Die Zuckenrieter Katholiken feierten das Patrozinium des Kapellpatrons Sankt Georg. Den Festgottesdienst leitete Kaplan Karl Wenzinger. Zum Patrozinium ihres Kapellpatrons Sankt Georg versammelten sich die Zuckenrieter und einige auswärtige Gäste in der festlich geschmückten Kapelle. Der feierliche Einzug des Seelsorgers, der Mesmerin, der Ministranten und der Lektorin wurde vom Johanneschor Niederhelfenschwil mit dem ersten Lied „D’Mensche, wo im Finschtere wohned“ der Mundartmesse „Juchzed und singed“ von Peter Roth umrahmt. Nach dem beeindruckenden Gottesdienst offerierte die Verwaltung der Kapellgenossenschaft einen Apéro, der von der jungen Brass Band Zuckenriet musikalisch bereichert wurde.

Volkstümliche Klänge
Der Johanneschor unter der Leitung von Bernhard Zingg gestaltete den Gottesdienst mit der Toggenburger Messe „Juchzed und singed“ massgeblich mit. Die zwölf volkstümlichen Lieder der Messe mit den gefühlvollen Texten setzten besondere Akzente im festlichen Gottesdienst. Der Johanneschor wurde von der Organistin Antonia Widmer und dem jungen Hackbrettspieler Emanuel Krucker begleitet. Der Komponist Peter Roth stattete die bekannte Mundartmesse nicht nur mit wunderschönen Melodien aus, sondern verband diese mit eindrücklichen und tiefsinnigen Texten. Einzelne Lieder wurden vom Volk mitgesungen. Jubilierende, beschwingte Klänge wechselten ab mit zarten, ruhigen Piani. Mit Applaus würdigten die Gottesdienstteilnehmenden nach dem Schlusslied „De Himmel und d’Erde juchzed voll Freud, jubled und singed voll Dankbarkeit“ die bravouröse Leistung des Chors und der Instrumentalisten.

Begeisterung für die Musik
Der Hackbrettspieler Emanuel Krucker ist in der Gemeinde kein Unbekannter. Schon mehrmals bereicherte er auf seinem Lieblingsinstrument zusammen mit dem Chor Messen und Andachten. Er ist der Sohn von Ingrid Krucker, die als beliebte Pastoralassistentin in der Gemeinde Niederhelfenschwil wirkte und mit ihrer Familie von 1992 bis 2000 im Pfarrhaus Lenggenwil wohnte. Dort besuchte er auch den Kindergarten, bevor die Familie nach Bichwil umzog. Der 24-jährige Musikstudent nahm nach der Matura am Gymnasium Friedberg Gossau und einem Zwischenjahr sein Musikstudium auf. Er schliesst in wenigen Monaten an der Hochschule Luzern mit dem Bachelor in Volksmusik ab. Sein Hauptfach ist das Hackbrett. Später will er als Musikpädagoge junge Menschen unterrichten.

Verwurzelt im Glauben
In seiner Predigt bezog sich Karl Wenzinger auf das bildhafte Johannes-Evangelium, in dem Jesus zu seinen Aposteln sagte, dass er der wahre Weinstock sei, an dem die Rebe Frucht trage. Die Kraft für das Leben komme aus der Rebe, wie Jesus in seiner Bildrede betone. Er machte sich auch einige Gedanken über die tiefgründigen Liedtexte der Mundartmesse, in denen von Trost und Vergebung gesungen wurde. Die Zuwendung Gottes komme im geistigen Sinn in der Gnade zum Ausdruck. Der heilige Georg habe die Gnade des Martyriums erfahren dürfen, sagte der Prediger. Um Georg ranken sich viele Legenden, die historisch kaum belegt sind.