Das Tragen der Maske ist wirkungsvoll, schreibt der Kanton St. Gallen. Es dämmt die Ausbreitung des Virus tendenziell ein. Klassen mit Maske müssen nicht mehr in Quarantäne gesetzt werden, selbst wenn mehrere Schülerinnen und Schüler oder die Lehrperson erkranken. In diesen Fällen ist davon auszugehen, dass die Ansteckung ausserhalb der Schule stattgefunden hat. Das Maskentragen entlastet auch die Ausbruchstestungen. Diese sind noch dann anzuordnen, wenn der Verdacht auf Ausbreitung innerhalb der Klasse besteht.

Beruhigung des Systems mit verhältnismässiger Massnahme

Die Anzahl infizierter Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen entwickelt sich grundsätzlich parallel zum Infektionsgeschehen in der Gesamtbevölkerung. Die Ausbreitung des Virus findet vor allem in Innenräumen statt, in denen keine Maske getragen wird. Das sind neben dem häuslichen Umfeld auch die Schulzimmer. Die Erkrankungen steigen, auch wenn sie bei Kindern kaum schwere Verläufe zeigen.

Welche Massnahmen für die Schule verhältnismässig sind, wird von Fachleuten, Schulverantwortlichen und Eltern anhaltend kontrovers beurteilt. Es ist zurzeit herausfordernd, akkurate Massnahmen zu treffen. Das Maskentragen ist zwar wenig angenehm und wenig beliebt. Es ist jedoch aus medizinischer Sicht grundsätzlich zumutbar und hat sich in den früheren Wellen bewährt. Jedenfalls ist es den Massentestungen, die unter verschiedenen Aspekten wenig effizient sind und den Schulen beträchtliche Umtriebe verursachen, vorzuziehen. Erst recht geht es der Inkaufnahme von Schulschliessungen vor, die mit allen Mitteln zu verhindern sind.

Ausgleich zur Ausnahme von der Zertifikatspflicht

Der Bundesrat verordnet neu für Veranstaltungen mit Ansammlungen von Personen eine Zertifikatspflicht nach dem Kriterium geimpft – genesen – getestet. Eine Zertifikatspflicht entsprechender Art für Unterrichtsveranstaltungen in der Volksschule und der Sekundar- stufe II ist vom Bundesrecht ausgenommen und wäre dort auch nicht praktikabel. Die Maskenpflicht trägt dazu bei, diese Differenz auszugleichen.

In früheren Pandemiewellen bewährt

Das neue Maskenobligatorium deckt sich mit demjenigen in zurückliegenden Pandemiewellen. Die Befristung bis zwei Wochen nach Ende der Herbstferien ist darauf ausgerichtet, die heikle Zeit nach der Ferienrückkehr abzudecken. Die Entwicklung der Pandemie wird aber darauf hin beobachtet, ob eine vorzeitige Aufhebung des Obligatoriums möglich würde.

Keine Maskenpflicht für Primarschulkinder

Als nicht verhältnismässig wird ein Maskenobligatorium für Kinder der Primarschule taxiert. Abgesehen von ohnehin milden Verläufen bei Kindern in diesem Alter ist zu beachten, dass sich diese Kinder aus anatomischen Gründen gegenseitig kaum anstecken. Miterfasst vom Maskentragen sind die Lehrpersonen in Primarschule und Kindergarten.

Impfen als beste Massnahme

Der beste Schutz für alle Beteiligten bietet die Impfung. Diese ist nachhaltig und verbessert die Ausgangslage für Herbst und Winter massgeblich. Die Impfung ist niederschwellig für Jugendliche ab 12 Jahren erhältlich. Sind sie und vor allem auch alle Lehrpersonen geimpft, sind auch die jüngeren Kinder gut geschützt. Informationen zur Impfung sind auf der Website des Kantons zu finden.