Der Kantonsrat hat die Vorlage «Weiterentwicklung der Strategie der St. Galler Spitalverbunde» verabschiedet. Damit wird das stationäre Angebot künftig auf die vier Mehrspartenspitäler Wil, St. Gallen, Uznach und Grabs konzentriert. Am Spital Walenstadt wird das stationäre Angebot vorerst ebenfalls weitergeführt. Die Regierung wird bis Ende 2022 aber aufzeigen müssen, welche künftigen Möglichkeiten es für das Spital in Zusammenarbeit mit den Kantonsspitälern Graubünden und Glarus gibt. An den bisherigen Spitalstandorten Flawil, Wattwil, Rorschach und Altstätten werden regionale Gesundheits- und Notfallzentren (GNZ) mit ambulanten Leistungsangeboten etabliert, die auf die regionalen Bedürfnisse abgestimmt sind und je nach Bedarf auch über ein Notfallangebot verfügen. Dies teilt der Kanton St. Gallen am Mittwochabend mit.

Und so geht es nun in der Region Wil weiter: Die stationären Angebote des Spitals Flawil werden bis etwa Mitte 2021 nach St. Gallen verlegt. Eine Projektgruppe mit Vertretern der Pflegeheimbetreiberin Solviva, dem Schweizer Paraplegikerzentrum, der niedergelassenen Ärzteschaft, dem Kantonsspital St.Gallen, dem Wohn- und Pflegeheim Flawil und der Gemeinde hat zusammen mit dem Kanton die Arbeiten für die Ausarbeitung der Nachfolgelösung des Spitals Flawil aufgenommen.

Volksabstimmung im Juni oder September 2021

Im Jahr 2024 erfolgt die Verschiebung der stationären Angebote aus Wattwil nach Wil. In Wattwil laufen Gespräche mit der niedergelassenen Ärzteschaft und den Regionenvertretern zum weiteren Vorgehen. Hier soll zusätzlich zum regionalen GNZ ein Kompetenzzentrum für spezialisierte Pflege realisiert werden. Die Vorarbeiten mit Solviva, der Spitalregion Fürstenland Toggenburg und der Psychiatrie St.Gallen Nord sind bereits weit gediehen. Und für den Spitalstandort Wil muss bis im Jahr 2026 ein Bericht zur Zukunft vorzuliegen.

Der Kantonsrat hat am Mittwoch zudem mehrere Erlasse und Erlassänderungen vorgenommen. Zwei Beschlüsse unterstehen noch dem obligatorischen Finanzreferendum und kommen im Juni oder September 2021 zur Abstimmung. Es ist dies zum einen der Teil des Sanierungsbeitrags der Spitalregion Fürstenland Toggenburg, der in Form einer Bareinlage von 10 Millionen Franken und einer Umwandlung von Kontokorrent-Darlehen in Eigenkapital von 20 Millionen Franken vorgenommen werden muss. Zum anderen müssen die Stimmbürger der Erhöhung der Kantonsbeiträge im Bereich der Notfallversorgung im Umfang von jährlich 10,3 Millionen Franken zustimmen. Inwiefern noch weitere Erlasse zur Abstimmung kommen, zeigt sich nach Ablauf der Referendumsfrist am 25. Januar 2021.

Eine Volksabstimmung könnte es auch zur Spital-Strategie geben. Dann nämlich, wenn das Referendum ergriffen wird. 4000 Unterschriften sind dazu nötig. (pd/red)