Der Beitritt zum Zweckverband Seniorenzentrum Uzwil bringe für beide Partner Vorteile, erklärte Gemeindepräsident Stefan Frei. Jonschwil sichere sich so die nötigen Pflegeplätze, wie sie gemäss dem kantonalen Modell künftig zur Verfügung stehen müssten. Das Seniorenzentrum Uzwil verfüge nach dem Ausbau, der gegenwärtig im Gang ist, über die Kapazität zur Aufnahme von Bewohnern aus Jonschwil.

Gesellschaftlicher Wandel

Jonschwil war von 1973 bis 2005 Mitglied des Zweckverbandes Pflegeheim Wil. 2006 hat die Gemeinde eine Leistungsvereinbarung mit dem privaten Pflegeheim Dörfli in Schwarzenbach abgeschlossen. Auch unter Einbezug der drei gemeindeeigenen 2 ½-Zimmerwohnungen in der Überbauung Dörfli stehen Jonschwil ab 2025 nicht mehr genügend Pflegeplätze zur Verfügung. Zurzeit sind es 31 bis 34, für 2025 wird mit Plätzen in einer Bandbreite zwischen 43 und 65 gerechnet. Bei der aktuellen Bedarfsplanung wird davon ausgegangen, dass Menschen nicht mit 65, sondern erst mit 80 Jahren in eine betreute Wohnform wechseln. Das Pflegeheim wird erst in Erwägung gezogen, wenn es keine andere Möglichkeit mehr gibt.

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Die Mitglieder des Gemeinderates: René Bruderer, Gemeindepräsident Stefan Frei, Gabi Bühler, Bruno Näf, Klaus Broger und Schulpräsident Köbi Zimmermann. Yvonnne Neff fehlt krankheitshalber.


Tagespauschale entfällt

Jonschwil beteiligt sich mit 15 Prozent am Verband. Weil bisher alle Investitionen des Seniorenzentrums Uzwil aus dem Betrieb heraus getragen werden und auch der aktuelle Um- und Neubau ohne Steuermittel geplant ist, fallen für Jonschwil aus dem Beitritt keine Kosten an. Die Bewohner aus der Gemeinde werden aber den Tageszuschlag von 15 Franken für Personen ausserhalb des Zweckverbandes nicht mehr entrichten müssen. In der Verbandskommission wird Jonschwil einen von acht Sitzen und in der Heimkommission einen von vier Sitzen bekommen.

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Gemeindepräsident Stefan Frei vermittelte den 193 Stimmberechtigten (7,5 Prozent) eine Fülle von Informationen.


Steuerfuss sinkt um 2 Prozent

Die Jahresrechnung 2018 schliesst mit einem Gewinn von 553‘000 Franken ab. Das Budget hatte ein Defizit von 234'300 Franken vorgesehen. Der Gewinn wird für zusätzliche Abschreibungen im Betrag von 438‘000 Franken und für eine Erhöhung des Eigenkapitals um 115‘000 Franken verwendet. Das Eigenkapital beläuft sich auf 1,44 Millionen Franken. Für 2019 hat der Gemeinderat der Bürgerversammlung eine Senkung des Steuerfusses von 137 auf 135 Prozent vorgeschlagen. Das Eigenkapital-Polster reiche aus, um allfällige Defizite in den kommenden Jahren aufzufangen, argumentierte Gemeindepräsident Frei. Jonschwil sei bestrebt, ins kantonale Mittelfeld vorzurücken. Das Budget 2019 rechnet mit einem Verlust von 182‘200 Franken. Die Stimmberechtigten haben die Rechnung und das Budget mit der Reduktion des Steuerfusses um 2 Prozent einstimmig genehmigt.

Ungewisse Schützen-Zukunft

Im Budget sind 100'000 Franken für die Sanierung der Schiessanlage enthalten. Der Präsident des Militärschützenvereins Jonschwil hatte auf die mögliche Auflösung seines Vereins infolge Mitgliederschwundes aufmerksam gemacht. Weil es auch einen Schwarzenbacher Schützenverein gibt, hat er von einem Antrag auf Verzicht der Sanierung abgesehen.

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Die neue Primarschule Schwarzenbach – Kostenpunkt fast 20 Millionen Franken, Baubeginn war vor einem Monat – wird einige Jahre im Schwerpunkt der Aufmerksamkeit bleiben.


Rechtfertigung für Präsidentenlöhne

«Wie rechtfertigen Sie Ihren Jahreslohn in der Höhe von 184'000 Franken, und wie jenen halb so grossen für den Schulpräsidenten im Halbamt?», fragte in der allgemeinen Umfrage Jakob Trümpy den Gemeindepräsidenten Stefan Frei. Gemeinderat Bruno Näf stellte fest, dass die Jonschwiler Löhne den Quervergleich mit anderen Gemeinden nicht zu scheuen brauchten. Die Ämter verlangten einen überdurchschnittlich grossen und zeitintensiven Einsatz. Es seien viele Überstunden zu leisten, welche finanziell nicht abgegolten würden. Stefan Frei vertrete die Gemeinde in zahlreichen regionalen und kantonalen Gremien. Externe Sitzungsgelder flössen vollumfänglich in die Gemeindekasse. Stefan Frei führte seinerseits das Pensum und die Verpflichtungen von Schulpräsident Köbi Zimmermann an.

70 Mitarbeitende im Spitex-Verein

In der Reihe der Vorstellungen von regionalen Organisationen war zu Beginn der Bürgerversammlung der Verein Spitex Region Uzwil an der Reihe. Auf den 1. Januar 2019 haben sich acht Gemeinden mit einem Einzugsgebiet von 38'000 Einwohnern zusammengeschlossen. Rund 70 Mitarbeitende betreuen aktuell etwa 370 Personen. Der Jahresumsatz beläuft sich auf 4,4 Millionen Franken.

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Bundesrätin Karin Keller-Sutter besitzt das Jonschwiler Bürgerrecht. Ihr zu Ehren und in ihrer Anwesenheit wird am Samstag, 29. Juni um 11 Uhr auf dem Schulhausplatz Jonschwil gefeiert.