Das sind mal klare Verdikte bei der Katholischen Kirchgemeinde Henau-Niederuzwil: Die Katholiken von Uzwil und Sonnental sagten am Sonntag dreimal Ja. Sie taten es an der Urne, weil die Kirchbürgerversammlung Ende März wegen dem Coronavirus hatte abgesagt werden müssen. Es ging unter anderem um den Verkauf einer Landreserve an der Fichtenstrasse in Uzwil mit einer Grösse von gut 2000 Quadratmetern. Auf diesem Land steht heute ein Kindergarten samt Zivilschutzanlage. Bis ins Jahr 2040 ist es an die Politische Gemeinde Uzwil verpachtet. Da die Kirchgemeinde keinen Bedarf mehr dafür hat, wurde den Kirchbürgern beantragt, den Boden für gut 800'000 Franken an die Politische Gemeinde zu verkaufen. Mit einer Zustimmung von 89 Prozent wurde dieses Vorhaben gutgeheissen.

Gar mit 93 Prozent wurde an der Urne das Budget für das laufende Jahr und der bei 23 Prozent verbleibende Steuerfuss genehmigt. Rekordverdächtige 98 Prozent Ja-Stimmen gab es für die Jahresrechnung 2019. Die Stimmbeteiligung lag bei mageren 11,3 Prozent. «An der Kirchbürgerversammlung nehmen jeweils zwei bis drei Prozent der Stimmberechtigten teil», sagt Paul Gähwiler-Wick, Präsident der Katholischen Kirchgemeinde Henau-Niederuzwil.

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Katholisch Uzwil möchte Land verkaufen (11.3.20)

In 20 Jahren läuft der Baurechtsvertrag aus, und die katholische Kirchgemeinde Henau-Niederuzwil müsste dann den Kindergarten Fichtenstrasse samt Zivilschutzanlage von der Gemeinde zurückkaufen. An beiden Objekten hat die Kirchgemeinde aber kein Interesse. Deshalb schlägt der Verwaltungsrat der Rechnungsgemeinde vom 30. März vor, das Grundstück an die Gemeinde zu verkaufen. Es handelt sich um gut 2000 Quadratmeter Land in der Zone für öffentliche Bauten. Bei einem Preis von 400 Franken pro Quadratmeter ergibt das eine Summe von 800 000 Franken. Der Erlös soll zweckgebunden für Finanzliegenschaften der Kirchgemeinde zurückgestellt werden. Die Bürger der politischen Gemeinde haben das Geschäft bereits gutgeheissen.

Sozialer Wohnungsbau

Das ganze Grundstück an der Birkenstrasse, das sich im Besitz der katholischen Kirchgemeinde befindet, ist 4000 Quadratmeter gross. Auf der südlich gelegenen Hälfte steht momentan ein Gebäude mit 26 altersgerechten Wohnungen vor der Fertigstellung. Bauherrschaft ist die Genossenschaft «Wohnen 60plus Uzwil». Für die meisten Wohnungen – mit zweieinhalb-, dreieinhalb- und viereinhalb-Zimmern – gibt es bereits Zusagen von Mietern. Pikantes Detail: Die Kirchgemeinde hatte das Grundstück einst als Baulandreserve für eine allfällig notwendige zweite Kirche erworben. Nun, da die eine Kirche meist nur noch zu einem Bruchteil beansprucht wird, ist der Boden für eine soziale Aufgabe im Baurecht zur Verfügung gestellt worden.


73 Kirchenaustritte

Dass immer mehr Menschen den Landeskirchen den Rücken kehren, trifft auch das katholische Uzwil. Bei gut 5100 katholischen Einwohnern musste die Kirchgemeinde im vergangenen Jahr 73 Austritte entgegennehmen. Im Vorjahr waren es 43 Austritte. Die Jahresrechnung 2019 schliesst aber trotzdem noch mit einem Gewinn von annähernd 100 000 Franken ab. Budgetiert gewesen war ein Überschuss von 1450 Franken. Für das laufende Jahr wird ein Steuerrückgang um zwei Prozent oder rund 50 000 Franken erwartet. Trotzdem wird noch ein Gewinn von 15 000 Franken budgetiert.