Zwei Einsprachen und eine Sammeleinsprache mit mehreren Dutzend Personen waren gegen die geplante Handyantenne beim Wiler Autobahnzubringer während der öffentlichen Planauflage eingegangen. Während Salt damit den Empfang im Quartier verbessern will, fürchten sich besorgte Einwohner um ihre Gesundheit wegen der zusätzlichen Strahlenbelastung. Acht Meter hoch soll die Antenne auf dem Dach des Mehrfamilienhauses an der Georg-Renner-Strasse 66/68 werden. Es handelt sich um eine ältere Liegenschaft nahe des Zeughausareals.

Nachdem die Baufachkommission der Stadt Wil vor den Sommerferien alle Einsprachen abgewiesen hatte, waren wieder die Einsprecher am Zug. Es lag nun an ihnen, den Widerstand weiterzuziehen und beim kantonalen Baudepartment Rekurs zu erheben. Darauf haben sie verzichtet, womit die Baubewilligung rechtskräftig ist und mit dem Bau begonnen werden kann.

Je weiter die Antenne entfernt ist, desto mehr strahlt das Handy
Somit gab es für Salt in Wil schneller grünes Licht als auch schon. Zwei bis drei Jahre Verzögerung muss der Mobilfunkbetreiber im Durchschnitt einberechnen, um zu einer Baubewilligung zu kommen. Praktisch immer geht es um die Strahlenwerte. So auch in Zuzwil, wo Salt ebenfalls auf dem Dach eines Gebäudes eine Antenne errichten will. Der Coop an der Herbergstrasse wurde auserkoren – zum Missfallen mehrerer Zuzwiler Bürger und auch Ortsparteien. Nachdem die SVP und SP der Gemeinde ihre Bedenken geäussert hatten, sind während der Planauflage sieben Einsprachen eingegangen (www.hallowil.ch hat berichtet). Der Gemeinderat wird über diese nach den Sommerferien entscheiden, so die Einsprachen nach einem zuvor stattfindenden Schriftenwechsel nicht zurückgezogen werden. Erfolgt wie in Wil eine Abweisung durch die kommunale Behörde, haben auch die Zuzwiler Einsprecher die Möglichkeit, Rekurs einzulegen.

Auf Anfrage von Hallowil nimmt Salt Stellung zu den Vorwürfen der Zuzwiler Ortsparteien. Ein wichtiges Argument war die Nähe zur Schule. «Diese ist rund 150 Meter entfernt und befindet sich nicht in unmittelbarer Nähe zur Antenne», sagt Salt-Sprecher Benjamin Petrzilka. Er ergänzt: «Mobilfunkanlagen werden dort benötigt, wo sich die Nutzer aufhalten und sollten aus netzwerktechnischer Sicht möglichst zentral erstellt werden. Antennenanlagen senden nur über wenige hundert Meter ein qualitativ hochstehendes Signal.» Zudem werde die Sendeleistung der Mobiltelefone und somit die Strahlenbelastung umso grösser, je weiter die Mobilfunkantenne entfernt liege.

Zwölf neue Salt-Antennen in der Region Wil geplant
Mehr Netzwerkkapazität ist nötig, weil sich die Datenmenge jedes Jahr in etwa verdoppelt. «Zudem wird durch zusätzliche Antennen auch die Abdeckung in den Gebäuden deutlich verbessert», sagt Petrzilka. So erstaunt es nicht, dass Salt alleine im Grossraum Wil ein Dutzend Antennenprojekte plant.