Beim 2:0-Sieg im Saison-Auftaktspiel gegen Winterthur liess der FC Wil am vergangenen Samstag zwar keinen Gegentreffer zu – und in der ganzen zweiten Halbzeit auch keine Torchance. Trotzdem machte die Partie deutlich, dass beim Bergholz-Klub gerade im Defensivbereich noch Handlungsbedarf besteht. Kein einziger Verteidiger sass auf der Ersatzbank. Hätte sich ein Defensivakteur verletzt oder einen rabenschwarzen Tag eingezogen, Trainer Konrad Fünfstück wäre ordentlich ins Rotieren gekommen. So erstaunte es nicht, dass dieser nach dem Spiel sagte, man müsse den Transfermarkt ganz genau im Auge behalten.

Nun sind die Wiler gleich doppelt fündig geworden. Mit Silvano Schäppi kehrt ein bekanntes Gesicht aufs Bergholz zurück. Nachdem sich dieser das Spiel gegen Winterthur von der Tribüne aus angeschaut hatte, trainierte er am Donnerstag bereits mit der Mannschaft. Nachdem Hallowil.ch den Transfer am Freitagmorgen angekündigt hatte, macht der Klub den Wechsel im Verlauf des Vormittags publik.

Verletzungshexe schlägt doppelt zu
Im vergangen Sommer hatte Schäppi den Schritt von Wil in die Super League zum FC Lugano gewagt. Dort konnte er sich aber nicht durchsetzen und es blieb bei 24 Einsatzminuten während des ersten Meisterschaftsviertels. Ende September wurde der Linksfüsser innerhalb der höchsten Liga an Thun ausgeliehen. Im Berner Oberland kam er sogleich im ersten Spiel gegen Luzern über die volle Distanz zum Einsatz, ehe die Verletzungshexe gnadenlos zuschlug. Wegen einer Oberschenkelzerrung verpasste Schäppi fast den ganzen Rest der Hinrunde und wurde in der Winterpause an Lugano zurückgegeben. Dort kam er während der Rückrunde nach einer Fussoperation zu keinem weiteren Einsatz. Der Vertrag in Lugano wurde nun im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst. In Wil unterschrieb Schäppi einen bis Sommer 2020 gültigen Zweijahreskontrakt.

Schäppi kehrt an jenen Ort zurück, wo er einst das Fussball-ABC erlernt hat. Im Sommer 2010 hatte er das Bergholz ein erstes Mal verlassen, um in der U18 und der U21 des FC Zürich Erfahrungen zu sammeln. In den Schweizer Nachwuchs-Nationalmannschaften kam er bis und mit Stufe U18 zu 25 Länderspiel-Einsätzen. Im Sommer 2014 kehrte Schäppi für drei Jahre nach Wil zurück und avancierte im Challenge-League-Team zum Stammspieler.

Gasser bringt Super-League-Erfahrung mit
Mit der Rückkehr Schäppis holen die Wiler Vereinsverantwortlichen einen weiteren «verlorenen Sohn» zurück. Schon Sandro Lombardi, Marko Muslin, Granit Lekaj, Ivan Audino und Michael Gonçalves waren nach Abstechern zu anderen Vereinen aufs Bergholz zurückgekehrt.

Für einen Einsatz am Samstag im Auswärtsspiel beim FC Schaffhausen dürfte es Schäppi mangels Spielberechtigung noch nicht reichen. Bis zum Heimauftritt gegen Servette am 3. August sollte diese aber vorliegen. In Schaffhausen bereits qualifiziert ist hingegen Cédric Gasser. Der 20-jährige wechselt innerhalb des Förderprogramms Future Champs Ostschweiz vom FC St. Gallen zu Wil und wird leihweise bis Ende Saison übernommen. Gasser kam in diesem Jahr mit den St. Gallern zu sieben Einsätzen in der Super League. Zweimal spielte er als Rechtsverteidiger über die volle Distanz.

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Der 20-jährige Cédric Gasser und FC-Wil-Geschäftsführer Benjamin Fust freuen sich auf die Zusammenarbeit.