«Für den zurücktretenden Schulratspräsidenten Orlando Simeon werden die Kirchberger Stimmbürgerinnen und Stimmbürger in den nächsten Monaten eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger bestimmen», heisst es in einer Mitteilung der Gemeinde. Der erste Wahlgang fände am 15. Mai 2022 statt, ein allfälliger zweiter Wahlgang sei auf den 21. August 2022 angesetzt worden.

Kandidatensuche bis 6. Februar

Eine überparteiliche Findungskommission mit Mitgliedern aller Ortsparteien habe sich zum Ziel gesetzt, bis Ende Februar Kandidierende zu suchen, in einem vertieften Auswahlverfahren zu prüfen sowie den Bürgerinnen und Bürgern zur Wahl vorzuschlagen. So habe die Kommission denn auch schon begonnen: «Die Findungskommission hat im Januar ihre Arbeit aufgenommen, sich auf ein konkretes Anforderungsprofil geeinigt und das Inserat veröffentlicht.» Der Prozess sähe vor, dass bis am 6. Februar 2022 Bewerbungen bei der Findungskommission eingereicht werden können.

Nach Entgegennahme der Bewerbungen werde im Februar ein mehrstufiges Bewerbungsverfahren durchgeführt. Nach Anhörung und Prüfung der Kandidierenden werde die Findungskommission Ende Februar einen Vorschlag zuhanden der Stimmbevölkerung erstellen.

Wer wird gesucht?

Zum Profil der Person, die Simeon ersetzen soll, schreibt die Gemeinde: «Gesucht wird eine motivierte, kommunikationsstarke Führungspersönlichkeit mit Erfahrung im Bildungswesen, welche die Gesamtführung der Schulen Kirchberg mit der anstehenden Neuorganisation der Gemeinde und Schulen in einer äusserst spannenden Zeit übernehmen darf.»

Die Findungskommission

  • Markus Keller, SVP
  • David Mächler, SP
  • Pascal Naegeli, Die Mitte
  • Patric Schönenberger, Die Mitte
  • Simon Seelhofer, FDP
  • Remo Sprecher, FDP
  • Linus Thalmann, SVP
  • Natascha Wetter, SP

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So hat hallowil.ch bisher berichtet (8.12.21)

Kirchberger Schulratspräsident Orlando Simeon tritt von Amt zurück

Orlando Simeon legt nach fast 20 Jahren im Schulrat sein Amt nieder, er war seit 2005 Schulratsmitglied und seit 2015 dessen Präsident. Er hat seinen Rücktritt per 31. Juli des kommenden Jahres eingereicht und wird ab dem 1. August eine neue Herausforderung annehmen.

Die Gemeinde Kirchberg informiert am Mittwoch über den Rücktritt des derzeitigen Schulratspräsidenten Orlando Simeon. Er werde sein Amt Ende Juli 2022 niederlegen und ab 1. August «eine neue berufliche Herausforderung» annehmen. Deshalb habe er seinen Rücktritt per 31. Juli 2022 eingereicht. Orlando Simeon hab eine Stelle an einer Weiterbildungsinstitution im Kanton St. Gallen angeboten bekommen, welche er angenommen habe.

16 Jahre im Schulrat

Nachdem Orlando Simeon 2005 in den Schulrat gewählt wurde, welchen er dann ab 2015 präsidieren durfte, sei er bereits 16 Jahre Mitglied des Schulrates der Schulen Kirchberg. Auf anfangs 2017 sei er in der Einheitsgemeinde zusätzlich in den Gemeinderat gewählt worden. Er begründe seinen Rücktritt mit seiner beruflichen Situation, welche er gut zehn Jahre vor seinem Pensionsalter nochmals neu gestalten möchte.

Rücktritt wird «sehr bedauert»

Der Schulrat und der Gemeinderat der Gemeinde Kirchberg bedauere den Rücktritt von Orlando Simeon als Schulratspräsident und Gemeinderat sehr. So sprechen sie ihm in der Medieninformation denn auch ihren Dank aus, und zwar «für die 16 Jahre, in denen er die Schule in vielen Bereichen massgeblich weiterentwickelt hat. Dazu gehört die Schulraumplanung und die Realisierung der neuen Schulanlagen in Bazenheid, die Integration der verschiedenen Schulgemeinden in die Einheitsgemeinde, die Einführung des Lehrplanes Volksschule, der Aufbau der Digitalisierung in der Schule, die Einführung von ausserschulischen Betreuungsangeboten und viele weitere Themen in Schul- und Gemeinderat». Die vielen Jahre seien von grossem gegenseitigem Vertrauen und Wertschätzung geprägt gewesen.

Gemeinde wünscht ihm Erfolg

Schul- und Gemeinderat wünschen Orlando Simeon an seinem neuen Wirkungsfeld schon heute viel Erfolg.

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So hat hallowil.ch bisher berichtet (9.3.20)

Schulratspräsident Simeon: «Meine Stelle steht nicht zur Verfügung»

Per Stelleninserat sucht die Bürgerplattform «pro-gemeinde-kirchberg» einen neuen Schulratspräsidenten für die Schulgemeinde Kirchberg. Dies obwohl Orlando Simeon keine Rücktrittsgedanken hegt. Gegenüber hallowil.ch legen Mitglieder der Plattform und der Schulratspräsident ihre Sicht der Dinge dar.

Für die Suche nach einem neuen Schulratspräsidenten macht «pro-gemeinde-kirchberg» verschiedene Gründe geltend. Ein Mitglied, das anonym bleiben möchte, sagt am Telefon, dass die Bürgerplattform vor allem im Bereich Führung Mängel sehe. Da sei zum einen die Neuorganisation der Kirchberger Schuleinheiten, die der Schulrat vorgeschlagen hatte, die aber im vergangenen August an einer ausserordentlichen Bürgerversammlung bachab geschickt wurde. Die Reform sah vor, den Schulrat von neun auf fünf Personen zu reduzieren und ein Modell mit Geschäftsführer für die einzelnen Schuleinheiten einzusetzen. Bei einer anschliessenden Abstimmung retteten eine Handvoll Stimmen den Schulrat gar vor der Auflösung.

«pro-gemeinde-kirchberg»: fragwürdige Kündigungen

Neben dem Inhalt kritisiert «pro-gemeinde-kirchberg» auch die Kommunikation im Vorfeld der letztlich gescheiterten Reform. Beides macht die Bürgerplattform  am aktuellen Schulpräsidenten fest. Zudem sei auch die personelle Entwicklungen in manchen Schulen der Schulgemeinde fragwürdig. Unter anderem gehe es um verschiedene Kündigungen in der Primarschule Sonnenhof, darunter diejenige des ehemaligen Schulleiters Ch.G. und von weiteren Lehrern in den vergangenen Jahren. Im Fall von G. sei wegen unrechtmässiger Kündigung gar eine Entschädigung von rund 60'000 Franken fällig geworden (siehe Amtsrechnung der Gemeinde Kirchberg von 2015). 

Man wolle deshalb bei der kommenden Erneuerungswahl dafür sorgen, dass neben Simeon noch jemand anders kandidiert. Öffentlich mit dem Namen auftreten würden die Mitglieder von «pro-gemeinde-kirchberg», sobald sie Kandidaten gefunden hätten. Neben dem Stelleninserat laufe die Suche auch über persönliche Kontakte der 12 Kernmitglieder. Der Aufruf zur Kandidatensuche werde an über 300 Adressen in der Gemeinde und darüber hinaus verschickt. Auch bei der Suche nach Nachfolgern für die abtretenden Gemeinderäte Ueli Hui (FDP) und Hermann Baumgartner (SVP) wolle die Plattform unabhängige Kandidaten unterstützen.

«Wenn Vorwürfe kommen, müssen Fakten da sein.»

Orlando Simeon will sich zu den Vorwürfen nicht äussern. Auf die Ausschreibung seiner Stelle angesprochen sagt er am Telefon: «Meine Stelle steht nicht zur Verfügung.» Er werde am 27. September sicher zur Wiederwahl antreten. Auf Anschuldigungen aus anonymer Quelle werde er nicht reagieren. «Wenn Vorwürfe kommen, müssen Fakten da sein», so Simeon. Er wehrt sich gegen das schlechte Bild, welches «pro-gemeinde-kirchberg» von seiner Amtszeit zeichne und nennt Projekte, die unter seiner Ägide verwirklicht wurden. «Wir haben zwei Schulhäuser gebaut, die nächsten Sommer bezugsbereit sein werden.» Er verweist auf die modernisierte Informatik und das ausgebaute Angebot der Tagesstrukturen in mehreren Schuleinheiten. Derzeit würde zudem an der Einführung von Morgen- und Ferienbetreuung gearbeitet.

Seine Chancen auf eine Wiederwahl im September sieht der Schulratspräsident intakt. Er sagt aber auch: «Erfolg ist immer erst nach dem Auszählen der Stimmen klar.» (pro / red)

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Warum wird in Kirchberg ein neuer Schulratspräsident gesucht? (9.3.):

Diese Meldung kommt überraschend: Die neugegründete Plattform «pro-gemeinde-kirchberg» sucht per 1. Januar 2021 einen neuen Schulratspräsidenten oder eine neue Schulratspräsidentin. Ein entsprechendes Stelleninserat findet sich auf dem Jobportal ostjob.ch. Brisant: Über Rücktrittsgedanken des derzeitigen Amtsinhabers Orlando Simeon, gleichzeitig Gemeinderat für die FDP, ist bis anhin nichts bekannt. Es gehe ihr um «eine echte Auswahl bei den kommenden Gemeindewahlen» am 27. September, schreibt die Plattform in einer Mitteilung. Damit scheint klar: Gesucht ist ein Sprengkandidat.

Das Gremium, welches sich selbst als «neutrale Findungskommission» der Plattform bezeichnet, sucht zudem zwei Gemeinderäte für die Toggenburger Gemeinde, heisst es in einer Mitteilung von «pro-gemeinde-kirchberg».