Kunsthalle Wil

huber.huber realisieren für ihre Solo Show „die Route wird neu berechnet“, in der Kunsthalle Wil, eine raumgreiffende Installation aus Objekten, Skulpturen und Fotografien und Collagen welche die Geschichte des Automobils im Spannungsfeld Mensch-Technik-Umwelt-Natur thematisiert.

Es gibt kein technisches Vehikel, dass so Einfluss auf die Kunst genommen hat wie das Auto. Wurde das Mobil von den Futuristen gefeiert, kam in den späten 70igern eine wachsende Skepsis auf, gegenüber dieser technischen Errungenschaft. Gerade in den aktuellen Debatten erfährt das Auto eine wachsende Ablehnung, trotzdem ist da immer noch diese Faszination für Technik, Maschine, Tempo und Statussymbol. „Die Route wird neu berechnet“ ist einerseits ein bekanntes Zitat aus dem dem Navigationssystem des Automobils andererseits kann es auch ein Ausruf für ein Umdenken sein, welche die Künstler fordern. In Ihrer poetisch-ästhetischen Gesamtinstallation verdeutlichen sie mit skurrilen künstlerischen Gegenu?berstellungen diese Ambivalenz - wie gewohnt von huber.huber mit Ironie und Tiefgang.

In der Vergangenheit haben sich huber.huber in einigen ihrer Arbeiten indirekt mit dem Thema „Auto“ auseinandergesetzt. Zu erwähnen ist hier die Skulptur Findling (2010), fu?r die sie einen fast drei Tonnen schweren Gneis-Findling mit einem der teuersten Autolacke auf dem Markt lackierten liessen. Aber auch in dem fotografischen Werk tauchen bei huber.huber immer wieder Autos, Autoteile oder Spuren davon auf. Zum Beispiel in der Fotoarbeit „STAUB“ (2020) mit Pflanzen an Strassenrändern, die durch den aufgewirbel- ten Staub der durchfahrenden Autos fast versteinert wirken. In der Arbeit „the world will be hotter“ (2015) haben huber.huber Frontscheibenabdeckungen im Autoinnern fotografiert. Die Abdeckungen sollen Sonnenstrahlung abhalten, um das Überhitzen des Innenraumes zu vermindern. Früher sah man diese Abdeckun- gen vor allem in südlichen Ländern. Mit den immer heisser werdenden Sommermonaten, sind sie aber auch bei uns mehr und mehr anzutreffen.

Im Spannungsfeld Mensch-Umwelt, in dem sich die Arbeit der beiden Künstler bewegt, drängt sich das Thema der Klimaerwärmung auf. Der Verkehr ist für fast 30 Prozent der gesamten CO2-Emissionen der EU verantwortlich, von denen 72 Prozent auf den Straßenverkehr entfallen.

Für die Ausstellung „Die Route wird neu berechnet“ zeigen huber.huber vorwiegend Arbeiten, die sie extra für die Räume der Kunsthalle Wil erschaffen haben.

  • Vernissage: 5. November, 16 Uhr
  • Abendführung mit Artist-Talk: 17. November, 19 Uhr