Vor dem «Panetarium» an der Hauptstrasse in Bronschhofen steht seit dieser Woche eine grosse, grüne Abfallmulde. Am Freitagmittag war sie gut gefüllt mit Dingen, die nicht mehr gebraucht werden. Brötchen und Süssigkeiten werden derzeit keine verkauft. Es wird sofort ersichtlich: Ein Umbau ist in vollem Gang. Das «Panetarium» wird erneuert – und vor allem eine Postagentur integriert. Somit ist auch klar: Die Tage der nur wenige Meter entfernt liegenden Poststelle sind gezählt. Am 29. November wird das neue «Panetarium» wiedereröffnet. Wann genau die Umwandlung von Poststelle auf Postagentur erfolgt, steht aber noch nicht fest. «Aktuell laufen die Detailplanungen für die Inbetriebnahme der Filiale mit Partner, wovon auch der genaue Zeitpunkt der Umwandlung abhängt», sagt Postsprecher Mirko Gentina auf Anfrage von hallowil.ch.

Somit verliert Wil innerhalb von rund drei Jahren bereits die zweite von drei der klassischen Poststellen auf städtischem Gebiet. Im Herbst 2016 war die Post in der Altstadt geschlossen worden. Als Alternative gibt es seither eine Postagentur im «Spar» Rossrüti. Auch in Bettwiesen, Wuppenau und Tobel sind seit einiger Zeit Agenturen im «Volg» oder Dorfladen in Betrieb. Schweizweit sind in den vergangenen Jahren über 1000 solcher Partner-Lösungen entstanden. «Das Angebot der neuen Filiale mit Partner umfasst die täglich nachgefragten Postgeschäfte rund um Briefe und Pakete sowie Einzahlungen und den Bezug von Bargeld. Zusätzlich profitieren die Kunden von den attraktiven Öffnungszeiten des Filialpartners», sagt Gentina.

71 Prozent weniger Briefe also noch im Jahr 2000

Doch sind solche Umwandlungen wirklich nötig? Für die Post ist diese Frage mit einem klaren «Ja» zu beantworten. Seit dem Jahr 2000 ist die Anzahl Pakete am Schalter um 40 Prozent zurückgegangen, die Anzahl Briefe gar um 71 Prozent. Auch der Zahlungsverkehr wird nur noch rund halb so oft am Schalter erledigt wie noch zu Beginn des Jahrtausends. Die Post-Welt wird mobiler. «Bei der Filiale in Bronschhofen macht sich dieses Kundenverhalten ebenfalls bemerkbar. Die Post hat deshalb gemeinsam mit den Behörden eine Lösung für Bronschhofen gesucht und gefunden», sagt Post-Sprecher Gentina. Entlassungen gibt es keine.

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So hat hallowil.ch am 24.7. berichtet:

Die Poststelle in Bronschhofen gibt es womöglich nicht mehr allzu lange. Denn der Gelbe Riese überprüft diverse Niederlassungen auf ihre Wirtschaftlichkeit – auch in der Ostschweiz. Eine davon ist jene in Bronschhofen. Schon seit geraumer Zeit wird ein Partner gesucht, der eine Postagentur aufnehmen könnte. Nun dürfte die Lösung gefunden sein – und zwar nur wenige Meter vom aktuellen Standort entfernt ebenfalls an der Hauptstrasse: beim Panetarium. Dies vermeldeten vergangene Woche die «Wiler Nachrichten». Gegenüber hallowil.ch sagt Post-Sprecher Markus Werner: «Wir sind in Bronschhofen auf potentielle Partner für eine Postagentur zugegangen. Derzeit favorisieren wir eine Lösung mit dem Panetarium.»

Seit der Publikation des Zeitungsartikels hat das Projekt eine wichtige Hürde genommen. Denn gegen das Baugesuch für den Innenumbau sind keine Einsprachen eingegangen, wie Stadt-Wil-Sprecherin Cristina Roduner am Mittwoch auf Anfrage erklärte. Sie sagte: «Die Baubewilligung kann nun erteilt werden.»

Noch kein Zeitplan

Alles klar somit? Noch nicht ganz. «Der definitive Entscheid, wie das künftige Postangebot in Bronschhofen aussehen wird, ist noch nicht gefallen. Sobald es einen Entscheid gibt, werden wir die Öffentlichkeit informieren», sagt Markus Werner am Mittwoch gegenüber hallowil.ch Einen Zeitplan gebe es noch nicht. Dafür ist das Vorgehen für den möglichen Umbau bereits definiert. «Der Umbau wird von der Bäckerei Panetarium verantwortet. Wir stellen das Mobiliar und die technische Infrastruktur für den Betrieb des integrierten Postangebots zur Verfügung», sagt Post-Sprecher Markus Werner.

Laut den «Wiler Nachrichten» wird die Umbausumme auf 500'000 Franken geschätzt und es entstünden 14 neue Parkplätze. Um diese zu errichten, würden entlang der Bahnhofstrasse eine Stützmauer erstellt und das Gelände aufgefüllt.

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Sind die Tage dieser Poststelle in Bronschhofen gezählt? Vieles deutet darauf hin.