Praktisch alle Fussball-Meisterschaften werden abgebrochen und nicht gewertet. Das hat der Schweizerische Fussballverband am Donnerstag entschieden, nachdem der Bundesrat am Mittwoch nur den Profiligen eine Spielerlaubnis ab dem 8. Juni in Aussicht gestellt hatte. Einen solchen Komplett-Abbruch im Amateur-Bereich hatten die 13 Schweizer Regionalverbände und die Amateur-Liga bereits vor eineinhalb Wochen gefordert.

Die Wettbewerbe der Saison 2019/20 werden nicht gewertet, mit Ausnahme der abgeschlossenen Wettbewerbe, insbesondere den Halbjahresmeisterschaften in den Regionalverbänden. Es gibt also keine Meister und Cupsieger und weder Auf- noch Absteiger. Die Teilnehmer am nationalen Schweizer Cup 2020/21 aus den Abteilungen Erste Liga, Amateur Liga sowie aus den Regionalverbänden werden per Los aus den für eine Teilnahme in Frage kommenden bzw. aus den in den jeweiligen Qualifikationswettbewerben verbliebenen Teams bestimmt. Aus der Region Wil dürften der FC Uzwil (2. Liga interregional) und der FC Zuwzil (3. Liga) auf eine Cup-Teilnahme hoffen.

Kein Absteiger aus der Challenge League

Für die Super League, die Challenge League und den Schweizer Cup wird eine Weiterführung des Spielbetriebs im Rahmen der behördlichen Vorgaben angestrebt. Dazu finden zur Zeit Abklärungen statt. Da es keinen Aufsteiger aus der Promotion League geben wird, steht unabhängig davon, ob die Saison zu Ende gespielt werden kann oder nicht, bereits fest, dass kein Klub aus der Challenge League absteigt. Schlusslicht FC Chiasso kann also aufatmen.

«Es tut weh. Aber angesichts der derzeitigen Lage war der mit grossen finanziellen Einbussen auf allen Stufen verbundene Entscheid alternativlos. Die Gesundheit der Spieler und das Gemeinwohl gehen vor. Abgesehen von gesundheitlichen Risiken hätte es einer logistisch unlösbaren Grossaufgabe entsprochen, für die zehntausenden ausgefallenen Meisterschaftsspiele Nachholtermine nach Mitte Juni oder noch später zu finden», sagt Dominique Blanc, Präsident des Schweizerischen Fussballverbandes.

Trainings ab dem 11. Mai möglich

Auf Basis des Bundesratsentscheids vom Mittwoch ist es allen Fussballclubs in der Schweiz erlaubt ab dem 11. Mai wieder in Kleingruppen ohne Körperkontakt zu trainieren. Der SFV begrüsst diesen Entscheid und hat zur Durchführung solcher Trainings ein Schutzkonzept erstellt. Dieses bedarf noch der Genehmigung der zuständigen Behörden. Wann die Saison 2020/2021 beginnt, steht noch nicht fest. (pd/red)

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Saison-Abbruch im Amateur-Fussball? Entscheid vertagt (23.4.)

Es schien nur noch eine Formsache zu sein, dass die Fussball-Saison im Amateur-Bereich abgesagt wird. Alle Regionalverbände sowie die Amateur-Liga haben am vergangenen Samstag beantragt, die Saison abzubrechen und nicht zu werten. Betroffen wären bei den Männern alle Teams von der 2. Liga interregional abwärts (siehe unten).

Der definitive Entscheid wird vom Zentralvorstand des Schweizerischen Fussballverbandes getroffen – und ist auch nach einer Telefonkonferenz noch nicht gefällt, da vertagt. Grund dafür ist die Ankündigung von Bundesrätin Viola Amherd, am kommenden Mittwoch (29. April) Details zur Exitstrategie Sport bekanntzugeben. Der SFV will daher den Entscheid des Bundesrates abwarten und erst dann den Beschluss über die Weiterführung oder den vorzeitigen Abbruch des Spielbetriebs im Schweizer Amateur-Fussball fassen.

War ein 9:0 Maliqis letztes Spiel für Uzwil?

Ein anderer Entscheid ist dafür gefallen. Und zwar jener betreffend Zukunft von Sokol Maliqi, dem Noch-Trainer des FC Uzwil (2. Liga interregional). Der Verein hatte unlängst kommuniziert, dass sich die Wege im Sommer trennen. Ab der nächsten Saison wird der ehemalige Challenge-League-Spieler des FC Wil beim FC Kosova Zürich an der Seitenlinie stehen. Es handelt sich um den derzeitigen Tabellen-Achten in der 1. Liga. Pikant: Der jetzige Kosova-Trainer, Martin Dosch, wird seine Aufgabe fortführen, womit die Zürcher ab Sommer «zwei gleichwertige Trainer haben», wie Maliqi es sagt. Für den Noch-Uzwil-Trainer ist sein neuer Klub ein altbekannter, war er doch einst Spieler bei Kosova.

Ob Maliqis Zeit beim FC Uzwil somit bereits abgelaufen ist, ist aufgrund des Noch-Nicht-Abbruchs der Saison offen. «Wenn es nicht mehr weitergeht, dann war ein 9:0 gegen den FC Bazenheid mein letztes Spiel auf der Rüti. Auch nicht schlecht», schmunzelt Maliqi. Wer Nachfolger beim FC Uzwil wird, steht laut Sportchef Armando Müller noch nicht fest.

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Die Zeit in Uzwil endet im Sommer: Sokol Maliqi wird Trainer beim FC Kosova in der 1. Liga.

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Amateur-Fussball: Abbruch der Saison gefordert (18.4.)

Während sich in der Super League und der Challenge League die Zeichen verdichten, dass die Saison mit Geisterspielen fortgesetzt und beendet werden kann, wird im Amateur-Fussball mit allergrösster Wahrscheinlichkeit nicht mehr gekickt in dieser Spielzeit. Die Amateur-Liga und die 13 Schweizer Regionalverbände beantragen dem Zentralvortand des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) einstimmig, alle ihre Meisterschafts- und Cupwettbewerbe abzubrechen und zu annullieren, also nicht zu werten. Das würde bei den Männern alle Spiele der 2. Liga interregional bis zur 5. Liga, bei den Frauen ab der 1. Liga abwärts sowie alle Senioren- und Junioren-Spiele betreffen. Es stünde in der Region Wil also nur noch der FC Wil in der Challenge League im Einsatz. Bis Mitte kommender Woche will der Zentralvorstand des SFV entscheiden, ob effektiv abgebrochen wird.

Nach Ansicht der Amateur Liga (2. Liga interregional) und der Regionalverbände soll es keine Meister, keine Auf- und Absteiger und keine Cupsieger geben, wie am Samstag bekanntgegeben wird. Die Teilnehmer am nationalen Schweizer Cup sollen per Los aus den in den regionalen Cup-Wettbewerben übriggebliebenen Teams bestimmt werden. In der Region Wil dürften sich zwei Teams Hoffnungen machen, in die nationale Hauptrunde einzuziehen und dort einen Super-League-Klub zu empfangen. Es sind dies der FC Uzwil aus der 2. Liga interregional und der FC Zuzwil aus der 3. Liga. Beide haben 25 % Chancen, dass es mit der Cup-Qualifikation klappt. Im Falle des FC Zuzwil hätte der Abbruch sportlich aber auch ein weinendes Auge, liegt die Mannschaft von Trainer Petrit Duhanaj doch bei Saisonhälfte nur einen Punkt hinter Leader Tägerwilen auf Platz zwei und besässe gute Aufstiegschancen. Beim FC Uzwil hätte der Abbruch zur Folge, dass Trainer Sokol Maliqi ein würdiger Abgang verwehrt bliebe. Der Verein hat unlängst kommuniziert, den im Sommer auslaufenden Vertrag mit Maliqi nicht zu verlängern.

Späte Trainer-Debüts von Spescha und Maier

Mit einem blauen Auge käme der FC Bazenheid davon. Er verlor die letzten sechs Pflichtspiele des Jahrs 2019 allesamt und liegt in der 2. Liga interregional auf einem Abstiegsplatz klassiert. Der in der Winterpause engagierte neue Trainer Raffael Spescha würde somit erst nach den Sommerferien erstmals an der Seitenlinie der Toggenburger stehen. Das gleiche würde für Alessandro Maier zählen, der in der Winterpause das Fanionteam des SC Bronschhofen (2. Liga regional) übernommen hat.