Es wird immer wahrscheinlicher, dass Wil in weniger als einem Monat erstmals überhaupt im Bundesrat vertreten ist. Denn am Freitag wurde Karin Keller-Sutter, die seit Bekanntwerden ihrer Nomination als Kronfavoritin für die Nachfolge des zurücktretenden Johann Schneider-Ammann gilt, zur offiziellen Kandidatin ernannt. Nach der Anhörung durch die FDP-Bundeshausfraktion wurde dieser wenig überraschende Entscheid kommuniziert. Ebenfalls zu erwarten war, dass sie auf einem Zweierticket mit dem Nidwaldner Ständerat Hans Wicki ist. Der Schaffhauser Regierungsrat Christian Amsler, der sich ebenfalls zur Verfügung gestellt hatte, wurde hingegen nicht berücksichtigt. Damit schafft die Partei eine echte Auswahl. Hätte sie neben Keller-Sutter Amsler nominiert, wären zwei Ostschweizer zur Wahl gestanden, was nicht goutiert worden wäre. Karin Keller-Sutter sagte gegenüber dem Schweizer Fernsehen SRF nach der Nomination: «Ich denke, dass das Gesamtpaket für mich gesprochen hat. Ich habe eine grosse politische Erfahrung, Führungserfahrung und auch Erfahrung in Bundesbern. Ich durfte dazu beitragen, dass in verschiedenen schwierigen Fragen Lösungen gefunden worden sind.»

Die Bundesratswahl findet am 5. Dezember statt. Karin Keller-Sutter gilt weiterhin als unbestrittene Favoritin. Daran ändert auch nichts, dass die CVP, deren Sitz am Wahltag zuerst gewählt wird, ein reines Frauenticket bestehend aus der Walliser Nationalrätin Viola Amherd und der Urner Regierungsrätin Heidi Z’graggen bestellte. Selbst wenn zwei Frauen in den Bundesrat gewählt werden, sind sie zu dritt immer noch in der Minderheit.