Roger Eberhard, Administrator der Internet-Seite ‘Du bisch vo Jonschwil’, hat mit seinem Freund Michael Dönni ein langes Interview geführt. Hallowil hält wichtige Stationen des 2017 erfolgten Ausstiegs des Auswanderers fest.

Die Vorgeschichte ist die eines erfolgreichen Mitarbeiters des Uzwiler Weltkonzerns Bühler. 20 Jahre lang war Michael Dönni im Dienst der Firma. Glücklich und zufrieden, wie er selbst festhält. Er habe viel lernen und vieles auf der Welt entdecken und erleben können. Geschäftlich war er in den USA und in Kanada tätig, auch zwei Jahre in Südkorea und ein Jahr in China.

2017 aber, mit 37 Jahren, hatte Michael Dönni eine Lebenskrise: «Ich benötigte einen Neustart», sagt er, «ich wollte unabhängig und frei von Druck sein, das ‘Hamsterrad’ verlassen und mich neu orientieren.» Heute bezeichnet er es als Glück, damals diesen Entscheid getroffen zu haben.

Südamerika als Ziel

Beim Überlegen, wohin seine Reise führen solle, habe er sich rasch für Südamerika entschieden. Auf diesem Halbkontinent sei er vorher noch nie gewesen. Sein Weg hat aber nicht auf direktem Weg nach Kolumbien geführt. Erste Station war Brasilien. Nach dem Flug nach Sao Paulo reiste er zu einem Freund nach Manaus an den Amazonas und half ihm bei der Planung einer Solaranlage. Der intensive Kontakt mit der Natur habe ihm sehr gut getan, aber bald habe es ihn in die Zivilisation zurückgezogen. Das bedeutete aber nicht Rückkehr in die Heimat. Er hat sich ein Flugticket nach Cartagena in Kolumbien gekauft. Dort hat er mit dem Spanischunterricht begonnen und es sich im Übrigen gut gehen lassen. Kitesurfing war sein Zeitvertreib. Er hat auch eine Kite-Safari in die Wüste von Kolumbien, nahe an der venezolanischen Küste, unternommen. Anschliessend hat er mit einem Schweizer Kollegen Kolumbien bereist und ist schliesslich nach Manizales ins Zentrum der Andenregion gekommen.


Schicksalhaftes Geburtstagsfest

In Manizales hat Michael Dönni seinen Kollegen zu einer Geburtstagsparty begleitet. Hier erfuhr er, dass es schicksalshafte Begegnungen gibt. An diesem Fest lernte er Valentina kennen. Schnell sei ihm klar geworden: «Valentina ist meine Frau fürs Leben. Sie ergänzt mich perfekt.» Im Februar 2020 haben die beiden geheiratet. Valentina arbeitet als Richterin für Zivilrecht im Stadtzentrum von Manizales. Ihr Wohnhaus liegt an ruhiger Lage etwas ausserhalb der Stadt. Michael Dönni hat das Haus renoviert und dessen Umgebung neu gestaltet. Auf dem Grundstück wachsen unter anderem Bananen, Mango, Papaya, Mandarinen und Avocado. Und das, obwohl Manizales auf einer Höhe von 1'800 Metern über Meer liegt.

Bande nicht abgebrochen

In diesem Jahr wird sich Michael Dönni nach einer Arbeitsstelle umsehen. Die Schweiz ist für ihn aber nicht abgeschrieben. So hat er Weihnachten/Neujahr 2019 zusammen mit Valentina in Jonschwil verbracht. Dabei haben sich die beiden verlobt. Die geplante Reise in die Schweiz ein Jahr später ist durch Covid verunmöglicht worden. Wenn möglich will er mit seiner Frau auch mal Sommerferien in der Schweiz verbringen.