Auch die angekündigte Brisanz mit der Nomination zweier Kantonsratskandidaten lockte lediglich knapp 20 Mitglieder an die Jahresversammlung. Brisant zeigte sich weiter der vorgängige Rundgang durch die Produktionsräume des Buecherwäldli, wo deren Leiter Marcel Hilber über erstaunliche Leistungen der behinderten Menschen informierte.

Die Uzwiler FDP konnte im abgelaufenen Jahr erfreuliche Entwicklungen verbuchen, wie Präsident Bruno Lusti in seinem Jahresbericht informierte. Das Tief bei den Einnahmen für die Parteikasse habe mit seinem persönlichen Effort wieder einen Aufwärtstrend, sodass sie für kommende Wahlen finanziell gerüstet seien.

Dank persönlichen Gesprächen mit dem Bauchef, Regierungsrat Marc Mächler, könne bei der Augartenkreuzung noch vor deren Sanierung vielleicht eine Belagserneuerung stattfinden, die erst auf das Jahr 2021 angesagt sei. Die Partei erhofft sich weiter eine Steuerfusssenkung für Uzwil anlässlich der kommenden Budgetgemeinde.

Zwei Kandidaten für den Kantonsrat

Mit Michaela Uhler und Yves Beutler nominierte die Uzwiler FDP zwei Vertreter für den Kantonsrat. Der Vorsitzende, Präsident Bruno Lusti, war der letzte Uzwiler Vertreter – vor acht Jahren zurückgetreten.

Die 42-jähtige Michaela Uhler stellte sich als ausgebildete Floristin vor und wohnt seit elf Jahren in Uzwil. Mit gleich mehreren Weiterbildungen und anderer beruflicher Ausrichtung schaffte sie es bis zur Filialleiterin in einem Lebensmittelgeschäft. In ihrer Freizeit wirkt sie bei der Musik Uzwil mit. Wandern und Biken sind weitere Aktivitäten. Ihre politischen Interessen sind Bildung und Gesundheit.

Noch eher ein Unbekannter ist Yves Beutler. Vor drei Jahren führte ihn seine Partnerin nach Uzwil. Mit Jahrgang 1989 könne er noch nicht von grosser Lebenserfahrung reden. Hingegen habe er beruflich bereits Einiges erreicht. Nach seiner Ausbildung als Polymechaniker stehe er vor dem Abschluss als Betriebsökonom. Beruflich sei er viel im Ausland auf Reisen, was er allerdings auch privat gerne pflege. Er will sich politisch für eine florierende Wirtschaft einsetzen. Die Finanzen nannte er als weiteres Interessensgebiet.

Wahlen gab es weiter für Delegierte mit Irma Meisser, Emil Manser und Marcel Hilber. Der Kantonsratskandidat Yves Beutler stellt sich gleich auch für den Parteirat zur Verfügung.

Buecherwäldli – alles freiwillig Angestellte

Der Werkleiter des Buecherwäldli im Hirzen Niederuzwil, Marcel Hilber, wies eingangs seiner Vorstellung des Unternehmens für Behinderte darauf hin, dass sie grundsätzlich als eigenständiges KMU-Unternehmen arbeiteten, obwohl die 200 Mitarbeiter allesamt auch eine Rente der IV beziehen. Ihre Aufträge aus verschiedensten Unternehmungen ständen immer auch in preislicher Konkurrenz, was auch einmal Absagen bewirke. Weil die Mitarbeiter einer gewissen Begleitung und Arbeitsstruktur bedürfen, starte und ende die tägliche Arbeit immer mittels Hornzeichen, was auch für die Pausen Anwendung finde.

Im Buecherwäldli werden nur Arbeiten aus der Metallindustrie ausgeführt. Für professionell ausgeführte Aufträge sei die konzentrierte Ausrichtung notwendig geworden. Aus den Tätigkeiten in den verschiedenen Abteilungen wies Hilber auf die teils anspruchsvollen Arbeiten hin, die von den Mitarbeitern immer mit viel Freude ausgeführt werden. Hier spiele die Identifikation mit dem Produkt viel stärker, immer Gewissheit zu haben, wofür das hergestellte Teil Anwendung findet. Freude macht den Mitarbeitern auch die Arbeit im Kreativbereich, wo Geschenksgegenstände hergestellt werden.

Immer das Ziel der Integration vor Augen

Marcel Hilber wies zum Arbeitseinsatz der Mitarbeiter darauf hin, dass es bei jedem Einsatz immer um die mögliche Integration im ersten Arbeitsmarkt gehe. Bei ihnen seien es allesamt Leute, die eine IV-Rente beziehen. Hier im Buecherwäldli erhalten sie eine sinnvolle Beschäftigung und könnten soziale Kontakte pflegen. Zu Hause würden sie ansonsten vereinsamen.

Dank der ISO-Zertifizierung 9001 seien sie in der besseren Situation für Kundenaufträge. Erst kürzlich hätten sie auch das Audit der Fortsetzung erfolgreich bestanden. An Hand der bearbeiteten Teile – grösster Kunde ist Bühler Uzwil – bestätigten sich die hohen Ansprüche der Kunden. Eine Erfolgsgeschichte wurde das Velogeschäft, das zu Rezessionszeiten mit Veloreparaturen für Afrika seinen Anfang nahm. Heute werden neue Velos für den Verkauf konfektioniert. Bereits laufen Vorbereitungen, Gleiches mit E-Bikes anzugehen.

Im Anschluss waren die Anwesenden zum Apéro-Imbiss geladen, vom Buecherwäldli vorbereitet.