Die Äbtestädter Fussballer vermochten an diesem nasskalten Abend die mitgereisten Fans kaum zu erwärmen. Sie liessen lange jene Tugenden vermissen, die sie im vergangenen Herbst stark gemacht hatten. Hinten waren die Wiler zu anfällig, vorne zu harmlos. Sie luden den Gegner mit individuellen Fehlern richtiggehend zum Toreschiessen ein. Kurzum: Es fehlte so einiges, um erfolgreich ins neue Jahr starten zu können.

Kam dazu, dass der FC Aarau mit einer starken Leistung auftrumpfte und seine Ambitionen unter Beweis stellte. Die Partie lief auch für die Gastgeber. Zwar hatten die Wiler durch Ivan Audino bereits in der Startminute die erste Halbchance. Wirklich gefährlich wurde es aber zwei Zeigerumdrehungen später auf der anderen Seite. Neuzugang Dominik Schmid, der als Verteidiger ran musste, kam gegen Marco Schneuwly nicht in den Zweikampf und musste dem Routinier das Aarauer Führungstor zugestehen. Schon zuvor hatten es die Wiler unterlassen, die Szene zu klären.

Neumayrs Kunstschuss

Dieser Kaltstart schien die Wiler zu verunsichern, so dass sie den Aarauern das Spieldiktat vorübergehend überlassen mussten. Just als man das Gefühl hatte, die Sturm-und-Drang-Phase der Gastgeber sei überstanden, erhöhten diese auf 2:0. Nachdem Fuad Rahimi den Ball unbedrängt an Schneuwly verloren hatte und sich nur noch mit einem Foul an diesem zu helfen wusste, setzte Neuzugang Markus Neumayr zu einem Kunstschuss an. Von der linken Seite und nahe der Grundlinie zirkelte er den Freistoss via Pfosten direkt ins Tor.

 
Im Video: Die Höhepunkte des Spiels. (Quelle: www.sfl.ch)

Die guten Wiler Vorsätze für die zweite Halbzeit wurden im Keim erstickt, auch wenn die Gäste nun etwas aktiver waren. Die Aargauer waren weiterhin das bessere Team und kamen verdientermassen zum 3:0. Ismajl Beka, der zur Pause den Rot-Gefährdeten Fuad Rahimi ersetzt hatte, leistete sich im eigenen Strafraum ein unnötiges Foul an Varol Tasar, womit es erstmals in dieser Saison einen Penalty gegen die Wiler gab. Olivier Jäckle verwandelte souverän und verlud Goalie Zivko Kostadinovic. Trotz drei Gegentoren war der Torhüter der beste Wiler an diesem Abend – was auch einiges aussagt.

Silvio: 5 Tore, 4 Mal Torumrandung

Erst als die Aargauer in der Schlussphase Tempo aus dem Spiel nahmen und gleich mehreren Akteuren eine Applaus-Auswechslung gegönnt wurde, fanden die Wiler den Tritt und schrieben doch noch an. Nachdem Nias Hefti gleich vier Aarauer ausgetanzt hatte, landete der Ball via Andelko Savic beim Ex-Aarauer Ivan Audino, der die Kugel zu seinem zweiten Saisontreffer unter die Latte knallte. An eben dieser landete in der Nachspielzeit ein Abschluss von Silvio, der nun neben seinen fünf Saisontoren schon viermal die Torumrandung getroffen hat.

Somit gab es für Assistenztrainer Marco Grimm auch in seinem zweiten Spiel als Chef nichts zu holen. Er hatte in Aarau Konrad Fünfstück zu vertreten, da dieser mit Fieber im Bett lag. «Wenn wir in solchen Spielen bestehen wollen, muss alles zusammenpassen. Das war heute nicht der Fall», sagte Grimm. Das erste Mal war er im November 2017 bei einem Auswärtsspiel in Winterthur an der Seitenlinie gestanden, als Fünfstück eine Sperre abzusetzen hatte. Auch jene Partie war verloren gegangen – mit 0:2. Lautete das Schussverhältnis in Aarau 23:7 für die Aarauer, so hatte jenes von anno dazumal in Winterthur 22:3 gelautet – allerdings für die Wiler.

Die Stimmen zum Spiel:

 
Im Video: Was die Direktbeteiligten zur Pleite im Rückrundenstart sagen. (Quelle: www.fcwil.ch)

Resultat Challenge League, 19. Runde:
Aarau - Wil 3:1
Schaffhausen - Chiasso 0:2
Servette - Vaduz 2:0
Winterthur - Rapperswil-Jona verschoben
Lausanne-Sport - Kriens verschoben

FC Aarau – FC Wil 1900 3:1 (2:0)

Brügglifeld: 2312 Zuschauer. – Sr: Hänni.

Tore: 3. Schneuwly 1:0. 28. Neumayr 2:0. 56. Jäckle (Foulpenalty) 3:0. 80. Audino 3:1.

FC Aarau: Nikolic; Giger, Leo, Bürgy, Obexer; Tasar (83. Almeida), Jäckle, Zverotic, Misic (73. Peyretti); Neumayr (81. Hammerich); Schneuwly (87. Karanovic).

FC Wil 1900: Kostadinovic; Rahimi (46. Beka), von Niederhäusern, Schmid; Gonçalves, Zé Eduardo (83. Lombardi), Breitenmoser (69. Latifi), Hefti; Audino; Silvio, Cortelezzi (75. Savic).

Bemerkungen: Aarau ohne Peralta, Frontino, Rossini (verletzt), Thaler, Liechti, Maienhofer und Mehidic (nicht im Aufgebot). Wil ohne Havenaar, Schäppi, Scholz, Gasser (verletzt), Djordjevic, Herrmann, Gülünay und Hoxha (nicht im Aufgebot). – 92. Lattenschuss Silvio. – Verwarnungen: 20. Rahimi (Foul). 31. Silvio (Foul). 83. Latifi (Foul).

Rangliste:
1. Servette 19/40. 2. Winterthur 18/31. 3. Lausanne-Sport 18/30. 4. Wil 19/29. 5. Aarau 19/26. 6. Schaffhausen 19/26. 7. Vaduz 19/20. 8. Rapperswil-Jona 18/18. 9. Chiasso 19/18. 10. Kriens 18/16.

Nächste Spiele, 19. Runde:
Freitag, 8. Februar: Vaduz - Lausanne-Sport (20.00 Uhr).
Samstag, 9. Februar: Rapperswil-Jona - Aarau (17.00 Uhr), Kriens - Winterthur (17.30 Uhr).
Sonntag, 10. Februar: Wil - Schaffhausen (14.30 Uhr), Chiasso - Servette (14.30 Uhr).

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Die Bilder zum Rückrundenstart:


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Der Liveticker aus dem Brügglifeld:

Das soll’s gewesen sein aus dem kalten Aarau. Vielen Dank für Ihr Interesse. Haben Sie noch ein angenehmes Wochenende. Bis bald auf hallowil.ch.

Weiter geht es für den FC Wil mit dem ersten Heimspiel des Jahres. Am nächsten Wochenende treffen die Äbtestädter am Sonntag, 10. Februar, ab 14.30 Uhr zuhause auf den FC Schaffhausen. Auch dieses Spiel kann wieder im hallowil.ch-Liveticker mitverfolgt werden, falls es Ihnen dann noch zu frisch sein sollte. Pascal Ibig wird für sie zur Stelle sein.

Schlussfazit: Der FC Wil ist jederzeit ein gutes Stück von einem Punktgewinn entfernt. 22:7-Abschlüsse für die Aarauer sprechen eine deutliche Sprache. Der FC Wil erwachte erst, als die die Gastgeber Tempo rausnahmen. Aarau zeigte gewiss einen starken Auftritt. Die Wiler müssen aber über die Bücher.

Schlusspfiff auf dem Brügglifeld: Der FC Aarau gewinnt gegen den FC Wil verdient mit 3:1.

93. Minute: Auf der Gegenseite ist Peyretti einem Treffer nahe. Doch knapp links vorbei.

92. Minute: Lattenschuss Silvio! Ein Audino-Freistoss wird von von Niederhäusern per Kopf verlängert. Silvio dann ans Gebälk. Beinahe der Anschlusstreffer.

91. Minute: Nochmals Hefti mit einer guten Aktion. Doch die Hereingabe landet dann bei einem Aarauer.

90. Minute: 4 Minuten Nachspielzeit gibt's noch.

89. Minute: Wil ist nun nochomals bemüht. Aber das braucht nun schon ein mittelgrosses Fussballwunder, um noch was zu reissen.

87. Minute: Noch ein Applaus-Wechsel bei Aarau: Schneuwly macht Platz für Karanovic. So müsste man auswechseln können.

86. Minute: von Niederhäusern mit einem Energie-Anfall. Er spielt links auf Hefti. Dessen Flanke findet dann aber nur Aaraus Goalie Nikolic.

83. Minute: Beide Teams wechseln. Bei Aarau geht Tasar runter. Almeida kommt rein. Bei Wil geht Zé Eduardo raus, Lombardi kommt rein. Er nimmt sich übrigens nicht die Captain-Binde.

83. Minute: Latifi sieht den gelben Karton für ein Foul.

81. Minute: Aarau wechselt: Torschütze Neumayr geht raus und Hammerich kommt rein.

80. Minute: TOOOOOOOOOR FC Wil durch Audino zum 3:1. Hefti setzt sich äusserst sehenswert gegen vier Aarauer durch. Dann legt er quer für Audino, der seinen zweiten Saisontreffer erzielt.

79. Minute: Die Luft ist hier komplett draussen. Immerhin hat Aarau nun etwas Tempo rausgenommen.

75. Minute: Wil wechselt ein drittes Mal: Cortelezzi wird durch Savic ersetzt.

74. Minute: Nächste Riesenchance Aarau: Tasar läuft allen davon. Er legt hinüber zu Neumayr, der auf Höhe Penaltypunkt frei zum Abschluss kommt. Doch dieser ist zu unplatziert. Kostadinovic krallt sich die Kugel.

74. Minute: Wechsel bei Aarau: Der starke Misic darf an die Wärme und wird mit einem warmen Applaus verabschiedet. Für ihn kommt Peyretti.

73. Minute: Ein Silvio-Schuss wird geblockt. Keine Gefahr.

70. Minute: Natürlich spielt Aarau gut und nimmt den Lauf aus dem Jahresendspurt 2018 mit. Aber bei den Wilern stimmt schon gar wenig zusammen.

69. Minute: Der FC Wil wechselt ein zweites Mal: Latifi kommt für Breitenmoser.

68. Minute: Was nun noch hilft? Höchstens ein Lichtausfall ...

67. Minute: Die Aarauer Überlegenheit lässt sich auch in Zahlen untermauern: 19:3-Schüsse wurden bisher abgegeben.

65. Minute: Die Zuschauerzahl ist da: 2312 Zuschauer sind heute dabei. Das ist unterdurchschnittlich. Der Brügglifeld-Schnitt liegt in dieser Saison bisher bei knapp 2700 Fans.

63. Minute: Ich komme bald nicht mehr nach mit dem Notieren der Aarauer Chancen: Nun darf sich Misic versuchen. Doch Kostadinovic wehrt erneut. Der Wiler Goalie ist mit Abstand der beste Äbtestädter. Wobei das heute nicht wirklich schwierig ist.

62. Minute: Wieder fehlt ganz wenig zum 4:0: Erneut Obexer. Dieses Mal rettet der Pfosten.

60. Minute: Ein Obexer-Knaller streift knapp über das Tor. Da ist manch einer im Stadion schon ein viertes Mal aufgestanden gewesen.

58. Minute: Tja, der Sack dürfte zu sein. Man kann sich beim besten Willen nicht vorstellen, wie die Wiler noch eine Wende bewerkstelligen sollen.

56. Minute: TOOOR FC Aarau durch Jäckle mittels Foulpenalty zum 3:0. Er verlädt Goalie Kostadinovic und trifft unten links. Es war der erste Penalty in dieser Saison, der gegen den FC Wil gepfiffen wurde.

56. Minute: Penalty Aarau nach einem Beka-Foul an Tasar!

55. Minute: Tatsächlich mal wieder ein Wiler Abschluss: Audino versucht es von ausserhalb des Strafraums direkt aus der Luft. Doch genau auf Goalie Misic. Dieser hat den Ball sicher.

54. Minute: Oder vielleicht helfen ja die Aarauer: Hier schiessen sie gegenseitig ab, was einen Wiler Corner zur Folge hat. Dieser bringt aber nichts ein.

52.Minute: Macht Aarau hier ein weiteres Tor, dann ist das Ding höchstwahrscheinlich durch. Wil braucht wohl einen stehenden Ball, um doch noch im Fussballjahr 2019 anzukommen.

50. Minute: Aarau kommt zum nächsten Corner. Auch hier wird es wieder gefährlich. Ein Kopfball von Bürgy wird von Kostadinovic gehalten.

48. Minute: Aarau, Aarau, und wieder Aarau. Dieses Mal wehrt Kostadinovic gegen Misic. Weiter nur 2:0.

46. Minute: Vorerst macht Aarau dort weiter, wo es vor der Pause aufgehört hat: Mit Power-Fussball. Schon nach 16 Sekunden gibt es den ersten Corner in Halbzeit zwei. Der bringt dann aber nichts ein.

46. Minute: Wil hat gewechselt. Der Rot-Gefährdete Rahimi ist nicht wieder erschienen. Neu für ihn spielt der ebenfalls junge Beka.

46. Minute: Und weiter geht's. Das Spiel ist wieder freigegeben. Kommt die Wiler Steigerung?

Zwischenfazit: Das war nix aus Wiler Sicht. Die Gäste sind mit dem Power-Fussball der Aarauer überfordert und müssen zufrieden sein, dass es nur 2:0 steht. Mit Schneuwly hatten die Aargauer einen Spieler, der Schalten und Walten konnte, wie er wollte. Bei den Gästen stimmte vieles nicht zusammen. Da braucht es eine ganz gehörige Leistungssteigerung, um noch zu Zählbarem zu kommen.

Pausenpfiff auf dem Brügglifeld: Der FC Aarau führt gegen den FC Wil mit 2:0.

42. Minute: Aus Wiler Sicht ist man froh, wenn dann bald mal Pause ist und nicht noch das 3:0 fällt. Ein nächster Aarauer Abschluss segelt über das Tor. Von wem dieser kam? Von Alleinunterhalter Schneuwly. Er ist bis jetzt der mit Abstand auffälligste Mann auf dem Platz, sieht man mal von Neumayrs sehenswertem Freistosstreffer zum 2:0 ab.

40. Minute: Was hilft nun noch? Bisher gibt es keine Anzeichen, dass noch vor der Pause was gehen könnte aus Wiler Sicht.

38. Minute: Und weiter im Takt mit Aarau: Misic flankt von links zur Mitte. Dort ist Schneuwly nahe an seinem zweiten Treffer des Abends, kommt im Fallen aber nicht mehr richtig ran.

36. Minute: Nächster Chance Aarau: Schneuwly kommt zum Kopfball. Es braucht den Reflex von Kostadinovic, um die Vorentscheidung zu verhindern.

35. Minute: Der FC Wil hat ja in der Vorbereitung das Augenmerk auf die Offensiv gerichtet. Viel davon zu sehen ist bis jetzt noch nicht. Ausser, dass nun die Defensive nicht mehr sicher steht.

33. Minute: Da springen Hefti und Schmid am Ball vorbei. Tasar geht durch. Sein Abschluss findet dann aber keinen Abnehmer.

31. Minute: Frust-Foul von Silvio in der neutralen Zone. Klare Sache: Das gibt Gelb.

30. Minute: Somit ist nun guter Rat sehr teuer. Aarau powert nun wieder wie nach dem 1:0.

28. Minute: TOOOR FC Aarau durch Neumayr zum 2:0. Was für ein Ding. Da zeigt Neumayr, dass er immer noch wunderbare Freistösse treten kann. Von nahe der Grundlinie trifft er direkt in den Winkel. Da kann man Kostadinovic nicht einmal einen Vorwurf machen.

27. Minute: Rahimi muss aufpassen, dass er nicht schon bald duschen geht. Da legt er Schneuwly. Freistoss gibt's für Aarau.

26. Minute: Es ist nun Ruhe eingekehrt im Brügglifeld. Das soll den Wilern vorerst mal recht sein. Die Spielanteile sind nun ausgeglichen.

22. Minute: Die Wiler haben sich etwas gefangen in den letzten Minuten. Das Aarauer Startfurioso ist mal durch.

20. Minute: Da ist die erste Verwarnung im Schweizer Fussball des Jahres 2019: Wils Rahimi setzt in der neutralen Zone Neumayr den Ellbogen ins Gesicht.

19. Minute: Doch Breitenmoser spielt halbhoch auf einen Aarauer. Mit der zweiten Welle dann aber doch noch die erste Wiler Chance im Spiel. Audino, der Ex-Aarauer, versucht es von der Strafraumgrenze aus. Doch er verfehlt das Ziel knapp.

18. Minute: Nun ein erster Corner für Wil.

16. Minute: Die Wiler brauchen nun dringend eine ordnende Hand. Wer hat sie?

14. Minute: Der FC Wil ist bisher komplett überfordert. Das beste ist aus seiner Sicht das Resultat. Weiterhin nur 1:0 für Aarau.

11. Minute: Und wieder Aarau, und wieder Schneuwly. Aber Schmid bügelt seinen Fehler vom Gegentor wieder aus und blockt den Schuss. Das war wichtig.

7. Minute: Nächster Abschluss Aarau: Dieses Mal versucht es Tasar von ausserhalb des Strafraums. Der Ball geht aber doch deutlich drüber. Trotzdem: Die Wiler müssen dringend in dieses Spiel finden. Sonst gibt es hier Schiffbruch im strömenden Regen.

5. Minute: Fast-Lattenschuss Aarau! Neumayer kommt zum Abschluss. Da braucht es die gute Parade von Wil-Keeper Kostadinovic, der den Ball ganz knapp über die Latte lenkt. Ui, ui, ui. Da könnte es schon gut und gerne 2:0 stehen. 

3. Minute: TOOR FC Aarau durch Schneuwly zum 1:0. Was für ein Kaltstart für Wil. Obexer kommt über links, spielt flach in den 5er-Raum. Dort kommt Wils Neuzugang Schmid nicht in den Zweikampf gegen Schneuwly. So hat dieser keine Probleme, den Führungstreffer zu erzielen.

1. Minute: Wil ist wach. Audino mit einem ersten Abschluss für Wil. Da muss Nikolic eingreifen.

1. Minute. Los geht's. Viel Spass mit FC Aarau - FC Wil. Der Ball rollt. Oder besser gesagt: Er holpert.

So, nun kann es losgehen.

Die Mannschaften sind da. Nun gibt es noch eine Trauerminute für den verstorbenen FC-Schaffhausen-Präsidenten Aniello Fontana, der dort lange Jahre die Geschicke geleitet hat. Und auch für den langjährigen Präsidenten der Schiedsrichter-Kommission, Markus Hug, der ebenfalls verstorben ist. Wir erheben uns und halten inne.

Das Spiel wird geleitet vom langjährigen Super-League-Schiedsrichter Nikolaj Hänni aus dem Rheintal.

Der FC Wil läuft im 3-4-1-2-System wie folgt auf: Im Tor steht Kostadinovic. Die Abwehr bilden von rechts nach links Rahimi, von Niederhäusern und Schmid. Im Mittelfeld laufen von rechts her gesehen Gonçalves, Zé Eduardo, Breitenmoser und Hefti auf. Hängende Spitze ist Audino. Das Sturm-Duo bilden Cortelezzi und Silvio. Nach seinem Rippenbruch noch nicht für die Stammformation gereicht hat es Captain Sandro Lombardi. Er gehört aber dem Kader an und kommt allenfalls noch zu einem Teileinsatz. Verletzt ist neben Abwehr-Patron Havenaar auch Schäppi, Scholz und Gasser.

Womit wir auch schon bei den Aufstellungen wären. FC-Aarau-Trainer Patrick Rahmen hat sich für ein 4-4-1-1-System und folgende Startformation entschieden: Im Tor steht Nikolic. Die Abwehr bilden von rechts nach links Giger, Leo, Bürgy und Obexer. Das Mittelfeld bestücken von rechts nach links Tasar, Jäckle, Zverotic und Misic. Hängende Spitze ist Neumayr. Und als einziger Stossstürmer läuft Schneuwly auf..

Bei den Äbtestädtern ist übrigens Trainer Konrad Fünfstück nicht dabei. Unter der Woche lag er flach, kämpfte sich aber für das gestrige Abschlusstraining aus dem Bett. «Für die Stamm-Elf reicht es nicht. Um auf der Bank Platz zu nehmen aber schon», sagte er gestern. Es ist nicht so. Fünfstück ist wieder krank und nicht hier. Somit hat Assistent Marco Grimm das Sagen an der Linie.

Ein Wort zu den äusseren Bedingungen. Kein Schnee auf dem Brügglifeld. Aber doch schwierige Bedingungen. Es regnet in Strömen und die 5-Meter-Räume sind schon jetzt im Sumpf. Der Schlüssel zum Erfolg wird über den Kampf führen. Bei Temperaturen rund um den Gefrierpunkt hoffen wir auf viele heisse Szenen.

Aber auch die Wiler müssen sich keineswegs verstecken. Auswärts sind sie seit Ende Oktober unbesiegt – und haben seither in drei Partien auf des Gegners Platz nicht einmal einen Gegentreffer zugelassen. Das letzte Auswärts-Gegentor gab es am 26. Oktober bei einer 0:2-Niederlage … hier in Aarau. Starten die Äbtestädter mit einem Sieg in die Rückrunde, klettern sie zumindest bis am Samstag auf den Barrage-Platz.

Das Spiel hat es in sich: Obschon die Aarauer nach elf Runden und einem katastrophalen Saisonstart mit nur vier Punkten am Tabellenende lagen, ist im Umfeld – wie schon vor dem Saisonstart – vom Aufstieg die Rede. Dies dank einem beeindruckenden Jahres-Endspurt 2018 mit sechs Siegen und einem Unentschieden. Und tatsächlich: Vor allem offensiv ist beeindruckend, was die Aarauer stellen: Marco Schneuwly, Stefan Maierhofer, Goran Karanovic, Patrick Rossini und die aufstrebenden Varol Tasar sowie Mickael Almeida. Das ist zum mit der Zunge schnalzen. Falls die «Rüebliländer» ihr Potenzial abrufen können, würde es nicht erstaunen, wenn sie noch um den Barrage-Platz mitspielen. Derzeit beträgt der Rückstand aber doch acht Punkte.

Bei den Wilern gab es auch einen Zuzug. Vom FC Basel wurde der polyvalent einsetzbare Dominik Schmid leihweise bis Saisonende übernommen. Auch der 20-jährige Schweizer U-Nationalspieler bringt schon Super-League-Erfahrung mit: 16 Spiele bei Basel und Lausanne-Sport. Die Wiler setzen also ebenfalls auf Kontinuität.

Was hat sich getan über den Winter? Beide Teams waren auf dem Transfermarkt nicht allzu aktiv. Aarau hat an Silvester den einzigen Zuzug vermeldet. Dieser hat es aber in sich. Aus dem Iran wurde Markus Neumayr in die Schweiz zurückgeholt. Der Freistoss-Spezialist hatte zuvor bei Thun, Vaduz und Luzern über 100 Super-League-Spiele bestritten. Allerdings fehlt ihm nun die Spielpraxis.

Wir schreiben den 1. Februar. Es ist somit allerhöchste Zeit, nach einer nicht enden wollenden, fast siebenwöchigen Winterpause den Ball endlich wieder rollen zu lassen. Das denken sich zumindest die Fussball-Profis des Landes sowie die hartgesottenen Fans. In diesem Sinne: Herzlich willkommen aus dem Aarauer Brügglifeld zum Challenge-League-Rückrunden-Auftakt und dem Spiel FC Aarau gegen FC Wil. Simon Dudle tickert für Sie mit hoffentlich erwärmenden News durch diesen kalten Abend.

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Vorschau auf die Rückrunde:

Keine sieben Wochen sind verstrichen seit dem letzten Meisterschaftsspiel des FC Wil. Und schon rollt der Ball wieder unter Pflichtspiel-Bedingungen. «Auch wenn die Temperatur am Freitagabend kalt sein wird, sind wir heiss», sagt Stürmer Silvio vor dem Rückrundenstart auf dem Aarauer Brügglifeld. Das dürfte auch nötig sein. Denn der Auftakt hat es aus Wiler Sicht in sich. Es geht nach dem Aarau-Spiel der Reihe nach gegen Schaffhausen, Servette und Lausanne. Es sind alles Mannschaften mit Ambitionen. Schon nach diesen vier Partien wird man Anfang März sehen, ob die Wiler tatsächlich ein Aufstiegsanwärter sind oder bereits die Planungen für die nächste Saison vertiefen können.

Bereits jetzt steht allerdings fest, dass der FC Wil für die kommende Spielzeit auch die Super-League-Lizenz beantragen wird. Diese muss in rund einem Monat eingegeben werden. «In erster Linie möchten wir uns gegen hinten absichern. Aber wenn die Mannschaft einen Lauf haben sollte, wollen wir sie nicht bremsen und sie soll ihren Traum leben dürften», sagt FC-Wil-Vereinspräsident Maurice Weber. Einher mit einem Aufstieg ins Fussball-Oberhaus ginge ein provisorischer Ausbau der IGP-Arena. Es bräuchte zusätzliche Kamera-Positionen, weitere Medienplätze und vor allem mehr Sitzplätze. Wie viele, müsste laut Weber mit der Liga noch verhandelt werden. Für ein Stadion-Provisorium sieht er Verhandlungs-Spielraum. Geplant wäre aber, einen Teil die Stehplatz-Gegentribüne mit Sitzplätzen zu bestücken.

 
Im Video: FC-Wil-Präsident Maurice Weber zur Trainer-Situation und einem möglichen Aufstieg.

«Kann mir gut vorstellen, in Wil zu bleiben»

Weiterhin ungeklärt ist, wie lange Konrad Fünfstück noch in Wil Trainer sein wird. Mitte Dezember hatte Weber gegenüber hallowil.ch gesagt, dass man dem Deutschen ein Angebot für eine vorzeitige Vertragsverlängerung unterbreitet habe. Auch jetzt ist noch nicht von einer Vertragsverlängerung zu berichten. «Wir sind in finalen Gesprächen. Zeitlich haben wir aber keinen Druck, da der Vertrag noch bis Juni läuft», sagt Weber. Fünfstück ergänzt: «Ich kann mir sehr gut vorstellen, in Wil zu bleiben. Es geht nun um Details. Es müssen beide Parteien eine Ehe eingehen wollen.»

Auch sonst war es auf dem Transfermarkt ein ruhiger Winter – bisher. Noch zwei Wochen lang können bis zum 15. Februar Übertritte getätigt werden. Einziger Wiler Zuzug ist der polyvalent einsetzbare Dominik Schmid vom FC Basel, der die Hinrunde auf Leihbasis bei Liga-Konkurrent Lausanne-Sport gespielt hat. Die einzigen beiden Abgänge betreffen die Talent-Spieler Mirel Eugster und Feriz Sadiku. Solange keine Abgänge dazu kommen, sieht sich der Verein nicht veranlasst, weitere Transfers zu tätigen.

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Wie lange bleibt Konrad Fünfstück noch Trainer des FC Wil? Die Antwort auf diese Frage steht weiter aus. (Bild: Simon Dudle)


Einsatz von Captain Lombardi fraglich

Als erstes geht es für die Wiler also zum FC Aarau, der eine aussergewöhnliche erste Saisonhälfte gespielt hat. Nach elf Spielen lag er mit nur vier Punkten am Tabellenende und manch einer forderte die Absetzung von Trainer Patrick Rahmen. Doch dann folgte ein Jahres-Endspurt mit 19 von 21 möglichen Punkten. Seit sieben Partien sind die Aargauer unbesiegt. Und sie haben sich in der Winterpause mit dem einstigen Super-League-Spieler Markus Neumayr weiter verstärkt. Somit liest sich die Offensivabteilung so: Marco Schneuwly, Stefan Maierhofer, Goran Karanovic, Patrick Rossini und Markus Neumayr. Dazu kommt mit dem jungen Deutschen Varol Tasar einer, der bereits fünf Saisontreffer erzielet hat – gleich viele wie Wils treffsicherster Spieler Silvio.

Die Wiler müssen den Heissstart im Februar ohne Abwehrpatron Nikki Havenaar in Angriff nehmen. Der Japaner ist am vergangenen Montag an den Swiss Football Awards in das Challenge-League-Dream-Team des Jahres 2018 gewählt worden, nach seiner Knieverletzung noch nicht fit genug für ein Comeback. Fraglich ist zudem der Einsatz von Captain Sandro Lombardi, der sich im letzten Spiel des vergangenen Jahres die Rippe gebrochen hat. Trainer Konrad Fünfstück spricht geheimnisvoll von «Überraschungen», welche es in Aarau geben werde.

Der Rückrundenstart FC Aarau – FC Wil kann am Freitagabend ab 20 Uhr an dieser Stelle im hallowil.ch-Liveticker mitverfolgt werden. Wir sind für Sie live im Brügglifeld dabei und übermitteln alles Wissenswerte in Echtzeit.

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Auch das ist in der Winterpause passiert: Die Garderobe in der IGP-Arena wurde dank externer finanzieller Hilfe umgestaltet und geräumiger gemacht.

Hier geht es zum Kommentar von hallowil.ch-Chefredaktor Simon Dudle zur Trainerdiskussion.