Die Kombination Alphorn und Orgel ist selten. Zwei leidenschaftliche Musiker erfreuten die Zuhörenden mit Werken zeitgenössischer Komponisten. Einzig die Orgelkomposition „Boléro de concert“ stammt aus der Feder des Pariser Organisten und Komponisten Louis Lefébure-Wely (1817-1869). Das Stück gehört zu seinen bekanntesten Orgelkompositionen. In der spätbarocken Kirche St. Michael Niederbüren verband sich der Alphornklang mit den Melodien der Orgel.

Als Interpreten konnten Emanuel Helg, Orgel und Samuel Kunz, Alphorn gewonnen werden. „Vor zwei Jahren besuchte ich in Frauenfeld ein gleiches Konzert der beiden Musiker. Das brachte mich auf den Gedanken, sie auch für ein Konzert in Niederbüren zu verpflichten“, begründete Vorstandsmitglied Franz Feldmann die Wahl. Er war jahrelang Chorleiter des Niederbürer Kirchenchors.

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Über 80 Besucher folgten der Einladung des Konzertvereins Orgel Niederbüren in der prächtigen St. Michaelskirche

Wiederhören mit Organist Emanuel Helg
Auch Organist Emanuel Helg kennt Niederbüren. Er spielte die 2003 eingeweihte Spaeth-Orgel beim Einweihungskonzert. Emanuel Helg studierte nach dem Besuch des Lehrerseminars in Kreuzlingen Orgel am Konservatorium in Zürich. Nach dem Lehrdiplom 1995 erlangte er drei Jahre später die Konzertreife mit Auszeichnung. Es folgten weitere Studien. 2001 schloss er das Klavierstudium an der Musikhochschule Winterthur ebenfalls mit dem Lehrdiplom ab. Er wirkte während 14 Jahren als Organist der katholischen Kirchgemeinde Weinfelden und unterrichtete einige Jahre Klavier und Orgel an der Jugendmusikschule Frauenfeld. Seit August 2011 ist er Organist und Musikverantwortlicher an der katholischen Stadtkirche Frauenfeld. Zahlreiche Konzerte als Organist und Pianist sind Ausdruck seiner vielfältigen musikalischen Fähigkeiten und Interessen.

Leidenschaft für das Alphorn
Samuel Kunz studierte neben seiner beruflichen Tätigkeit als Elektro-Ingenieur HTL im Jahr 1998 Posaune an der Jazz Schule Zürich. Mit Weiterbildungen und am Konservatorium Winterthur ergänzte er sein musikalisches Repertoire. Dort entdeckte er auch die Faszination und Leidenschaft für das Alphorn. In verschiedenen Kursen entwickelte er sein Alphornspiel weiter. Es entstanden auch eigene Kompositionen. Samuel Kunz folgte neben den zahlreichen Auftritten bei Kirchenkonzerten und anderen Gelegenheiten auch Einladungen nach Hongkong und China. Beim Kirchenkonzert in Niederbüren präsentierte er die gesamte musikalische Bandbreite seines Instruments. Während er im Chorraum vor dem Altar spielte, erklangen die Töne des Organisten Emanuel Helg von der Empore herab. Obwohl die erhebliche Distanz das Zusammenspiel schwieriger machte, spielten die beiden Musiker in Harmonie.

Reizvolle instrumentale Kombination
Die Präsidentin des Konzertvereins, Miriam Meier-Wagner, sprach vor der Aufführung die Problematik des Zusammenspiels bei grossen Distanzen an: „Die Kombination von Orgel und Alphorn ist in der Tat ungewöhnlich, aber nicht weniger spannend und reizvoll. Das Zusammenspiel der beiden Instrumente ist jedoch bei dieser räumlichen Entfernung sehr anspruchsvoll.“ In der St. Michaelskirche sei die Akustik besonders gut, führte der Organist an. Die im Barockstil erbaute Orgel war bei sechs der zehn aufgeführten Kompositionen ein wichtiger musikalischer Partner des Alphorninterpreten Samuel Kunz. Organist Emanuel Helg überzeugte bei vier variantenreichen Orgelwerken als Solist. Der lange Applaus führte zu einer Zugabe.