Als die Delegierten der Regio Wil vor ziemlich genau einem Jahr in Kirchberg beschlossen, aus ihrer Mitte heraus eine neue Organisation zur Stärkung der Region zu gründen, herrschte nicht bei allen Freude. Braucht es dieses Netzwerk wirklich, wurde gefragt. Am Freitagabend ist WPO nun erstmals an die Öffentlichkeit getreten. WPO? Das steht für Wirtschaftsportal Ost. Rund 165 Mitglieder zählt der Verein ein halbes Jahr nach der Lancierung. Das gesteckte Ziel: Über 1000 Vertreter von Wirtschaft und Politischen Gemeinden solle dereinst dabei sein – also 15 Prozent aller Firmen, welche es im Grossraum Wil gibt. Wie die Regio Wil agiert auch das WPO-Netzwerk kantonsübergreifend, also auf St. Galler und Thurgauer Gebiet.

Eines der wichtigsten Ziele des WPO: Die Region Wil soll bekannter werden, mehr sein als ein zerfallener Bahnknoten zwischen Winterthur und St. Gallen. Die Vorzüge der Region sollen mit einem gemeinsamen Auftritt unter der Marke WPO präsentiert werden. Ein Kernstück ist der geplante Entwicklungsschwerpunkt «Wil West» mit bis zu 3000 Arbeitsplätzen auf dem Gebiet zwischen Wil, Münchwilen und Sirnach.

Im Video: So sieht Karin Keller-Sutter die Region Wil

 

Das sind die zwölf Delegierten

Am Freitagabend fand im Hof zu Wil die erste WPO-Mitgliederversammlung statt. Dabei ging es auch darum, zwölf Delegierte zu ernennen. Sechs kommen aus der Wirtschaft, sechs sind Vertreter der Politischen Gemeinden. Einstimmig gewählt wurden: Albert Baumann (Micarna), Silvia Mäder (Mäder AG), Thomas De Martin (De Martin AG), Pirmin Helbling (Kindlimann AG), Oliver Wulkan (Aldi Suisse AG), Joachim Zappe (Stihl Kettenwerk GmbH & Co KG.), Kurt Baumann (Sirnach), René Bosshart (Fischingen), Stefan Frei (Jonschwil), Susanne Hartmann (Wil), Lucas Keel (Uzwil) und Mathias Küng (Aadorf). Präsident der Organisation ist der Wallenwiler Unternehmer Hansjörg Brunner. Eine wichtige Funktion hat Robert Stadler als Standortförderer inne. Bei ihm laufen alle Fäden zusammen.

Als erstes wird es darum gehen, die Organisation WPO bekannt zu machen, um dann die Region bekannter machen zu können. Darum sollen nun grosse Stelen mit dem WPO-Emblem in der ganzen Region aufgestellt werden. Eine erste kommt in Wil an der Zürcherstrasse vis-à-vis der Psychiatrischen Klinik zu stehen. Weitere Massanahmen folgen.


Für KKS netzwerken die Fribourger besser

Bei der WPO-Gründung war auch die Wiler Bundesrätin Karin Keller-Sutter dabei. Sie findet die Grundidee des WPO unterstützenswert, da man die Ostschweiz in Bundesbern «nicht sehr stark wahrnimmt». Da netzwerke die Fribourger Regierung besser und stehe geschlossen auf der Matte. Das WPO-Netzwerk findet KKS auch darum eine gelungene Sache, um die zahlreichen KMU zu stärken und die Diversifikation in der Wirtschaft zu fördern. «Die Hälfte des Schweizer Exports macht die Pharma-Branche aus. Wenn es dort mal rumpeln sollte, dann aber ordentlich», sagte Karin Keller-Sutter.

Im Rahmen des von Stefan Schmid (Chefredaktor St. Galler Tagblatt) moderierten Gesprächs mit der Wiler Bundesrätin liess diese knapp ein Jahr nach ihrem Amtsantritt verlauten, dass sie es doch noch einigermassen regelmässig in die Heimat nach Wil schaffe, obschon der Lebensmittelpunkt nun natürlich Bern sei. Für gewöhnlich nehme sie sich den Samstag für Wil, während dann der Sonntag dem Aktenstudium vorbehalten sei.