hallowil.ch: Timo Räbsamen, wie sehr haben Sie daran geglaubt, als erster Juso-Politiker der Geschichte ins Wiler Stadtparlament gewählt zu werden? 
Wir alle haben bis am Schluss darauf gehofft. Aber als es feststand, war ich schon überrascht. Ich dachte, es würde knapp nicht reichen. 

hallowil.ch: Was bedeutet Ihre Wahl für Wil? 
Ich sehe es als klares Zeichen dafür, dass eine junge, radikal linke Stimme in der Politik auch in Wil gewollt ist. Wir sind jetzt nicht mehr nur irgendwelche Linke, sondern haben eine demokratische Legitimation, uns für unsere Ziele stark zu machen. 

hallowil.ch: Welche Ziele?
Ich werde mich für die Themen einsetzen, die wir auch im Wahlkampf transportiert haben: eine vielfältige Kultur, günstigen Wohnraum und dafür, dass Wil bis 2030 klimaneutral wird. 

hallowil.ch: Sie sagen, radikal linke Politik machen zu wollen. Wie sehen Sie Ihr Verhältnis zur SP? 
Natürlich werde ich mit der SP-Fraktion arbeiten – für ihre Positionen und wahrscheinlich auch als Teil davon. Genauso will ich aber auch eine eigene Position links von der SP stark machen und zum Beispiel mit Meret Grob von den Jungen Grünen, die ebenfalls neu gewählt wurde, zusammenarbeiten. 

hallowil.ch: Werden Sie versuchen, die Wiler SP nach links zu ziehen? 
Wir wollen schon auch der rote Stachel im Hintern der SP sein. (lacht)

hallowil.ch: 2018 haben rechte Fans des FC Wil eine Feier der Juso im Hof zu Wil angegriffen. «Ihr Jusos seid hier nicht willkommen», war eine der Parolen. Wie gross ist die Genugtuung, nun ins Wiler Stadtparlament einziehen zu können?
Der antifaschistische Kampf wird nicht in Stadtparlamenten gekämpft, sondern auf der Strasse, an Demos, bei Blockaden von Rechtsradikalen. Als Stadtparlamentarier wird mich das nicht so sehr beschäftigen. Als Aktivist, der auch auf die Strasse geht, aber sehr wohl.