Die Bedürfnisse der Biker sind unterschiedlich. Es gibt nicht den einen Biker. Der Genussbiker möchte einfache, gut signalisierte Routen, wohingegen ein ambitionierter Biker technisch anspruchsvolle Passagen und die Herausforderung sucht. Dabei wird auch von den klassierten Wegen abgewichen. «Im Wald ist das Velofahren heute nur auf öffentlichen Strassen und Wegen erlaubt», schreibt der Kirchberger Gemeinderat im aktuellsten «Gmeindsblatt», «Leider halten sich nicht alle Biker an diese Regel». Das Fahren abseits der Wege und nächtliche Aktivitäten können beim Wild zu Fluchtreaktionen und Störungen führen. «Die Störungen des Wildes können zu weiteren Auswirkungen auf die gesamte Waldgesellschaft führen», warnt der Gemeinderat. 

Mit dem Pilotprojekt «Kirchberger Bikewegnetz» soll aktiv ein modulartiges Bikewegnetz aufgebaut werden, welches primär auf bestehenden Wegen aufbauen und unterschiedliche Schwierigkeitsgrade anbieten soll. «Es sollen aber auch Entflechtungen vorgenommen werden, um Konflikte zu vermeiden», heisst es weiter. Dem Gemeinderat sei wichtig, dass die Natur keinem weiteren Nutzungsdruck ausgesetzt wird. Deshalb solle bei der Planung der Bikewege auch eine Negativplanung zum Schutz der Natur in das Projekt integriert werden. Die Fragestellung des Unterhalts werde ebenfalls im Rahmen des Pilotprojektes zu klären sein.

Einbezug von verschiedenen Organisationen

Die Koordination des Pilotprojektes wurde der Kommission für Kultur, Freizeit und Sport unter dem Vorsitz von Gemeinderat Linus Calzaferri übertragen. Die interessierten Organisationen – zum Beispiels Gemeinde Kirchberg bewegt, Jagdgesellschaften, Naturschutzverein, Bike Teams – sollen bereits zu Beginn in den Planungsprozess einbezogen werden. Ziel sei es, in einem partizipativen Prozess und im Sinne eines Pilotprojektes, modulartig etwa drei Bikestrecken in der Gemeinde Kirchberg zu definieren, «wobei eine erste Route auf den Saisonstart im April oder Mai 2021 bereit sein soll».