Ob Kirchberg, Bütschwil-Ganterschwil, Neckertal, Degersheim, Zuzwil oder Wil: Gefühlt überall steht eine Steuerfuss-Senkung für das laufende Jahr an. Überall? Nein. Der Oberuzwiler Gemeinderat beantragt an der Bürgerversammlung von kommendem Dienstag, den Steuerfuss bei 129 Prozent zu belassen. Er tut dies, obwohl er vor Jahresfrist versprochen hatte, den Steuerfuss im Falle eines neuerlichen Gewinnes zu senken – und nun ein Überschuss von 1,33 Millionen Franken resultiert hat. Gemeindepräsident Cornel Egger sagt: «Vor einem Jahr haben wir noch nicht gewusst, dass nun eine Steuerreform ins Haus steht, welche uns Geld kosten wird.»

Trotzdem wurde an der Vorgemeinde, die am Dienstagabend im Restaurant Rössli auf Einladung der vier Ortsparteien abgehalten wurde, darüber diskutiert, ob es eine Reduktion ertragen würde. Dies auch unter dem Aspekt, dass die Gemeinde ein frei verfügbares Eigenkapital von gut sieben Millionen Franken hat. Nochmals Egger: «Ja, wir haben Geld und könnten auch eine Reduktion um drei Steuerprozente ertragen. Es steht aber einiges an in nächster Zeit. So zum Beispiel die Aufwertung des Sägiweihers und des Bettenauer Weihers. Das wollen wir sauber finanziert haben. Es ist ein Eiertanz.» Andere Stimmen wurden laut, die eine Reduktion um zum Beispiel zwei Prozentpunkte begrüssen würden, um den Steuerzahlern ein Zeichen zu geben. Von den Parteipräsidenten sprach sich aber niemand für eine Senkung aus.

Einwohnerzahl ist geschrumpft

Weiter erstaunlich: Die Einwohnerzahl von Oberuzwil hat im vergangenen Jahr entgegen dem Trend leicht abgenommen – um knapp 30 Personen auf noch 6353 Einwohner. Es seien 2018 wenige Mehrfamilienhäuser bezogen worden, erklärte Egger. Er geht davon aus, dass per Ende des laufenden Jahres in etwa wieder das Niveau von 2017 erreicht sein dürfte.

Das ausbleibende Wachstum hat auch Auswirkungen auf die drei Kirchgemeinden. Konnten diese in den vergangenen Jahren die Austritte dank dem Wachstum des Dorfes in etwa ausgleichen, resultierte im vergangenen Jahr ein Minus an Kirchbürgern. Bei der Reformierten Kirchgemeinde war gar eine Abnahme von 80 Personen zu beklagen.

 
Interessantes gibt es von der Wasserkorporation Oberuzwil zu vermelden. Sie hat im Jahr 2018 investiert - und dabei Geld eingenommen.

Doppelkindergarten soll saniert werden

Bei der Schule stehen in diesem Jahr diverse Bauarbeiten an. Vor allem ab Sommer werde viel gebaut, liess Schulpräsident Roland Waltert verlauten. An der Bürgerversammlung gelangt die Sanierung und Aufstockung des Doppelkindergarten Schulstrasse zur Abstimmung. Zuletzt hatte es vermehrt Schwierigkeiten mit der Gebäudehülle gegeben. Beantragt wird ein Kredit von 1,48 Millionen Franken.

Die Bürgerversammlung findet am kommenden Dienstag (26. März) ab 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle Breite in Oberuzwil statt.