Eine fulminante und verdientermassen ausverkaufte Dernière, feierte am Samstagabend das Theater Jetzt mit einem Stück, welches von der karibischen Weihnacht handelt. In Mili’s Café liefen die beiden Protagonisten auf der Bühne noch ein letztes Mal zur Hochform auf. Wenn aus einer Advents-Spielzeit deren neun Jahre werden. Wenn die Dernière restlos ausverkauft ist. Wenn dann die hintersten Zuschauer – zwar die Bühne fast nicht sehen, das Stück aber trotzdem verstehen – und wiederkehrend laut herauslachen; dann ist das Theater Jetzt am Werk. Oliver Kühn verstand es ausgezeichnet und während über 100 Aufführungen der „Karibischen Weihnacht“, mit Wortwitz und abwechslungsreicher Mimik zu überzeugen. In Nichts stand ihm dabei sein Bühnenpartner nach. Auch Nando Betschart und sein Akkordeon passten sich nahtlos dem niveauvollen Engagement Kühn’s an. Es war am Samstagabend ein ganz spezieller Auftritt, denn in den vielen Aufführungen vorher und der jahrelangen Verfeinerung des Stücks, sammelten sich immer weitere Gedichte und Musikkompositionen an, so, dass schlussendlich Material für eine dreistündige Aufführung vorhanden gewesen wäre. «Aber das wollten wir dann unserem Publikum doch nicht zumuten», sagte Nando Betschart im Vorfeld.

Klein, fein, warm und eng
Es brauchte Improvisationstalent von allen Seiten bei der Verabschiedung dieses kurzweiligen Stücks. Denn Mili’s Café platzte aus allen Nähten. Einzelne ankommende Gäste mussten gar abgewiesen werden. So war es in einem kleinen aber feinen Spielort zwar gemütlich, aber eng, warm und für die Hintersten ein Kraftakt, denn sie mussten ihren Hals strecken, wenn sie bis auf die kleine Bühne sehen wollten. Der guten Laune tat dies aber keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. So sagte etwa Hanna Terlien, Besucherin aus Wiezikon und zuhinterst stehend, dass sie vollkommen zufrieden sei. «Es ist wie immer, wenn Oliver Kühn mit dem Theater Jetzt auf der Bühne steht. Skurril, aber stets amüsant und lustig», sagte die Besucherin und traf mit dieser Einschätzung wohl die Meinung aller 80 Besucher an diesem Abend. Oliver Kühn zeigte sich ebenfalls zufrieden. «Wir sind überwältigt von diesem grossen Zulauf an unserer Dernière, danke.»

Weitere Anlässe geplant
Es braucht viel Kraft und Ehrgeiz, solche Anlässe auf die Beine zu stellen. Insbesondere dann, wenn man von den Besuchern beinahe überrannt wird. Gelöst haben dies aber die Involvierten bestmöglich. Mili Haefele, seit anderthalb Jahren die Chefinn von Mili’s Café, freute sich, als sich das Theater Jetzt bei ihr gemeldet hat. «Ich bin sehr zufrieden, wie sich das Ganze in Sirnach etabliert hat. Und natürlich werden wir weiterhin und oft auch ganz spontane Anlässe anbieten, denn das Echo ist jeweils enorm positiv», sagt die junge, sympathische Wirtin.