Die Kantone können gegen die Ausbreitung des Coronavirus strengere Massnahmen als der Bund anordnen. Oberstes Ziel für das St. Galler Bildungsdepartement ist, dass der Präsenzunterricht weitergeführt werden kann. «Wegen der epidemiologischen Lage ist eine Verschärfung der Massnahmen nun notwendig», heisst es in einer Medienmitteilung der St. Galler Staatskanzlei. Deshalb hat das Bildungsdepartement entschieden, die Maskentragepflicht auf die Oberstufe der Volksschule auszuweiten. «Die Tragepflicht gilt im ganzen Schulgebäude und auch während des Unterrichts», heisst es weiter. Die gleichen Vorgaben gelten bereits an den Berufsfach- schulen und den Kantonsschulen, dort hat der Bund dies verordnet. Mit der Verschärfung will das Bildungsdepartement die Anzahl Quarantänefälle senken. Denn Kontaktpersonen von positiv getesteten Personen müssen in Quarantäne, wenn sie den Mindestabstand nicht einhalten konnten oder keine Maske getragen haben. «Mit der Maskenpflicht können somit die Anzahl Quarantänefälle gesenkt werden», ist das Bildungsdepartement überzeugt, «was verhindern hilft, dass die Schule wegen zu vielen Ausfällen von Präsenz- auf Fernunterricht umstellen muss». Fernunterricht wolle das Bildungsdepartement in der Volksschule aus Gründen der Schulqualität wenn immer möglich vermeiden.

hallowil.ch will nun von seinen Lesern wissen, was sie von dieser Massnahme halten und startet deshalb eine Umfrage zu diesem Thema (siehe Umfrage ganz unten). Die Leser können sich zwischen zwei Antworten entscheiden: Entweder halten die die Maskenpflicht im Oberstufen-Unterricht für notwendig oder sie finden es übertrieben. 

Verzicht auf Singen und eingeschränkter Sportunterricht

Beim Singen werden Aerosole in grossen Mengen verbreitet, womit das Ansteckungsrisiko stark zunimmt. «Deshalb muss bis auf Weiteres auf der Oberstufe sowie an den Kantonsschulen auf das Singen verzichtet werden, solo und im Chor», wird weiter informiert. Instrumentalunterricht bleibe zulässig, ebenso Musiktheorie. Auch im Sport ist das Risiko deutlich erhöht, dass Viren verbreitet werden. Allerdings ist richtiger Sportunterricht mit Masken nicht praktikabel. «Das Bildungsdepartement will den Schulsport zwar nicht ganz unterbinden, aber einschränken», wird betont. Bereits durch den Bund verboten sind Kontaktsportarten wie Fussball, Basketball oder Hockey. Auf der Oberstufe der Volksschule und an den Mittelschulen des Kantons St.Gallen werde der Sportunterricht in den Hallen nun in Halbklassen durchgeführt, unter Wahrung des Abstandes. Damit kann auf die Masken verzichtet werden. Die Berufsfachschulen wiederum müssen wegen ihrer organisatorischen Komplexität situativ angepasste Sportformen finden, mit welchen die Restriktionen eingehalten werden können. Im Freien bleibt Sportunterricht in ganzen Klassen (ohne Masken) unter Einhaltung der Abstandsvorschriften erlaubt.

Entscheid zu Skilagern im November

Die Herbstlager der Schulen sind abgeschlossen und die Skilager beginnen kommenden Januar. Daher könne hier vorerst die Entwicklung der Lage beobachtet werden. Das Bildungsdepartement empfehle aber, bis Ende Jahr keine Lager durchzuführen. Im November will es entscheiden, ob Skilager ab 2021 durchgeführt werden dürfen oder nicht.

Sämtliche Massnahmen gelten ab Montag, 2. November,  und wie die des Bundes bis auf Weiteres. Der Vorsteher des Bildungsdepartementes, Regierungsrat Stefan Kölliker, hat die Massnahmen in Rücksprache mit dem Gesundheitsdepartement und in einer Diskussion mit den Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden der Schule sowie einer Delegation des Bildungsrates vorbereitet. (pd)