Selina Mauchle ist 26 Jahre alt, hat 2017 das Bachelor-Studium in Sozialer Arbeit an der FHS St.Gallen abgeschlossen und seither bereits in der kirchlichen Jugendarbeit gearbeitet und erste Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt. Ihre soziale Haltung zeigt sich in allen Tätigkeiten und Einsätzen die sie seit ihrer Jugendzeit im Lebenslauf ausweist.

Angefangen bei der Leiterfunktion im Blauring Andwil-Arnegg über Freiwilligenarbeit bei AFS, einer international tätigen, gemeinnützigen Freiwilligenorganisation, bis zum Vorpraktikum im Durchgangsheim für Asylsuchende in Belgien.

Positives Bild der Kirche vermitteln
Kurz bevor sich Selina auf die Reise nach Irland machte, um einerseits ihr Englisch zu verbessern und andererseits mit Rucksack und öffentlichen Verkehrsmitteln durch das Land zu reisen, erzählte sie von ihren Beweggründen, sich für die Stelle in der katholischen Kirchgemeinde Henau-Niederuzwil zu bewerben. «Das Arbeitsfeld passt einerseits von meinem Alter her und andererseits interessiert mich die Zielgruppe. Die kirchliche Jugendarbeit reizt mich besonders, weil es eine Herausforderung sein wird, an die Jugendlichen heranzukommen, Lebens- und Glaubensfragen jedoch tiefgründiger diskutiert werden können.

Die Kirche ist noch vielfach mit Vorurteilen besetzt und ich möchte ein positives Bild von der Kirche vermitteln.» Sie selber ist erst mit ihrer ersten Stelle in Rapperswil-Jona, wo sie als Jugendarbeiterin die offene Jugendarbeit aufgebaut hat und den Jugendtreff leitete, näher zur Kirche gerückt. «Ich habe selber viele Fragen, bin vielem gegenüber kritisch eingestellt und genau das war der Grund, warum es mich gepackt hat. Ich will jungen Erwachsenen die Kirche näher bringen. Sie sollen zum Beispiel verstehen, warum sie sich firmen lassen», erklärt sie.

Eine weitere Ausbildung absolvieren
Die Mitverantwortung auf dem Firmweg wird eine ihrer neuen Aufgaben in der katholischen Kirchgemeinde Henau-Niederuzwil sein; zudem die offene Jugendarbeit und später der Unterricht im Fach ERG Kirche (Ethik, Religionen und Gemeinschaft) an der Oberstufe. Dafür wird Selina Mauchle zuerst eine zusätzliche Ausbildung absolvieren. Sie wohnt in St.Gallen, ist in Andwil aufgewachsen, fühlt sich in der Region wohl.

Weil sie weiterhin in St.Gallen wohnen wird, ist Niederuzwil für sie gut erreichbar. Dass sie keinen theologischen Hintergrund hat, findet sie positiv. «Das ermöglicht mir einen anderen Blickwinkel.» Sie orientiert sich in erster Linie an christlichen Werten. «Jesus hat uns vorgelebt, wie wir mit Menschen umgehen sollen. Er hat die Menschen so genommen, wie sie sind», sagt sie. Für sie kommt diese Einstellung vor festen Formen und Abläufen. In Taizé hat sie ihre spirituelle Seite entdeckt. Die Jugendlichen, die Menschen, stehen bei ihr an erster Stelle. «Die Kirche ist eine soziale Institution und davon muss man berichten und zeigen, was sie macht», ist die junge Sozialarbeiterin überzeugt.

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Ressortleitung Jugend

Selina Mauchle wird zusätzlich zur ihren Aufgaben in der Kirchgemeinde Henau-Niederuzwil beauftragt, das Ressort Jugend der ganzen Seelsorgeeinheit zu übernehmen. Was das genau heisst, beantwortet Pius Böhi, Mitglied des Kirchenverwaltungsrates Henau-Niederuzwil und zuständig für die Jugendarbeit: «Die Ressortleitung beinhaltet die Koordination mit dem Dekanat, Bistum und den benachbarten Seelsorgeeinheiten. Zusammen mit dem Pastoralteam ist sie verantwortlich, dass Jugendarbeit in allen Pfarreien ein Thema ist.

Die Stellenprozente für diese Aufgabe werden über die Seelsorgeeinheit abgerechnet, ansonsten wird Selina Mauchle von der Kirchgemeinde Henau-Niederuzwil angestellt. Ihre weiteren Aufgaben sind vielfältig. Sie wird sich mit den Beratungsstellen der Schule, der Gemeinden und des Dekanats vernetzen. Ausserdem trägt sie Mitverantwortung bei verschiedenen Kinder- und Jugendprojekten; seien es Anlässe, die Romreise der Ministranten oder das Bibelfest. Dazu kommen beispielsweise katechetische Projektnachmittage, Exkursionen oder Wochenende und Einzelgespräche mit Jugendlichen. Ein neues Projekt ist der Aufbau eines Angebots nach der Firmung.»