Zuerst will er. Und dann plötzlich nicht mehr. Oliver Baumgartner wird nicht Wiler Stadtpräsident, obwohl er offizieller Kandidat ist – und bleibt. Diese Entscheidung sorgt für Verwunderung und auch Kritik. Rückblende: Im Mai hatte Oliver Baumgartner aufgrund einer Recherche dieses Portals exklusiv auf hallowil.ch angekündigt, Wiler Stadtpräsident werden zu wollen. Vergangene Woche bestätigte er dies und reichte seine Kandidatur offiziell ein. Am Donnerstagabend dieser Woche liess er dann die Bombe platzen und kommunizierte, nun doch nicht als Stadtpräsident oder auch Stadtrat zur Verfügung zu stehen. Die Meldung kam nur drei Tage nach dem Ende der offiziellen Meldefrist.

Dementsprechend zahlreich waren tags darauf die Reaktionen – bei Baumgartner selber, aber auch sonst in der Stadt. Vor allem der Zeitpunkt des Rückzugs sorgt für heisse Diskussionen. Hat der Unternehmer kalte Füsse bekommen? Oder hat das unsichtbare Komitee im Hintergrund Druck gemacht? Und wer gehört diesem Komitee überhaupt an? Einige Fragen sind offen. Oliver Baumgartner ist im hallowil.ch-Video-Interview Red und Antwort gestanden. Dabei geizt er nicht mit Kritik am jetzigen Stadtrat. «Es muss schwer etwas gehen in Wil», sagt er und nennt eine Reihe an Beispielen. Das ist denn auch der Grund, warum er sich überraschend zurückgezogen hat: Um eine Veränderung beim Stadtpräsidium herbeizuführen und den Weg frei zu machen für Kandidat Hans Mäder (CVP), der «zu 90 Prozent deckungsgleich ist wie ich». Oder anders formuliert, um Daniel Meili (FDP) und Dario Sulzer (SP) zu verhindern.

Im Video: Hier begründet Oliver Baumgartner den Rückzug - und teilt aus