Dieser wird von der parlamentarischen Bildungskommission erörtert. Im jährlichen und öffentlichen Geschäftsbericht der Stadt Wil sollen wesentliche Ergebnisse dargelegt werden. Die kurzfristige Planung wird jeweils im Jahresbudget ersichtlich.