Frühlingsferien, in den Schulanlagen ists ruhig. Nicht so im Neuhof Uzwil. Dort haben die Arbeiten der letzten Sanierungsetappe begonnen.Die Primarschulanlage Neuhof Uzwil – ein prägnanter Sichtbetonbau – wurde 1979 bis 1981 gebaut. 2015 startete ihre etappenweise Erneuerung im Rahmen des Gesamtkonzeptes. Die Schulanlage erhielt im ersten Schritt einen Lift, weitere Massnahmen für die Rollstuhlgängigkeit wurden umgesetzt. Die Hauswartwohnung wurde in Schulraum umgewandelt. 2017 erfolgte die Aussenrenovation des Schulhaustraktes, er erhielt eine Photovoltaikanlage.

Sanieren, Sonne nutzen
Nun ists mit der Aussenrenovation des Turnhallentraktes los gegangen, er ist eingerüstet. Es gibt Betonsanierungen an der Fassade, neue Fenster und Storen. Das Dach wird saniert und gedämmt. Das Garderobendach erhält eine mechanische Lüftung für die Duschen.

Die Warmwassererzeugung für die Duschen der Turnhalle wird mit einer Warmwasser-Solaranlage ausgerüstet. Das Warmwasser für die Duschen kann damit klimaverträglich erzeugt werden. Auf dem Dach der Turnhalle entsteht auch eine Photovoltaikanlage. So erhöht die Gemeinde – entsprechend der generellen Zielsetzung auf dem Weg zur Energiewende – den Anteil erneuerbarer Energie. Die Sanierungsarbeiten dauern noch bis Ende der Sommerferien.

Sichtbeton bleibt
Das gewohnte Erscheinungsbild der Turnhalle als Sichtbeton-Bau bleibt erhalten. Die Arbeiten dauern bis Ende der Sommerferien. Wobei die lärmigen Arbeiten – jetzt etwa die Spitzarbeiten an der Betonfassade – in die Ferienzeit gelegt werden. Damit die Schülerinnen und Schüler durch Sanierungsarbeiten möglichst wenig gestört werden.

WEIERE THEMEN
Vorgestellt

GETU Uzwil | Geräteturnen ist die Breiten-sportform des Kunstturnens. In der GETU-Riege Uzwil üben wir diese Sportart als wettkampforientierten Leistungssport aus. Zusammen mit 15 Trainerinnen und Trainern haben die Mädchen in der jeweiligen Alterskategorie zwei bis drei Mal wöchentlich Training.

Unsere Leistungsfortschritte messen wir an Wettkämpfen auf regionaler, kantonaler und nationaler Ebene. Interessierte Mädchen ab dem 5. Geburtstag können im Kids Gym des Geräteturnens jederzeit einsteigen. Weitere Infos erhalten Sie auf der Homepage www.getu-uzwil.ch oder beim Präsidenten Marcel Naumann (071 951 76 12).
Infos zur IG Sport und Aktuelles zu den Mitgliedervereinen finden Sie im Internet: www.ig-sport-uzwil.ch .

Die Region Uzwil bewegt – lassen auch Sie sich bewegen. Auch für Sie ist ein passendes Angebot dabei. Garantiert! | Kathrin Germann

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Auf der textilen Landkarte
«Textilland Ostschweiz» entwickelt touristische Angebote, welche das textile Know-how und Erbe der Ostschweiz erlebbar machen. So auch textile Routen durch die Ostschweiz. Die «Textilland Explorer Tour Süd» reicht neu bis nach Uzwil. Empfohlen in Uzwil sind der Stickereiplatz des neuen Gemeindehauses mit seiner Schifflistickerei aus den 1910er Jahren und das Hotel Uzwil mit seinen Textilzimmern. René Meier, Direktor des Hotels dazu: «Die Routenführung über Uzwil wertet die Bedeutung unserer Textilzimmer auf. Das freut uns.»

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Kiesstrasse gesperrt
Im Rahmen der Erweiterung der Rüti wurde die Wirmetenstrasse – eine Kiesstrasse, welche ab der Thuraustrasse «hinter» der Rüti durchführt und auch das Gebäude des Reitclubs erschliesst – verlegt. Und sie wurde leicht erhöht, weil sie ein Element des Hochwasserschutzes der Anlage ist. Ein Teilstück der Kiesstrasse hat sich gesenkt, damit ist der Hochwasserschutz der Rüti geschwächt. Dieser Tage wurde deshalb die Strasse in Stand gestellt. Sie bleibt bis Ende April zwischen der Thuraustrasse und dem Gebäude des Reitclubs für Autos und Pferde gesperrt. Für Fussgänger und Jogger bleibt sie benutzbar.

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Kehrichtsammlungen
Mittwoch in Niederuzwil, Donnerstag in Uzwil und Stolzenberg. Freitag in Algetshausen, Henau, Niederstetten und Oberstetten. Bitte stellen Sie Ihren Kehricht am Abfuhrtag bis 7 Uhr bereit.

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Grünabfuhr
Montag in Niederuzwil, Uzwil und Stolzenberg, Dienstag in Algetshausen, Henau, Niederstetten und Oberstetten. Das Grüngut stellen Sie bitte dort bereit, wo Sie auch den Kehrichtsack hinstellen.

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+++ Gezwitscher +++
Silber: Der Badmintonclub Uzwil wurde Vize-Schweizermeister. +++ Die Mitarbeitenden der Gemeinde sind durchschnittlich 44 Jahre alt und seit 10 Jahren für die Gemeinde tätig. +++ 3,3 Mio. Franken zog das Betreibungsamt 2017 ein.

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Menschen: Ferdinand Gehr
Der Garten war das Reich seiner Frau, sie pflegte ihn mit viel Liebe. Gärtnern sagte ihm nichts. Der Garten bereitete ihm grosse Freude. Jede Blume war für ihn nicht nur eine Blume, war ein eigenes Wesen. Dem er mit Respekt und Hochachtung begegnete. Seine Blumenaquarelle lagen ihm denn auch gleichermassen am Herzen wie die anderen Themen seines Wirkens.

Henauer Bürger
Im neuen Gemeindehaus ist Ferdinand Gehr ein Raum gewidmet. Er wurde am 6. Januar 1896 in Niederglatt geboren, wuchs dort auf. War Bürger der Gemeinde Henau. Und legte Wert auf Henau. Nicht Uzwil. In Niederuzwil an der Marktstrasse hatte er einst sein Atelier. Seinen Lebensmittelpunkt fand er später im Rheintal, in Altstätten. Dort verstarb er 1996.

Stickerei stand am Anfang
Er begann seine berufliche Laufbahn als Stickereizeichner. Machte sich selbstständig, entwarf Stickereien und liess die Muster von seinen Schwestern umsetzen. Interessant zu erkennen, wie schon in den damaligen Stickereien sein späteres Werk, sein Weg erkennbar scheint.

Erneuerer sakraler Kunst
Ferdinand Gehr schuf bedeutende sakrale Werke, Fresken, Sgraffitos, Glasmalereien, Blumenaquarelle, Landschaften, Farbholzschnitte. Anfänglich war er höchst umstritten. 1954 verlangte der dortige Bischof, vor der Weihe der Kirche St. Anton in Wettingen Gehrs Apsismalerei zu verstecken. Noch 1957 musste sein Werk in der Kirche Oberwil im Kanton Zug nach Protesten aus der Bevölkerung abgedeckt werden. Das Für und Wider um dieses Werk beschäftigte Menschen und Medien. Hat er darunter gelitten? Seine Tochter Franziska verneint. Er habe sich damals zwei Tage zurückgezogen, sich und seine Arbeit tief hinterfragt. Und habe dann im Reinen mit sich und seinem Werk unbeirrt weitergearbeitet.

Tempi passati. Gehr ist inzwischen als bedeutendster Erneuerer der sakralen Kunst im 20. Jahrhundert, als herausragender bildender Künstler des 20. Jahrhunderts anerkannt, geschätzt und bewundert. In reduzierten, einfachen und klaren Formen stellte er das für ihn Wesentliche dar. Zuweilen in einer expressiven Farbkraft und mit gewagten Farbkompositionen.

Monumental
Kunst am Bau war seine Passion, sein Herz schlug für das Monumentale. Bis ins hohe Alter nahm er Aufträge dafür immer wieder an. Oft auch für sein Umfeld überraschend. Mit seinem Sgraffito prägt ein solches Werk den Lichthof des neuen Gemeindehauses am Stickereiplatz. Gehr schuf es 1954 in Goldach. Als das Gebäude abgebrochen wurde, retteten Vereinigung für Kulturgut, Arbeitgebervereinigung und Gemeinde das Werk für Uzwil.

Starke Frauen
Ferdinand Gehr war ein zurückhaltender Mensch. Er war tief gläubig, ohne frömmlerisch zu sein. Lebte einfach und pflegte eine positive Einstellung gegenüber der Schöpfung und seinen Mitmenschen. Gleichzeitig wusste er selbstbewusst um seine Bedeutung. Seinen Durchbruch und die Möglichkeit, von der Kunst gut zu leben, erreichte er in einem Alter, in dem andere pensioniert werden. Für ihn gabs keine Pension. Mehr als sieben Jahrzehnte umspannte seine Schaffenszeit. Das war ihm nur möglich, weil seine Frau und später seine Tochter Franziska ihm den Rücken freihielten, damit er seinen Weg gehen konnte.