Am Samstag, 1. September 2018 meldet sich die Galerie zur alten Bank mit einer vielseitigen, sehenswerten und ausdrucksstarken Doppelausstellung aus der Sommerpause zurück: Virginia Garcia Costa zeigt ihre Öl- und Acrylbilder sowie die sogenannten «Wall-Sculptures», während Urs-Antoine Stöckli seine Holz-Skulpturen und Messing-Plastiken der Öffentlichkeit präsentiert.

Talent früh erkannt
Virginia Costa wurde 1971 in einem kleinen Dorf in Argentinien geboren. Schon früh erkannte der Vater ihre künstlerische Begabung und förderte das kleine Mädchen. Durch den Umzug der Familie nach Buenos Aires verlor es die Malerei jedoch aus den Augen. Erst an der Universität, an welcher Virginia Costa ihr Diplom in Betriebswirtschaft erlangte, nahm sie nebenbei das Studium zur realistischen Ölmalerei wieder auf. Nachdem die Künstlerin ihren heutigen Schweizer Ehemann während eines Sprachaufenthalts in Australien kennengelernt hatte, zog es sie in die Schweiz. Zeit und Motivation ihre Kunst zu schaffen, hat Virginia Costa erst seit 2010 neben ihrer Mutterrolle – durch deren Gefühle sie zum Malen animiert wurde.

Thematische Ölbilder
Neben der erfrischenden, fotorealistischen Ölbildserie «Agua», in der man sich im Zentrum des Bildes zu befinden scheint und das kühle Nass förmlich spüren kann, zeigt Virginia Costa ihre neuste Bilder-Reihe unter dem Titel, «Nuevos Elementos», welche auf dem «Magischen Moment» basiert. «Oft verliere ich meinen Blick in einem gewöhnlichen Objekt bis Licht und Schatten unerwartete Wege und Räume andeuten. Weil diese Momente einzigartig und unwiederholbar sind, weckt sich in mir das Bedürfnis, diese Konstellation auf Leinwand festzuhalten», erklärt die Künstlerin. Aber auch ihre vom klassischen Impressionismus geprägten Landschaftsbilder, in welchen immer wieder neue Silhouetten Gestalt annehmen, lassen den Betrachter verweilen.

Vielseitig bewandert
Mit der Acryl-Bild-Serie «Colours», welche von einer klar strukturierten farbenfrohen Linienführung lebt, spricht die Künstlerin Pop-Art-Liebhaber an. Auf die beeindruckende Idee der sogenannten «Wall-Sculptures» kam Virginia Costa durch ihren Sohn, der unbeabsichtigt eine Leinwand kaputt gemacht hat. «Ich wollte sie nicht wegwerfen», erzählt sie. «So habe ich die Leinwand mit speziell verarbeiteten Holzteilchen bestückt, die aus der Rinde einer Eichenart geschaffen sind. Je nach Perspektive verleiht das Relief dem Werk durch die Einwirkung von Licht und Schatten einen neuen Charakter.»

Auszeichnungen und Emotionen
Virginia Costa wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. Viele Ihrer Werke haben auf der ganzen Welt verteilt ein neues Zuhause gefunden. «Hinter jedem Werk stecken viele Emotionen. Viele Stunden Leidenschaft aber auch Frustration. Die grösste Anerkennung für unser Schaffen ist, wenn sich jemand dafür entscheidet sein Leben mit einem unserer Werke zu verbringen». Da sind sich Virginia Costa und Urs-Antoine Stöckli einig.

Ein abgeschlossenes Projekt ist mit Wehmut verbunden
«Ich gehe in meinem Tun auf – es entsteht eine Bindung zum Objekt das man schafft. Wenn ich einer Skulptur den letzten Feinschliff gegeben habe, stimmt es mich traurig», sagt der feinfühlige, seit 3 Jahren in Hosenruck/Wuppenau lebende, Urs-Antoine Stöckli.

Neues wagen
Der 1960 in Zug geborene und aufgewachsene Künstler besuchte einst die Kunstgewerbeschule und absolvierte die Meisterprüfung zum Buchoffsetdrucker. Obwohl sein beruflicher Werdegang von der Druckindustrie über die Werbegrafik bis zum Marketingkoordinator und Produktionsleiter immer einen kreativen Bezug hatten, innere Zufriedenheit gab ihm auch seine Kaderstelle nicht. «1997 beschloss ich deshalb, meine Arbeit aufzugeben und mich ganzheitlich meiner Berufung – dem Kunstschaffen – zu widmen», erzählt Urs Stöckli.

Fantasievoller Allrounder
Nach und nach entwickelten sich die künstlerischen Werke des forschenden und experimentellen Künstlers in den 3-dimensionalen Bereich. Waren es anfangs Bilder in Mischtechnik, so kamen Skulpturen und Plastiken in unterschiedlichsten Materialien dazu. Autodidaktisch, ausgerüstet mit seinen Sinnen, hat sich Urs Stöckli zum Allrounder gebildet. Sogar die Werkzeuge für sein Schaffen hat er zum Teil selbst konstruiert. Bereits nach wenigen Jahren waren die Werke des Künstlers an zahlreichen, namhaften Ausstellungen zu sehen, dies hat sich bis heute fortgesetzt.

Eine Gabe
Urs Stöckli realisiert aus dem Herzen heraus, wird von seiner Intuition und Sensibilität geführt. Dies widerspiegelt sich besonders in seinen phänomenalen, fliessenden und lebendigen, zum Teil mit dem Licht spielenden Holzskulpturen aus einheimischem Holz, die unter seiner Hand wie von selbst «wachsen». «Schon als Kind habe ich es geliebt, mich im Wald aufzuhalten. Die Natur inspiriert mich. Manchmal sehe ich einen Baum und es entsteht sogleich eine Idee oder auch umgekehrt. Die Vorstellung, die in meinem Kopf ist, «zeichne» ich direkt mit der Motorsäge in den Holzstamm», erklärt Urs Stöckli. Die Harmonie und der Schwung in seinen Skulpturen sind sein Markenzeichen. Dies zeigen auch die Bronzeplastiken, welche er in seinem neusten Projekt anfangs dieses Jahres im Ausland während 6 Wochen schuf. In vielen aufwendigen Arbeitsschritten, die aufgrund des häufigen Umdenkens ein enormes Vorstellungsvermögen erfordern, hat der Künstler eindrückliche Plastiken mit eindeutiger Stöckli-Note gegossen.