Die Juso ist entsetzt darüber, dass heute noch solche Bücher verwendet und so gegenüber den Schüler Worte wie «Neger» verharmlost werden. Betrachte man die jahrhundertlange Geschichte von Kolonialismus und Rassismus, so sei unverständlich, wie ausgebildeten Lehrpersonen so etwas nicht auffallen könne. «Wir fordern, dass der Vorfall mit den Schülern besprochen wird und sie so auf das Thema Rassismus sensibilisiert werden», sagt Anna Miotto, Vorstandsmitglied der Juso Wil-Toggenburg. Und weiter: «Rassismus wird in der Schule viel zu wenig thematisiert und in diesem Falle sogar gefördert.»

Auch über die Reaktion der Schulleitung ist die Juso alles andere wie erfreut. Anstatt zu benennen, dass es sich um problematische Bücher handle, sagte sie nur, dass das Buch «ein gewisses Alter» erreicht habe, schreibt die Juso Wil-Toggenburg am späten Dienstagabend in einer Mitteilung. Weiter werde zwar erwähnt, man überprüfe im nächsten Jahr alle Schulbücher. Davon, dass das Buch sofort nicht mehr verwendet werde, sei aber keine Rede. «Einmal mehr sehen wir, wie Rassismus verharmlost wird und die Institutionen des bürgerlichen Staates ihn stützen, anstatt ihn klar zu benennen und aktiv zu bekämpfen», sagt das Wiler Juso-Mitglied Timo Räbsamen. (pd/red)