Die Vögel zwitschern, die Haselsträucher blühen, die ersten Allergiker niessen. Es ist in diesen Tagen spürbar, dass der Frühling näher kommt. Für den Winterdienst er Stadt Wil neigt sich damit eine arbeitsarme Saison dem Ende zu. Natürlich kann es auch in den kalendarischen Frühlingsmonaten noch schneien. Aber mindestens bis Mitte März rechnet der Monatsausblick des Bundesamts für Meterologie und Klimatologie mit milden Temperaturen. Wie wirkt es sich auf die lokale Umwelt aus, wenn die Strassen einen Winter lang kaum geräumt oder gesalzen werden mussten? hallowil.ch hat beim Departement Bau, Umwelt und Verkehr (BUV) der Stadt Wil nachgefragt.

Mit Salz besprühte Pflanzen leiden

Den Pflanzen und Böden in der Nähe von Strassen dürfte der schneearme Winter gut bekommen sein. Durch die Gischt, also unter den Pneus von Autos wegspritzendes Wasser oder Schnee, ergeben sich in Strassennähe erhöhte Salzkonzentrationen, die lange anhalten können, schreibt das BUV auf Anfrage. Pflanzen und Bodenorganismen seien diesen erhöhten Salzgehalten ausgesetzt. «Im Normalfall kommt es bei üblichen Tausalz-Konzentrationen aber zu keinen Schäden», schreibt das BUV weiter. Hingegen könnten durch die direkte Besprühung oder die direkte Aufnahme des salzhaltigen Wassers Schäden entstehen. Generell gelte es deshalb auch in schneereichen Wintern, nur gezielt und möglichst wenig zu salzen. 

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In diesem Winter kamen die Fahrzeuge des Winterdienstes kaum aus der Garage.

Auch im Abwasser kommt es in den Wintermonaten mit Schnee zu einer Erhöhung des Salzgehalts. Jedoch werde die Konzentration so stark verdünnt, dass es « zu keinen Schäden oder Beeinträchtigungen im Betrieb kommt». Bei stark erhöhten Werten könnte es theoretisch zu erhöhter Metall-Korrosion in Leitungen und Geschmacksbeeinträchtigungen beim Trinkwasser kommen. In kleineren Gewässern, zum Beispiel in Bächen, könne die Chlorid-Konzentration stark ansteigen, wenn die Strassen gesalzen werden, schreibt das BUV. Doch auch beim Wasser komme es in der Regel selbst in Wintern mit Salzeinsatz nicht zu «kritischen Verhältnissen».

Wechselnde Temperaturen sind Gift für Strassenbeläge

Auch für die Strassenbeläge bringt das mehrheitliche Ausbleiben der Schneeräumung gemäss BUV keine entscheidenden Vorteile: «Die Strassen nehmen vor allem bei ständig wechselnden Temperaturen um den Gefrierpunkt Schaden, wenn sich Niederschlag und Frost abwechseln.» Wieviel Geld die Stadt spart, weil Pflug und Streuwagen des Werkhofs heuer in der Garage bleiben, kann das BUV nicht beziffern, weil die Rechnung noch bis Ende Jahr läuft. «Einerseits ist dieser Winter noch nicht abgeschlossen, andererseits kann keine Aussage über den nächsten gemacht werden», schreibt das Departement.