Der FC Wil spielt mal wieder auf fremdem Rasen. Der geneigte Challenge League Interessierte dürfte eher auf einen Sieg der Vaduzer tippen. Dies nicht zu Unrecht, denn die Auswärtsbilanz des FC Wil in diesem Jahr ist tatsächlich eher bescheiden. Aus den bislang sieben Auswärtsspielen im Jahr 2022 gingen von möglichen 21 Punkten nur gerade zwei auf das Konto der Äbtestädter. Von dieser Seite her könnte man den FC Vaduz durchaus zum Favoriten der Partie erklären. Zumal es für die Liechtensteiner auch ein Spiel der letzten Chance ist. Nachdem man vergangene Woche gegen den FC Thun verloren hat, beträgt der Rückstand auf das Führungstrio der Liga sechs bzw. sieben Punkte. Wollen die Vaduzer also noch ein Wort um den Aufstieg mitreden, dann ist ein Sieg für sie zwingend. Zudem haben sie unter der Woche zum 48. Mal den Liechtensteinischen Cup gewonnen.

Und dennoch spricht nicht alles gegen die Wiler. So zum Beispiel die Tatsache, dass es in dieser Saison bei dieser Begegnung noch keinen Heimsieg gegeben hat. Das letzte Aufeinandertreffen dieser beiden Mannschaften im Bergholz zu Beginn dieses Jahres dürfte vielen noch in Erinnerung bleiben, als die Wiler beim spektakulären 4:4 nach 40 Minuten mit 1:3 in Rückstand waren, nach 80 Minuten mit 4:3 führten und fünf Minuten vor Ende der Partie noch den Vaduzer Ausgleich hinnehmen mussten. Die Liechtensteiner sind auch alles andere als eine Heimmannschaft. In der Heimtabelle der Challenge League liegen sie gerade einmal auf Rang acht. Gut möglich also, dass für die Wiler etwas Zählbares im Ländle zu holen ist.

Damit es aber soweit kommt, müssen die Wiler vor allem das Sturmduo der Vaduzer aus dem Spiel nehmen. Rapp (16 Tore / 2 Assists) und Cicek (10 Tore / 8 Assists) waren mit ihren Total 36 Scorerpunkten an zwei Drittel aller Vaduzer Tore beteiligt. Aber auch auf Wiler Seite gibt es ein gefährliches Offensivduo: Bahloul (14 Tore / 4 Assists) und Ligatorscorer Fazliu (13 Tore / 11 Assists) waren ebenfalls an zwei Drittel der Wiler Tore beteiligt. Daher werden sie auch am Freitag wieder von Beginn weg auflaufen. Wer sicherlich nicht spielen wird ist Sauter, der gegen Yverdon seine vierte gelbe Karte gesehen hat und ein Spiel gesperrt ist. Er dürfte durch Talabidi ersetzt werden. Interessant zu sehen wird sein, wer auf dem linken Flügel auflaufen wird. Zuletzt musste Lukembila seinen Stammplatz an Saho abgeben, den bei seinem Startelfdebüt eine starke Leistung gezeigt hat. Wie Cheftrainer Brunello Iacopetta die Mannschaft aufs Feld schicken wird und ob es endlich mit dem ersten Auswärtssieg in diesem Jahr klappt, erfahren wir am Freitagabend.