Die Bauten des Stiftsbezirks St.Gallen stammen mehrheitlich aus dem 18. Jahrhundert. Im Zuge laufender Unterhaltsarbeiten wurden in den vergangenen Jahrzehnten in verschiedenen Trakten auch Fenster erneuert. Dennoch sind immer noch viele Fenster älter als sechzig Jahre. Konkret geht es um total 374 Fenster beim Schul-, Konvent- und Bibliotheksflügel, beim Kreuzgang, Dekanatsflügel West und dem Professenhaus. Diese Fenster sind schadhaft und erfüllen die Anforderungen an die heutigen wärme- und lärmtechnischen Standards nicht mehr. Die ältesten haben weder Dichtungen noch Isoliergläser. Fensterkitt fällt aus den Rahmen und die Farbe blättert ab.

Der Administrationsrat des Katholischen Konfessionsteils des Kantons St.Gallen legt folglich dem Kollegium (180-köpfiges Parlament) einen Verpflichtungskredit in der Höhe von 2,2 Millionen Franken vor. Abzüglich der Denkmalpflege- und Energieförderbeiträge werden knapp 1,9 Millionen Franken in den nächsten zehn Jahren zu amortisieren sein. «Mit der Erneuerung dieser Fenster sind die Fassaden der Stiftsgebäude sodann vollständig renoviert», hält der Administrationsrat in seiner Botschaft fest.

Eine rote Null

Das Geld beschäftigt auch im zweiten grossen Traktandum, dem Budget 2023. Dieses weist bei einem Aufwand von 72,4 Millionen Franken ein Defizit von knapp 360'000 Franken aus. Der Administrationsrat spricht von einer roten Null. Nebst dem Finanzausgleich stellt der Personalaufwand mit knapp 40 Prozent den höchsten Ausgabenfaktor dar. Dieser steigt aufgrund eines beschlossenen Teuerungsausgleichs von zwei Prozent.

Der Mehraufwand an der katholischen Kantonssekundarschule «flade» angesichts einer grösseren Anzahl Klassen kann durch höhere Schulgelderträge wettgemacht werden. Um 150'000 Franken auf 1,2 Millionen Franken aufgestockt wird – vorbehältlich der Annahme des Budgets durch das Kollegium – der Kredit für die Missions- und Entwicklungshilfe. Damit reagiert der Katholische Konfessionsteil des Kantons St.Gallen auf die steigende Armut in der Welt.

Die Erträge aus der Zentralsteuer steigen gegenüber dem Vorjahr leicht an. Die Pandemie hat weniger starke Folgen hinterlassen als erst befürchtet. Dennoch: Der Administrationsrat budgetiert angesichts der Kirchenaustritte zurückhaltender als es die positive Beurteilung des Kantonalen Steueramts zulassen würde.

Neuer Kollegiumspräsident steht bereit

Sodann wird an der Kollegiumssitzung auch das Präsidium für die Amtsdauer 2022 bis 2024 zu bestimmen sein. Als Kollegiumspräsident steht der amtierende Vize Peter Burkhard aus Ebnat-Kappel in den Startlöchern. Der 59-Jährige spricht im Hinblick auf die Wahl von einer Ehre, dem Katholischen Konfessionsteil und somit der katholischen Bevölkerung zu dienen. Dem Kollegium gehört er seit 2007 an. Der dreifache Familienvater ist Unternehmensberater und Versicherungsfachmann. Er ist ein Unterstützer des dualen Systems, weil so die Geistlichkeit mit der Weltlichkeit zusammenspannen müsse. Die katholische Kirche bezeichnet er als tolerant. Er begründet dies mit der Freiheit, den Glauben so zu praktizieren, wie er möchte. Als neuer Vizepräsident nominiert ist Bernhard Krempl aus Goldach.

Eröffnet wird die Session mit dem St.Galler Bischof Markus Büchel, der anlässlich des 175-Jahr-Jubiläums des Bistums dem Kollegium einen Besuch abstattet. Er stellt sich im Plenum den Fragen von Roger Fuchs, dem Kommunikationsbeauftragen des Katholischen Konfessionsteils.

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Der Zustand zahlreicher Fenster ruft nach einer dringenden Sanierung.