Erstmals in seiner 113-jährigen Verbandsgeschichte muss das «St. Galler» ohne Zuschauer durchgeführt werden, es gibt aber einen Livestream. Trotzdem darf man einen spannenden Wettkampf erwarten, denn die jungen Aufsteiger wollen Topfavorit Sämi Giger den fünften Kranzfestsieg in dieser Saison streitig machen.

Dass sie dazu in der Lage sind, haben der 19-jährige Werner Schlegel, Hemberg, und der 21-jährige Damian Ott, Dreien, in letzter Zeit durchaus bewiesen. Schlegel wurde Erster am «Appenzeller» und am «Thurgauer», Ott ist Weissenstein-Sieger. Ihre aussergewöhnlichen Leistungen sind momentan Gesprächsstoff Nummer eins in der nationalen Schwingerszene. Sie würden auch in Kaltbrunn die Zuschauer in ihren Bann ziehen, aber eben nur per Livestream. Ob nach der Coronapause weitere junge Talente zum Vorschein kommen?

An Sämi Giger führt kein Weg vorbei

Trotz allem werden auch diese Bäume nicht in den Himmel wachsen, denn der Thurgauer Modellathlet Samuel Giger erwies sich bei all seinen Wettkämpfen bisher mit vier Kranzfestsiegen und dem zweiten Platz am «Innerschweizerischen» als überragender Schwinger. Er führt auch die Jahreswertung des Eidgenössischen Schwingerverbandes an. Wer kann ihm ausser Schlegel und Ott noch gefährlich werden? Vielleicht der Glarner Roger Rychen, der aber diese Saison noch nicht richtig in die Gänge kam. Das passiert aber vielleicht am Sonntag in Kaltbrunn, wo er 2017 auch das Verbandsschwingfest überlegen gewann. Der Zürcher Oberländer Fabian Kindlimann ist in der Lage, selbst mit ganz grossen Namen mindestens einen Gestellten herauszuholen. Schon oft haben es am St. Galler Kantonalen auch gute Teilverbandskranzer bis in den Schlussgang gebracht, warum nicht auch wieder in Kaltbrunn?

Rapperswiler: Gedämpfte Hoffnungen

Die gastgebenden Aktiven des Schwingerverbandes Rapperswil stiegen am eigenen Kantonalen auch schon mit grösseren Erwartungen ins Sägmehl. Der technische Leiter Tobias Riget hat rund 20 Schwinger angemeldet. «Ausser dem verletzten Ammler André Büsser sollten alle unsere Burschen in Kaltbrunn antreten können», gibt sich der zweifache Kranzgewinner dieser Saison zuversichtlich. Chancen auf das St. Galler Laub gibt er vor allem den bisherigen Gewinnern: seinem Bruder Florian Riget, der vom «Appenzeller» und «Glarner» kranzgeschmückt heimkehrte, Pirmin Gmür, Amden, ebenfalls mit dem Glarner Kranz, Daniel Elmer, Rüeterswil, als 6. am Schaffhauser, sowie dem erst 18-jährigen Manuel Lüthi, Pfäffikon, der überraschend ebenfalls am «Schaffhauser» Kantonalen sich hochverdient sein erstes Laub aufs junge Haupt setzen liess. Es wird sich nun weisen, wer von den übrigen Elite- und Kranzschwingern die Coronapause am besten genutzt hat. Es wäre schön, würde wieder einmal einer der Jungen über sich hinauswachsen.

Anschwingen am 1. August

Angeschwungen wird am Sonntagmorgen 1. August um 8 Uhr und der Schlussgang soll gegen 17 Uhr stattfinden. Weil keine Zuschauer erlaubt sind, kann der sportliche Teil des Festes gemütlich zu Hause am PC verfolgt werden. Mit einem Beitrag von 10 Franken kann man sich unter der Adresse www.schwingen-live.ch anmelden. Kommentatoren sind Jörg Abderhalden und Gerry Süess.

Buebeschwinget am Samstag

Die Infrastruktur auf dem Sportplatz Stiggleten wird am Samstag, 31. Juli für den Nachwuchs bereitgestellt. Rund 200 Buebe kämpfen dabei ab 9.30 Uhr in ihren Kategorien um Ränge und Punkte. Die Schlussgänge sind auf 16 Uhr angesetzt.