Rund 40 in der Seelsorgeeinheit Uzwil in verschiedenen Funktionen engagierte Personen fanden sich am Freitagmorgen im Pfarreizentrum in Niederuzwil ein. Eingeladen hatte ein Kernteam unter der Leitung von Paul Gähwiler, Präsident des Kirchenverwaltungsrates der Pfarrei Niederuzwil-Henau. Der Anlass stand unter dem Thema «Kirche auf dem Weg – wohin?». Gähwiler betonte einleitend, dass es sich um eine Kickoff-Veranstaltung mit dem Ziel einer Bestandesaufnahme handle. Daraus würden Teilprojekte resultieren, die an folgenden Treffen bearbeitet werden und ab Ende des nächsten Jahres in konkrete Massnahmen ausmünden sollen.

Zahlreiche Fragen standen im Raum: Wer wird in 30 Jahren in den Kirchen noch Gottesdienste feiern? Wie wird die Liturgie dann gestaltet sein? Wer wird das Pfarreileben mittragen, wer sich überhaupt noch für religiöse Fragen interessieren? Welche Angebote werden in Zukunft verschwinden, welche neu geschaffen werden? Werden sich weiterhin Menschen beruflich und ehrenamtlich für die Kirche vor Ort einsetzen? Bleibt die Botschaft von Jesus für die Gesellschaft relevant? An sechs Tischen wurden sechs Aspekte der Problematik gründlich diskutiert. Im Plenum wurden anschliessend Schwerpunkte für die folgenden Treffen gesetzt.


«Sind wir Rom oder Uzwil»

Das Kernteam forderte die Teilnehmer mit provokativen Fragen zu klaren Stellungnahmen auf. Im Bereich Kommunikation/Wahrnehmung beispielsweise wurde diskutiert, wie bindend heute Verlautbarungen aus Rom für die Ortskirche noch sind. Die Meinungen etwa zum Zölibat und zur notwendigen Verbesserung der Stellung der Frau in der Kirche scheinen gemacht. Zur finanziellen Situation wurde die Meinung geäussert, dass die infolge der Kirchenaustritte schwindenden Kirchensteuern nicht zu einer Verminderung des seelsorgerischen Angebots führen dürfe. Gedanken werde man sich über die Nutzung der Kirchengebäude machen müssen. Grosse Ansprüche werden an das in immer kleinerer Zahl vorhandene hauptberufliche Personal gestellt. Aber ob beruflich oder ehrenamtlich tätig: Die Fähigkeit auf Menschen zuzugehen wird als unerlässlich angesehen. Nötig seien Sympathieträger, Netzwerker, Integratoren. Bei der Gestaltung der Gottesdienste kamen viele, zum Teil widersprüchliche, Anforderungen zur Sprache.

Alles in allem: Die Diskussion ist in Gang gekommen. Der Gestaltungswille ist spürbar. In die künftigen Gespräche werden Menschen einbezogen, die abseits der Kirche stehen. Auf die Resultate darf man gespannt sein.