Die Auflösung des Kirchenmusikverbandes steht nicht im Zusammenhang mit Auflösungen bei den beteiligten Chören. Das bestätigte sich deutlich mit dem nachfolgenden Gottesdienst in der St. Peterskirche, wo rund 250 Chormitglieder aus 12 Chören für den Schlussanlass Psalmengesänge vortrugen. Die Gesangswerke unter dem Titel „Singen und Spielen“ komponierte der noch junge Komponist Christoph Mauerhofer extra für diesen Anlass.

Letzter Begegnungstag des Kirchenverbandes Region Wil

Der vorsitzenden Präsidentin war es anzumerken, dass ihr die Information über die Auflösung des Kirchenmusikverbandes nicht leicht fiel. Sie erinnerte an den Beschluss in Jonschwil über die Auflösung, welcher mittels schriftlicher Abstimmung gefallen war. Bekanntlich hat sich unterdessen der Kirchenchor Jonschwil aufgelöst. Die Delegiertenversammlung vom Samstag sollte damit die Letzte sein, die Auflösung mit Rückgabe an den Bistumsverband erfolgt per Ende 2018.

Die Organisation der regionalen Chöre erfolgt zukünftig über eine Kontaktperson direkt mit dem Bistumsverband, wie Thomas Haltner, Delegierter des Bistumsverbandes informierte. Sie seien für die Regelung der zukünftigen Organisation bereits aktiv. Ein Kontaktperson aus den regionalen Chören sei im Gespräch, definitiv sei es allerdings noch nicht.

Fünf Psalmen zum Abschlusstreffen
Noch einmal sollte es einen Höhepunkt geben mit der letzten Zusammenkunft der regionalen Chöre im Rahmen der Delegiertenversammlung. Der Schwerpunkt galt dem gesanglichen Teil. Präsidentin Hildi Rieser informierte über den Auftrag an Komponist Christoph Mauerhofer vor Jahresfrist, fünf Psalmen für den Abschlussgottesdienst zu komponieren. Erste Umfragen bei den Chören, insbesondere den vier Chorleitern seien positiv ausgefallen.

Die Schwierigkeit habe dann darin bestanden, wie viele Sängerinnen und Sänger für ein Mitmachen zu gewinnen sind. Das Resultat vom Samstag zeigte auf, dass die regionalen Chöre durchaus für anspruchsvollere Werke zu haben sind. Bekanntlich waren 250 Sängerinnen und Sänger aus 12 Chören beim nachfolgenden Auftritt beim Gottesdienst im St. Peter dabei.

Ein ansprechendes Schlussfest war angesagt
Die letzte Rechnung per Ende 2017 schloss positiv ab, obwohl auch im letzten Jahr Beiträge an den Bistumsverband geleistet wurden. Das noch stehende Vermögen über 18'000 Franken wurde für den gesanglichen Anlass und das nachfolgende Fest im Pfarreizentrum eingesetzt, sodass die Chormitglieder nicht nur gesanglich, sondern auch kulinarisch zum Genuss kamen.

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Für 13 Mitglieder aus den regionalen Chören stand am nachfolgenden Gottesdienst eine besondere Ehrung für langjährige Chormitgliedschaft bevor.

Kirchengesangsfest im 2021
Der Kirchengesang wird im 2021 einen neuen Höhepunkt erleben. Es ist ein Schweizer-Kirchengesangsfest in Planung. Bereits im November erfolgt in Zürich der Kick-Off für den Anlass. Voraus ist in zwei Jahren ein Bistumsjubiläum angesagt, welches zusammen mit Feldkirch gefeiert wird, informierte Thomas Haltner vom Bistumsverband im Ausblick unter Varia.

Im Anschluss an die Delegiertenversammlung folgte der Gottesdienst mit den gesanglichen Beiträgen der Chöre und der Zelebrierung durch Präses Stadtpfarrer Roman Giger. (siehe separater Bericht)

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Kommentar:
Aus beim Kirchenmusikverband – Es lebe die Kirchenmusik
Es hätte nicht gegensätzlicher sein können, dass exakt am Tag der Auflösung des Kirchenmusikverbandes Region Wil ein gesanglicher Grossanlass angesagt war. Die Tatsache bleibt, dass es zunehmend schwieriger wird, Sängerinnen und Sänger für den Kirchenchorgesang zu gewinnen.

In Vergessenheit gerät schon länger die Tatsache, dass gerade die tiefer gehenden Inhalte der Kirchenlieder eine ausgezeichnete Prägung ermöglichen für die Persönlichkeitsbildung der Sängerinnen und Sänger. Im mehrmaligen Proben der Liedertexte kommt keines darum herum, für sich über die teils fordernden und einladenden Inhalte Gedanken zu machen. Wem die Formulierung „Gotteslob“ nicht gefällt, kann vielleicht mit „Geistesnahrung“ besser umgehen. Jedenfalls gehören Kirchenchormitglieder zumeist zu den freudvolleren Menschen, weil sie im Chorgesang einen Betrag zum eigenen Sinn des Lebens erkennen.
Niklaus Jung