Bischof Clemens Pickel aus dem russischen Saratow weilt zwischen dem 30. Mai und 2. Juni 2019 auf Einladung von «Kirche in Not» in der Schweiz. In Dussnang feiert er folgenden Gottesdienst: Freitag, 31.05.2019, Kirche, Maria Lourdes Hl. Messe um 9.00 Uhr, Anschliessend Begegnung im Stöckli.

Bischof Pickel wird in der der Predigt auf die aktuelle Situation in seinem Bistum und in ganz Russland eingehen und erklären wie das «Kirche in Not» vor Ort hilft.

Bischof von 21'500 Katholiken

Clemens Pickel, geboren 1961 im deutschen Bundesland Sachsen, wurde bereits im Alter von 36 Jahren zum Bischof von Südrussland geweiht. Seit 2017 amtet er zudem als Vorsitzender der russischen Bischofskonferenz.

Seine Diözese St. Clemens mit Sitz in Saratow ist mit 1,4 Millionen Quadratkilometern rund 35 Mal grösser als die Schweiz. In diesem Bistum leben 21 500 Katholiken und es wirken 50 Priester aus 14 verschiedenen Ländern sowie 69 Ordensschwestern- und Brüder aus 21 unterschiedlichen Staaten. Vier Priester und 19 Ordensschwestern sind russische Staatsangehörige.

Engagement für die Jugend

In den abgelegenen Dörfern Russlands werden die jungen Menschen mit einer äusserst schwierigen Situation konfrontiert. Viele von ihnen leben bei Temperaturen von -40 Grad auf der Strasse. Die Kriminalität ist hoch und überall, wo die Priester und Schwestern hinkommen, treffen sie auf Trostlosigkeit. Armut, Alkohol und Prostitution gehören zum Alltag. Selbst Kinder kommen betrunken zur Schule. Krankheiten wie Tuberkulose sind aufgrund mangelnder Ernährung weit verbreitet und jeden Tag infizieren sich Menschen mit dem HIV-Virus.

“Wegen der hohen Arbeitslosigkeit besteht grosse Gefahr, dass die Mädchen in die Prostitution abgleiten, während sich die jungen Männer mit selbst gebranntem Schnaps betrinken. Wir versuchen ihnen über diese schwierige Zeit hinwegzuhelfen und ihnen eine Berufsausbildung zu vermitteln“, erklärt Bischof Pickel sein Engagement für die Jugend.

Doch die Situation bleibt herausfordernd, denn je länger die Krise anhält, desto mehr Menschen leiden darunter. Der ganze Staat steckt seit dem Jahr 2014 in einer grossen Wirtschaftskrise aufgrund des Abbröckelns des Erdölpreises und der Wirtschafssanktionen des Westens als Antwort auf die Annexion der Krim.

Zwei junge Seminaristen besuchen einen Mann im Altersheim (Bild: Kirche in Not»)
Eine über 1000jährige Kirche im Kaukasus (Bild: Kirche in Not»)

Auf ausländische Hilfe angewiesen

„Die katholische Kirche in Russland ist klein und eine Kirche der Armen. Ich habe aber die Hoffnung, dass es mit der katholischen Kirche in Russland aufwärts geht. Diese Hoffnung beruht zu einem grossen Teil auf der Jugend, denn die jungen Menschen möchten wirklich glauben und aktive Christen sein“, ist Bischof Clemens Pickel überzeugt.

Seit vielen Jahrzehnten engagiert sich «Kirche in Not» im Osten Europas und will auch weiterhin seinen Brüdern in ihrer Armut beistehen. Priester und Schwestern erhalten dringend benötigte Existenzhilfe oder ein Fahrzeug, um weit entfernt lebende Gläubige besuchen zu können. «Kirche in Not» hat der Kirche in Russland jährlich mehr als CHF 2 Mio. zur Verfügung gestellt, auch für den Bau und die Renovation von Kirchen, Priesterseminaren und Schulen, für die Ausbildung von Priestern und Schwestern und für die Förderung christlicher Literatur und religiöser Medien. 

Spenden mit dem Vermerk «Südrussland» können gerichtet werden an:
Cysatstrasse 6, 6004 Luzern, Telefon 041 410 46 70
E-Mail: mail@kirche-in-not.ch; Internet: www.kirche-in-not.ch
Konto PC 60-17200-9; IBAN 55 0900 0000 6001 7200 9