In einem 4-tägigen Musiklager im Kanton Aargau wurde das Programm mit den SchülerInnen und Schülern einstudiert und nach einer Generalprobe am Mittag, dann am Abend vor Publikum in der Aula der Kantonsschule aufgeführt.
Die Rektorin Doris Dietler Schuppli begrüsst die Anwesenden in der voll besetzten Aula. Mit der Kantiserenade wird traditionell die Sommerzeit in der Kanti willkommen geheissen. Aber ebenso traditionell sei, dass man den Anlass statt im Innenhof meistens in die Aula verlegen muss, so wie heute auch, meint die Rektorin bedauernd.

Sonnensegel vom Kantiverein
War es letztes Jahr noch die Einweihung der Neugestaltung des Vorplatzes zur Serenade, so ist es dieses Jahr ein Sonnensegel für den Vorplatz. Der Kantiverein wurde ursprünglich gegründet um die Kanti nach Wil zu holen. Mittlerweile ist der Verein gewachsen, dank ehemaligen Schülern, die in den Verein eingetreten sind und die Verbundenheit mit der Schule pflegen. Deshalb wurde, so Hanspeter Hutter, Präsident vom Kantiverein beschlossen, der Kantonsschule ein grosses Sonnensegel zu spendieren. Damit die Schüler/innen im Sommer auch genügend Schatten finden auf den diversen Bänken vor dem Schulhaus.

Die Serenade hat kein Motto, dafür viel Musik aus allen Sparten
Philippe Ellenberger, Musiklehrer und Chorleiter der Kanti Wil erklärt, dass die Serenade innerhalb von 4 Tagen erarbeitet wird und Lehrer und Schüler frei wählen können, welches Genre sie bearbeiten. Deshalb gibt es kein Motto und auch die Art der Musik sei eher sommerlich-leichte Unterhaltung. Die Klassik finde ihren Platz dann eher im Wintersemester. Das ganze Programm wurde innert 4 Tagen im Musiklager in Herzberg im Kanton Aargau einstudiert. Die Prüfungen vorbei, die Noten gemacht, darum hätten die SchülerInnen keinen Druck mehr und seien dementsprechend auch motiviert für das Lager und musikalische Experimente, meint der Musiklehrer schmunzelnd.

Von Vivaldi bis Andrew Lloyd Webber
Das Musikprogramm ist breit gefächert und viele Stücke und Lieder sind aus den 60-er bis 90 Jahre. Das hat auch Konzertbesucher Kurt Enderli, (Gemeindepräsident Wilen) bemerkt und meinte, dass es ihn freue, dass die heutige Jugend sich wieder auf die Musik besinne, die er schon in seiner Jugendzeit gehört habe.
Das Konzert wird eröffnet vom Duo „Bmajor“ mit dem Song „Henrietta“, eine heisse Rocknummer. Mit der Ballade „Tell Him“, die 1997 von Céline Dion und Barbra Streisand gesungen gehts weiter. Die beiden Solistinnen performen das Lied wunderbar melodiös und ihre Stimmfarben passen perfekt zum Lied. Mit irisch-keltischen Rhythmen tritt das Violin-Trio „s’Triovaris“ auf, begleitet von der Lehrerin Beatrix Sieber. Auch sie erhalten grossen Applaus vom Publikum. Das Vokalensemble unter der Leitung von Agnes Riederer singt ebenfalls ein Oldie von Chuck Berry „Goodnight, Well it’s time to go“.
Das Vivaldi-Concerto 1.Satz a-Moll wird von Julia&Paula gespielt, fast der einzige Ausflug in die klassische Musik.
Zur Abwechslung zu Gesang und Musik zeigt „Drömsemblé“ ein wahres Feuerwerk an Rhythmus. Mit Schlagzeug und individuell gebauten Trommeln aus Plastic-Tonnen und –Container fährt der „African Train“ durch die Aula. Kein Wunder, dass das Publikum begeistert reagiert. Dann wieder ein Ohrwurm aus vergangenen Zeiten; „Isn’t she lovely“ von Stevie Wonder aus dem Jahr 1976 wird von der Band „Maltschik“ präsentiert. Der Part von Posaune und Gesang zeigen ziehen die Zuhörer in ihren Bann und es gibt grossen Applaus. Die Band mit dem Namen „Löwenzahn“ besteht aus Flügel, E-Gitarre, Bass, Drums und Gesang. Auch sie präsentieren dem Publikum einen Hit aus 1979 nämlich „Pina Colada“.
Als Dessert, quasi, kommt Musiklehrer Oliver Benz auf die Bühne und singt ebenfalls einen bekannten Song und animiert das Publikum sogar den Refrain mitzusingen.

Krönender Abschluss mit einem Medley vom „Phantom der Oper“
Unter der Leitung von Philippe Ellenberger und Oliver Benz am Keyboard verzaubert nun der Schülerchor das gesamte Publikum. Die schönsten Lieder aus dem bekannten Musical „Phantom of the Opera“ von Andrew Lloyd Webber werden in einem Medley zusammengefasst. Einzelne Schülerinnen und Schüler treten dabei als Solisten auf. Wahrlich ein Ohrenschmaus. Das Publikum zeigt dies auch mit einem tosenden Applaus.

Abschied von Lehrkräften
Zum Schluss bedankt sich Philippe Ellenberger bei allen und bei dieser Gelegenheit werden denn auch zwei Fachkräfte „Musik“ verabschiedet. Agnes Riederer (Gesang) und Beatrix Sieber (Violine) beenden ihre Berufs-Karriere um in den Ruhestand zu treten.
Philippe Ellenberger zeigt sich sehr zufrieden mit dem Abend. Er sagt, dass die Schülerinnen und Schüler so motiviert geprobt hätten und selber so tolle Ideen gehabt hätten, dass es locker für noch eine weitere Stunde Konzert gereicht hätte.